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Der kommunalpolitische Kommentar

Dunkle Wolken über Bruck - 21.04.2012 15:05 Uhr

Der FSV Bruck hat auf dem Rasen oft durch eine gepflegte Offensive geglänzt. Viele Sympathien, die der Verein in Erlangen und in der Region besitzt, beruhen auf dieser Interpretation des Spiels.

Trübe Aussichten: Der FSV Bruck steckt in der Krise. Der Präsident Manfred Hopfengärtner hat während der Mitgliederversammlung sein Amt niedergelegt.
Trübe Aussichten: Der FSV Bruck steckt in der Krise. Der Präsident Manfred Hopfengärtner hat während der Mitgliederversammlung sein Amt niedergelegt.
Foto: Erich Malter
Trübe Aussichten: Der FSV Bruck steckt in der Krise. Der Präsident Manfred Hopfengärtner hat während der Mitgliederversammlung sein Amt niedergelegt.
Trübe Aussichten: Der FSV Bruck steckt in der Krise. Der Präsident Manfred Hopfengärtner hat während der Mitgliederversammlung sein Amt niedergelegt.
Foto: Erich Malter

Diese Philosophie ist dem Club nun aber abhanden gekommen. In der Krise, in der die Mitglieder teilweise dem Vorstand die Entlastung verweigern und der Präsident Manfred Hopfengärtner nach 37 Jahren Vereinszugehörigkeit sein Amt hinwirft, setzt der Vorstand auf eine Mauertaktik: Zur außerordentlichen Mitgliederversammlung hat der Verein keine Pressevertreter zugelassen. Der Vorstand um den 2. Präsidenten Klaus Six hat das so verfügt.

Die Verwunderung über diesen Catenaccio ändert sich auch nicht wesentlich, wenn der Vorstand einen Tag später zur Pressekonferenz bittet: Vermittelte Informationen ersetzen Eigenrecherche vor Ort natürlich nicht. Zudem wirft dieses Gebaren des Vereins unwillkürlich die Frage auf: Was will der Verein vor der Öffentlichkeit verbergen?


Dass Skepsis sehr wohl angebracht ist, belegen mehrere Tatsachen. Schon zum zweiten Mal haben die Mitglieder dem Vorstand eine vollständige Entlastung verweigert. Es gibt immer noch Unklarheiten über Rechnungen und Belege. Darüber hinaus stehen weiterhin Aussagen von Revisoren im Gegensatz zu den Angaben des — jetzt — Ex-Präsidenten Hopfengärtner, der entnervt und verletzt seinen Posten noch während der Versammlung aufgegeben hat. Während die Revisoren sagen, es stehen noch Spielergehälter von rund 40000 Euro aus, spricht der ehemalige Präsident von einem Betrag um die 20000 Euro.

Und mehr als kurios sind auch die Aussagen über den vermeintlichen Großsponsor, den der ehemalige Präsident Hopfengärtner aufgetan hatte und der dem Verein so viel Geld spendieren wollte. Vizepräsident Six sagt in der Pressekonferenz am Freitag dazu, dieser vermeintliche Wohltäter leugne, jemals Geld versprochen zu haben. Und zudem seien Unterschriften auf den Verträgen zwischen dem angeblichen Sponsor und dem Verein gefälscht.

Zudem belastet den Verein noch eine Nachzahlung von 200000 Euro für Sozialversicherungsbeiträge. Statt in der nächsten Saison in der neuen Regionalliga zu spielen, wird der Verein nun wohl in der Bayernliga Nord antreten. Das ist hart für den bisher so ambitionierten FSV Bruck.

Es bleiben viele Fragen, die noch geklärt werden müssen. Der Verein hat dafür im Juli eine weitere außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumt. Inzwischen hofft der Verein auf Einnahmen durch den Verkauf eines Grundstücks an die Stadt. Damit sollen die finanziellen Mittel generiert werden, die der FSV für die Nachzahlung dringend benötigt. Die Gespräche — so der Verein — mit den Fraktionen im Erlanger Kommunalparlament seien — wenn auch informell — weit gediehen.

Dennoch hat sich der Vorstand des FSV Bruck für zukünftige Gespräche mit der Stadt, mit Banken und Sozialversicherungsträgern keinen Gefallen getan. Die defensive Informationspolitik wirkt wenig seriös: Der Verein hat ein klassisches Eigentor geschossen. 

K.-D. SCHREITER/ R. H. KOHLSCHREIBER


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