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Gerd Bauer erweckt Legenden Nürnbergs

Bilder der Burgprojektion in Ausstellung zu sehen - 20.05.2012

NÜRNBERG  - Max Morlock ist auferstanden, Albrecht Dürer auch. Sogar Ritter Eppelein sprang noch einmal mit seinem getreuen Ross über die Burgmauern – ja, in der „Blauen Nacht“ ist alles möglich. Zum Leben erweckt hat sie alle der Cartoonist Gerd Bauer. Seit Herbst 2011 arbeitete der Nürnberger Künstler an dem bunten Farbenspiel, das gestern auf die Burgmauern projiziert wurde.

Die Bilder, die Gerd Bauer für die „Blaue Nacht“ schuf, sind bis Ende Mai in einer Ausstellung zu sehen.
Die Bilder, die Gerd Bauer für die „Blaue Nacht“ schuf, sind bis Ende Mai in einer Ausstellung zu sehen.
Foto: Stefan Hippel
Die Bilder, die Gerd Bauer für die „Blaue Nacht“ schuf, sind bis Ende Mai in einer Ausstellung zu sehen.
Die Bilder, die Gerd Bauer für die „Blaue Nacht“ schuf, sind bis Ende Mai in einer Ausstellung zu sehen.
Foto: Stefan Hippel

Der 54-Jährige musste keine Sekunde überlegen, als die Stadt ihn bat, bei der „Blauen Nacht“ mitzuarbeiten. „So etwas kann man sich nicht entgehen lassen.“

Die „Blaue Nacht“ war aber für den routinierten Zeichner eine neue Herausforderung: Denn statt auf kleinen Papierbögen musste er nun viele Hundert Quadratmeter der Burgmauer füllen. Selbstverständlich werden für das Lichtspiel Projektoren verwendet, jeweils zwei auf jeder Mauerseite. Doch die Proportionen so genau zu treffen, dass der Dürer nicht zu winzig und ein Eisbär namens „Superflogge“ nicht zu groß geraten, war anfangs schwierig, sagt er.


 

So experimentierte er zunächst auf größeren Papierbögen als üblich. „Doch da ist der Schwung beim Zeichnen ein ganz anderer“, sagt Bauer. „Das funktionierte gar nicht, ich bin dann einfach wieder zu den kleineren Formaten zurückgekehrt.“

 

Nervös vor der Probe

Nervös war er gestern nicht: „Aufgeregt war ich in der Nacht zum Samstag, denn da habe ich um 3 Uhr morgens bei der Probe erstmals sehen können, wie die Zeichnungen auf der Wand wirken.“

Bei der Projektion für die „Blaue Nacht“ machte er sich zunächst auf die Suche nach „meisterhaften“ Figuren der Nürnberger Geschichte, denn unter diesem Motto stand das Kulturfest in diesem Jahr. „Ich habe recherchiert, Bilder und Informationen gesammelt. Die eigentliche Zeichenarbeit begann damit, dass ich wochenlang ratlos um meinen Schreibtisch gelaufen bin“, sagt er lachend. Ein Karikaturist lebt davon, Gesichtsmerkmale zu überzeichnen, so dass der Betrachter die Figuren leicht wiedererkennt. „Mit dem Dürer hab ich angefangen, doch er wollte mir lange auf dem Papier nicht so gelingen, wie ich ihn im Kopf hatte.“

Zeichnen sei immer von der Tagesform abhängig, bei der SPD-Politikerin Renate Schmidt war sie bestens: „Sie ist mir nur so aus der Feder geflossen, obwohl ich vor dieser Zeichnung Angst hatte. Denn es ist schwierig, Frauen zu karikieren. Da hält man sich zurück mit großen Nasen und tiefen Falten.“ Renate Schmidt setzte Bauer in den Adler. Dort versammeln sich all die, die er nicht in den rund 24 Bildern der Projektion unterbringen konnte. Der Adler ist mit den anderen „Blaue-Nacht“-Bildern noch bis zum 27. Mai in der Schau „Meister Noris“, im KunstKulturQuartier, Königstraße 93, zu sehen – allerdings in kleinerem Format. 

CLAUDIA URBASEK


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