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Berlin intern: Wenn es beim Fahren rumms macht

Berlin ist die Hauptstadt der Medien, der Mode, der Politik und ...der Schlaglöcher - 02.02.2013 16:57 Uhr

Berlin  - Vor kurzem hat es rumms gemacht, als ich mit dem Auto in Berlin unterwegs war. Ich befand mich auf der Altonaer Straße, Richtung Großer Stern, nicht weit entfernt vom Schloss Bellevue und vom Kanzleramt.

Pfützen in Berlin.
Pfützen in Berlin.
Foto: dpa
Pfützen in Berlin.
Pfützen in Berlin.
Foto: dpa

Also gewissermaßen auf einer der Präsentiermeilen der Hauptstadt, die manchmal auch von den Konvois der Staatsgäste benutzt wird.

Aber zurück zum rumms. Schuld an meinem Sekundenschreck war ein Schlagloch, ein Riss im Asphalt, entstanden in einer Frostnacht. Noch hatte niemand das Loch abgesichert, es mit einem Zaun umgeben und mit einem Warnschild versehen. Und so fuhr ein Auto nach dem anderen hinein. Gott sei Dank auch wieder heraus, denn so tief war es nun auch wieder nicht.

Wer in Berlin im Winter unterwegs ist, der kennt das. Manchmal muss er alle 100 Meter solch ein Schlagloch umfahren. Selbst ganze Straßen wurden schon gesperrt, weil man so viele Absperrungen gar nicht hätte aufstellen können, wie notwendig gewesen wären. Und wenn es möglich gewesen wäre, dann hätten sich die Autofahrer gefühlt wie beim Hahnenkamm-Slalom in Kitzbühel.


Berlin ist nicht nur die Hauptstadt der Mode, der Medien und der Politik, sondern auch die Hauptstadt der Schlaglöcher. Selbstverständlich wird auch andernorts der Asphalt brüchig und muss geflickt werden, doch hier fehlt es am Geld für eine dauerhafte, flächendeckende Straßenpflege und deswegen kann sich der Frost umso schlimmer austoben.

Die Straßenbaubehörden haben es nicht leicht. Sie müssen immer blitzschnell entscheiden: Kann das Loch erst mal bleiben (versehen mit Warnschild, versteht sich) oder muss es sofort mit Gussasphalt gefüllt werden. Bei einem drei Meter langen, 60 Zentimeter breiten und 12 Zentimeter tiefen Exemplar auf der Avus, der Stadtautobahn, war natürlich eine Schnellreparatur angesagt, denn das ist die wichtigste Zu- und Abfahrt nach Berlin.

500 Millionen Euro wären nötig, so schätzt der ADAC, wenn man binnen weniger Jahre alle Straßen der Hauptstadt in Ordnung bringen wollte. Im regulären Haushalt sind aber nur 32 Millionen vorgesehen, wozu noch 25 Millionen aus einem „Schlaglochsonderprogramm“ kommen. Man werde also weiterhin den Straßenschäden hinterher hetzen, stellte Jens-Holger Kirchner fest, der Stadtrat für Stadtentwicklung aus dem Bezirk Pankow.

Im Frühjahr ist es mit Löchern, Sperrungen, Tempolimits und Warnschildern wieder vorbei. Da kann man dann nur noch an dem verschiedenfarbigen Asphalt erkennen, wo überall bereits geflickt wurde. Manche Berliner Straßen würden, von oben betrachtet, glatt als eine Patchworkdecke durchgehen. 

HARALD BAUMER


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