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Berlin intern: Alle, alle wollen hierhin

Die Gegend um das Brandenburger Tor ächzt unter Demos, Messen und Fanmeilen - 18.02. 15:51 Uhr

Berlin  - Was haben Fußballstars, amerikanische Präsidenten, Würstlverkäufer, Modedesigner, Überseetouristen und unzufriedene Landwirte gemeinsam?

Das Brandenburger Tor: Da wollen alle hin....
Das Brandenburger Tor: Da wollen alle hin....
Foto: dpa
Das Brandenburger Tor: Da wollen alle hin....
Das Brandenburger Tor: Da wollen alle hin....
Foto: dpa

Den meisten Berlinern dürfte sofort eine Gemeinsamkeit einfallen: Die genannten Personengruppen – und noch viele, viele mehr – drängt es zum Brandenburger Tor. Zur bekanntesten Örtlichkeit in der Hauptstadt.

Manche wollen dort einfach ihre Kleingeschäfte abwickeln. Sie verkleiden sich zum Beispiel als amerikanische oder russische Soldaten und lassen sich gegen eine Spende mit Urlaubern fotografieren. Andere nutzen den Platz, um zu demonstrieren. Gewerkschafter und Landwirte etwa. Wieder andere wollen auf Großbildschirmen die Fußball-WM schauen.

Selbst US-Präsidenten, denen Deutschland inzwischen mehr und mehr egal ist, wissen um die historische Bedeutung des Ortes. Nicht ohne Grund war Barack Obama, damals noch als Kandidat, stark daran interessiert gewesen, hier aufzutreten. Man erlaubte es ihm nicht und verwies ihn an die rund einen Kilometer entfernte Siegessäule.



Langsam, so meinen manche Stadtverantwortliche, wird es etwas viel Trubel am Brandenburger Tor. Man kann die Sehenswürdigkeit kaum noch in Ruhe besichtigen. Es wird bereits über ein strengeres Genehmigungsverfahren diskutiert, wer denn eigentlich wann diesen Platz nutzen darf.

An einem Wochenende im Juni (23./.24.) könnte die Sache endgültig aus dem Ruder laufen. Da haben gleichzeitig der Christopher Street Day (eine Homosexuellen-Demonstration), die Fußball-Fanmeile zur Europameisterschaft und die Fashion Week (Berlins bekannte Modewoche) ihr Interesse an dem Bereich zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule angemeldet.

Der Ordnungsstadtrat des zuständigen Bezirks Mitte hat dem Tagesspiegel verraten, dass die Organisatoren sich mit der Verwaltung über eine gemeinsame Nutzung Gedanken machen sollen. Komme man zu keiner Lösung, dann „werden eine oder mehrere Veranstaltungen nicht wie geplant stattfinden können“.

Autofahrer sind sowieso längst schon genervt von Demos, Messen und dergleichen, die auf der stark genutzten Straße des 17. Juni (zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor) stattfinden. An mehr als 100 Tagen im Jahr ist sie gesperrt. Die Chancen, dass man hier problemlos durchkommt, liegen also nur zwei zu eins. Für eine Hauptverkehrsader eine miserable Quote. 



HARALD BAUMER

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