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Galliger Satire-Abend ohne Gardemädchen und Orden

Anarchie statt Schunkeln: Die „Dullnraamer“ bitten zum 20. Mal zum galligen Alternativ-Fasching - 02.02.2013 16:28 Uhr

FÜRTH  - Der „Dullnraamer“, das ist die fränkische Version des Straßenkehrers – und solch einen Ausputzer im oft dreckigen Geschäft von Politik und Gesellschaft spielt das gleichnamige Fürther Ensemble bei seiner alljährlichen alternativen Faschingssitzung. Dazu passt auch ihr Schlachtruf: „Gulli, Gulli!“

„Den Deppen in Veitshöchheim eine Alternative entgegensetzen“ wollen Ute und Uwe Weiherer seit 20 Jahren mit ihrer <br /><br />„Dullnraamer-Sidsung<br /><br />“.
„Den Deppen in Veitshöchheim eine Alternative entgegensetzen“ wollen Ute und Uwe Weiherer seit 20 Jahren mit ihrer

„Dullnraamer-Sidsung

“.
Foto: Hans-Joachim Winckler
„Den Deppen in Veitshöchheim eine Alternative entgegensetzen“ wollen Ute und Uwe Weiherer seit 20 Jahren mit ihrer <br /><br />„Dullnraamer-Sidsung<br /><br />“.
„Den Deppen in Veitshöchheim eine Alternative entgegensetzen“ wollen Ute und Uwe Weiherer seit 20 Jahren mit ihrer

„Dullnraamer-Sidsung

“.
Foto: Hans-Joachim Winckler

Geschunkelt wird nicht und auch verkleiden muss sich niemand. Das Publikum sitzt auf Bierbänken im Fürther Kulturforum und lässt sich Essen und Getränke schmecken, während auf der Bühne alles durch den Kakao gezogen wird, was Rang und Namen hat.

Da geht Angela Merkel im gelben Unterseeboot der FDP auf Tauchstation, Kurt Beck rudert in den Sonnenuntergang und die Piraten saufen schlicht ab. Oder es wird der ganz alltägliche fränkische Wahn aufs Korn genommen, wenn an einer Fürther U-Bahnhaltestelle aufstiegstrunkene Fußballfans, politische Studenten und ewig-gestrige Altnazis aneinandergeraten.

Man merkt: Mit politisch zahmer Comedy-Unterhaltung haben die „Dullnraamer“ ebenso wenig am Hut wie mit Orden, Gardemädchen und anderem offiziellem Faschings-Gedöns.


Stattdessen präsentieren sie einen galligen Satireabend, der sich nicht scheut, den Finger in aktuelle Wunden zu legen. Von der Schere zwischen Arm und Reich über die Einkaufssituation in Fürth bis hin zum Bundeswehreinsatz am Hindukusch – die Dullnraamer geben sich nicht mit Nebensächlichkeiten ab, sondern schauen dahin, wo’s wehtut.

Eine Rock-Fastnacht

„Den Deppen in Veitshöchheim eine Alternative entgegenzusetzen“, das war vor zwanzig Jahren der Antrieb für die Schauspieler Ute und Uwe Weiherer ihre Art der kabarettistischen Rock-Fastnacht ins Leben zu rufen.

Eine Idee, die ankam: In den zwanzig Jahren erspielte sich das Ensemble ein immer größeres Publikum, wuchs von kleinen Hinterhofbühnen bis in den großen Saal des Fürther Kulturforums.

Seit sechs Jahren werden die „Dullnraamer“ auch noch von einer Live-Band unterstützt, welche der Show mit druckvollen Rocksongs den nötigen Pepp verleiht.

Gleich geblieben ist aber die liebevoll handgemachte Art des Abends: Von den Kulissen über die Parodie-Texte der Songs bis hin zu den witzigen Video-Einspielungen ist alles selbst hergestellt.

Ehrensache auch, dass das Publikum für sein Eintrittsgeld die volle Ladung bekommt: Die Show dauert gute drei Stunden! Zwanzig Menschen stehen auf der Bühne, es wird gesungen, getanzt und ein dutzend Mal die Kostüme gewechselt.

Und an ein Aufhören ist nicht zu denken: „Wir haben Kohl, Schröder, Bush und Sarkozy überstanden – und mit Merkel klappt’s auch noch!“, versprechen die Dullnraamer.

Noch zwei Mal kann man die „Dullnraamer-Sidsung“ dieses Jahr erleben: Am Freitag, 8. und Samstag, 9. Februar, jeweils um 20 Uhr im Kulturforum Fürth, Würzburger Str. 2

  

PETER ROMIR


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