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BLITZLICHT: Von Geburtstagen und Ehrungen

17.12. 15:22 Uhr

Was macht eigentlich Tatjana Gsell? Oder wo findet die tollste Party statt? Was haben die Prominenten letzte Woche so getrieben? Das lesen Sie im BLITZLICHT.

Schreinermeister Hubert Nunner brachte den Tisch höchstpersönlich zu Promifriseur Udo Walz nach Berlin.
Schreinermeister Hubert Nunner brachte den Tisch höchstpersönlich zu Promifriseur Udo Walz nach Berlin.
Foto: oh

Landsleute halten zusammen - sollte man eigentlich annehmen. Und nicht, dass zum Beispiel eine Münchnerin einem Münchner „den Charme des Prokuristen einer Schuhbändelfabrik“ bescheinigt. Geschehen ist es trotzdem — bei der Feier zum 65. Geburtstag von Prof. Karl-Dieter Grüske, dem Präsidenten der Uni Erlangen-Nürnberg.


Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske (Mitte) feierte mit dem Erlanger Oberbürgermeister Siegfried Balleis, Innenminister Joachim Herrmann, Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Landtagsvizepräsident Jörg Rohde (v. l.) seinen 65. Geburtstag.
Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske (Mitte) feierte mit dem Erlanger Oberbürgermeister Siegfried Balleis, Innenminister Joachim Herrmann, Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Landtagsvizepräsident Jörg Rohde (v. l.) seinen 65. Geburtstag.
Foto: Harald Sippel

Gemeint war natürlich nicht Grüske. Der ist gebürtiger Erlanger und kein Münchner. Aber aus München stammt die Uni-Vizepräsidentin Prof. Johanna Haberer. Und die hielt eine sehr launige Geburtstagsrede.


Mit roten Rosen überraschte Marcel Schneider (li.) seinen Ehemann Heinz Röttenbacher (Mitte). Glückwünsche kamen auch von MdB Martin Burkert.
Mit roten Rosen überraschte Marcel Schneider (li.) seinen Ehemann Heinz Röttenbacher (Mitte). Glückwünsche kamen auch von MdB Martin Burkert.
Foto: Friedrich

Mit dem „Prokuristen“ meinte sie Robert Lembke. Viele, die nicht mit Smartphone und Facebook aufgewachsen sind, sondern mit nur drei Fernsehprogrammen, werden sich noch an den 1989 gestorbenen Münchner erinnern: Er moderierte „Was bin ich“, das „heitere Beruferaten“, und seine legendär geworden Sätze lauten „Welches Schweinderl hätten’S denn gern?“, gefolgt von „Machen’S doch mal eine typische Handbewegung!“.

Womit wir wieder bei Frau Haberers Rede wären: Würde Grüske nach einer typischen Handbewegung gefragt, so meinte die Vizepräsidentin, müsste er beide Arme, mit den Handflächen nach oben und an den Ellenbogen abgewinkelt, nach oben bewegen. „Hochziehen“ soll das bedeuten, „wir ziehen etwas hoch“.



Hochgezogen hat und noch weiter hochziehen will Grüske eine ganz Menge: Neubauten, Projekte, die ganze Uni. An sieben Tagen der Woche jeweils 20 Stunden lang für „seine Uni“ zu arbeiten, wird ihm gerne bescheinigt. Und dass er im besten protestantischen Sinne, Person und Amt zu trennen wisse. Kein Wunder — bei dem Amt hat er ja gar nicht die Zeit, Person zu sein.

Oder doch? An diesem Abend vielleicht. Private Freunde wie der Baulöwe Gerd Schmelzer und Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner, waren jedoch klar in der Minderheit. Zahlenmäßig überwogen eindeutig Professoren und Politiker.

Zum Beispiel der Erlanger Oberbürgermeister Siegfried Balleis, der auch noch eine kleine Rede hielt – in seiner Rolle als Vorsitzender des Fördervereins Universitätsbund Erlangen-Nürnberg und in Absprache mit Nürnbergs OB Ulrich Maly und dem Fürther Bürgermeister Markus Braun als Vertreter der „kommunalen Familie“.

Eigentlich kommt zu so einem Anlass auch nur ein bayerischer Staatsminister – wenn überhaupt. In diesem Fall waren es sogar zwei: Sowohl Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) als auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gaben sich die Ehre. Wobei genau genommen nur Heubisch — übrigens ein Münchner, der zuständige Fachminister ist. Herrmann war eher als privater Freund da. Schließlich ist er der örtliche Erlanger CSU-Abgeordnete. Landsleute halten halt doch zusammen.

Es gibt sie tatsächlich: Baumstämme mit Geburtsurkunde. Zumindest bei den ganz teuren Stücken kann man zurückverfolgen, wo genau sie sich als zartes Pflänzchen den Weg aus der Erde ans Licht gebahnt haben. Und so weiß Schreinermeister Hubert Nunner aus sicherer Quelle, dass der riesige Nussbaumstamm, den er bei einem bayerischen Holzhändler erstanden hat, aus dem fernen US-Bundesstaat Pennsylvania kommt.

Etwa einhundert Jahre dürfte der Nussbaum dort gestanden haben, bis er einer Straße weichen musste und so auf Umwegen in Deutschland landete. „Als ich ihn gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich daraus einen Tisch machen will“, erzählt Nunner mit glänzenden Augen. Was zwei Wochen Handarbeit bedeutete, denn der Tisch ist aus nur einer einzigen Platte gefertigt, die zu groß ist für jede Maschine.

Als Schmuckstück sollte er bei der Eröffnung der „Tisch-Manufaktur“ glänzen, die Hubert Nunner gemeinsam mit seiner Ehefrau Mara seit wenigen Wochen in der Löffelholzstraße in Nürnberg betreibt. Doch das teure Stück wechselte schon vorher seinen Besitzer: Der Berliner Promi-Friseur Udo Walz hörte durch einen Freund von dem Einzelstück und kaufte ihn spontan. Nicht etwa, weil ihm die Geschichte des Baumes gefallen habe, wie Walz am Telefon barsch erklärte. Sondern weil der Tisch aus einer einzigen Platte sei und gut in seinen Friseursalon am Kurfürstendamm passe. Der hundertjährige Ami wird mit Sicherheit auch das überstehen...

Nicht Opernball-Friseur Marcel Schneider, sondern dessen Ehemann Heinz Röttenbacher, seines Zeichens dienstältester Gemeinderat von Rednitzhembach, stand am Freitag zur Abwechslung mal im Mittelpunkt: Für sein langjähriges Engagement als Mitbegründer und Vorsitzender des „Kleinen Theaters“ in Rednitzhembach und speziell für die Jugendarbeit wurde Röttenbacher mit dem Ehrenzeichen des bayrischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt ausgezeichnet.

Freunden, Familie und Honoratioren überraschten Röttenbacher, der von der Verleihung vorher nichts wusste, auf der Weihnachtsfeier des Theaters mit der Ehrung. Eine Rede hielt neben Landrat Herbert Eckstein und SPD-MdB Martin Burkert natürlich auch Marcel Schneider, der es sich nicht nehmen ließ, seinen Ehemann auf der Bühne mit 30 roten Rosen zu überraschen. Gemeinsam mit Freunden und Bekannten wurde beim anschließenden Sektempfang schließlich noch ausgiebig gefeiert.

Da der SONNTAGSBLITZ erst wieder im neuen Jahr erscheint, möchten auch wir an dieser Stelle noch ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen!



Sie haben das „Blitzlicht“ in der letzten Ausgabe verpasst? Den Klatsch und Tratsch der vergangenen Wochen können Sie unter www.sonntagsblitz. de nachlesen.

  



hlo



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