Das mag für Außenstehende nicht allzu spektakulär klingen, doch ein Blick auf die turbulente Vorgeschichte belehrt eines Besseren. Vor zwei Jahren nämlich scheiterte ein erster Anlauf auf ein großzügiges Einkaufszentrum an gleicher Stelle kläglich. In den vorangegangenen Diskussionen hatten sich die Befürworter auf Seiten der Stadt und die Gegner, angeführt von einer agilen Bürgerinitiative, heillos zerstritten. Sahen die einen in dem Projekt des portugiesischen Investors Sonae Sierra die Rettung für die dahindümpelnde City, so wetterten die anderen gegen ein in ihren Augen weit überdimensioniertes und vom restlichen Zentrum abgeschottetes „Ufo“ mit 26000 Quadratmetern Verkaufsfläche.
Beim zweiten Versuch sollte alles anders werden und konfliktfreier über die Bühne gehen – ein Vorsatz, der geradezu vorbildlich umgesetzt wurde. Inzwischen hatte die Kommune die zum Bau nötigen, einst von Sonae Sierra beanspruchten Grundstücke selbst erworben, um sie an einen passenden Investor weiterzuverkaufen. Und der musste strikte Vorgaben erfüllen, die die Stadtspitze diesmal mit der Bürgerinitiative abstimmte.
Zentrale Punkte: Der Einzelhandelskomplex sollte sich harmonisch ins vorhandene Innenstadtensemble einfügen, historische Bausubstanz integrieren und nicht mehr als 15000 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassen, auf der überwiegend Kleidung und Schuhe angeboten werden.
All dies scheint nun gewährleistet: Im Rahmen eines monatelangen Wettbewerbs und nach etlichen Dialogrunden wählte die Kommune kürzlich mit der Berliner Firma MIB einen Experten für Einzelhandelsprojekte in historisch geprägten Innenstädten, der den Fürther Wünschen nahezu perfekt enstpricht. Um die restliche City nicht abzukoppeln, will MIB sogar auf eigene Parkplätze verzichten, die Kunden zu sehr ans Geschäftszentrum binden könnten. Manchem ging das schon wieder zu weit.
Ob es freilich dabei bleibt, muss sich im weiteren Verlauf zeigen. Denn das Grobkonzept steht zwar, die Feinplanung aber beginnt erst – und sie wird Zeit in Anspruch nehmen, viel Zeit. Frühestens Ende 2012 ist mit Abbrucharbeiten zu rechnen, im Lauf des Jahres 2014 soll der neue Einkaufsschwerpunkt dann an den Start gehen — hoffentlich mit einem weniger sperrigen Namen.
Die Fürther müssen sich also noch in Geduld üben; aber das sind sie ja inzwischen gewohnt.
So. 12.02.12
So. 05.02.12
Mi. 01.02.12
Mo. 30.01.12