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Berlin Intern

Der St.-Nimmerleins-Flughafen: Selbst der neue Ausweichtermin März 2013 wird schon wieder infrage gestellt - 23.06.2012 15:56 Uhr

Ein Nationalessen ist die Currywurst.

Ein Nationalessen ist die Currywurst. © colourbox.com


Das klingt nicht gut. Amann ist ein erfahrener Ingenieur. Er hat seit seinem Diplom nur Großprojekte geleitet. Dass er sich derartig nebulös äußert, hat wohl nicht nur etwas mit der Vorsicht eines gerade erst bestellten Geschäftsführers zu tun. Nein, inzwischen pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Der geplante Start im kommenden Frühjahr könnte sehr heikel werden, weil offensichtlich der Flughafen noch viele Mängel aufweist — und zwar nicht nur beim Brandschutz, wie es ursprünglich hieß.

Die Sache würde sich damit von einer schon unerreichbar hohen Peinlichkeitsstufe auf die nächste schrauben, von der man gar nicht dachte, dass es sie überhaupt gibt.

Zur Erinnerung die bisherigen Termine. Die Eröffnung ist bereits für den 30. Oktober 2011, den 3. Juni 2012 und nun für den 17. März 2013 geplant gewesen. Die Berliner Bürger machen sowieso nur noch Witze über die größte Baumaßnahme seit Jahrzehnten.

Fast zehn Stunden lang hat der Aufsichtsrat des Flughafens gerade erst getagt. Ein wichtiges Thema war — logischerweise —, wann es mit dem Betrieb losgehen kann. Denn schon durch die letzte Verschiebung sind Mehrkosten von über einer halben Milliarde Euro entstanden — wegen entgangener Mieten, weiterer Baumaßnahmen und hoher Schadenersatzforderungen.

Politische Beobachter hatten sich schon nach der Streichung des Juni-Termins gefragt, warum denn Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck so schnell ein neues Datum ins Spiel brachten. Warum sie nicht erst einmal gründlich nachrechnen ließen, ob das auch wirklich funktionieren kann.

Nun klingen manche Sätze der Regierungschefs schon wieder wie eine erste Verabschiedung von dieser Planung. Klaus Wowereit etwa merkte zum 17. März 2013 an: „Das ist zum jetzigen Zeitpunkt der Termin, der ins Auge gefasst wird.“ Zum jetzigen Zeitpunkt? Ins Auge gefasst? Erinnert irgendwie an den alten, immer gültigen Spruch „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist.“ 

HARALD BAUMER

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