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Was trinkt und isst der Schotte, was treibt beispielsweise der Bewohner der Fürther Partnerstadt Paisley in seiner Freizeit? Beim Schottenfest gab es Antwort auf alle Fragen — außer der einen, die passionierte Kiltträger wohl zum Verzweifeln bringt: „Was trägt der Schotte nun wirklich drunter?“ Der leicht schlüpfrig zu interpretierende Titel der Veranstaltung bringt Neugierige tatsächlich auf die richtige Spur. Jenni Heron, Schottin, Sängerin und Moderatorin des Festes bestätigt schmunzelnd: „Offiziell nichts.“
Sie selbst ist auch in einen Kilt gewandet, den aber eigentlich nur Männer tragen — das gute Stück hat sie extra für die Bühne von ihrem Sohn ausgeborgt. Der Spruch „A man in a kilt...“ ist aber für die Schotten selbst vor allem auch ein Statement ihres Stolzes: Ein Mann, der einen Rock trägt, ist eben mehr als ein ganzer Kerl...
Auch, wer das schottische Nationalgericht „Haggis“ zu sich nimmt, muss hart sein: Der mit Innereien gefüllte Schafsmagen sieht nicht besonders lecker aus. Doch Ulla Reichenbach, die gerade in eine süße Sconeshälfte beißt, würde ihn durchaus probieren. Die Nürnbergerin erzählt: „Ich war schon beim indischen Lichterfest in der Grünen Halle und lerne gerne andere Kulturen kennen und das geht am besten in Verbindung mit Essen und Musik.“
Und natürlich gab es auch andere Spezialitäten zum Kosten: Lachs und Lamm, Fish & Chips und Cheddar gingen weg wie warme Semmeln.
Und dann natürlich der Whisky! „Den braucht man hinterher“, sagt Organisatorin Eva Göttlein mit Blick auf Haggis und hat den entsprechenden Stand direkt daneben platziert. An der Bar von Andreas Hertl und seiner Whisky Akademie floss dann auch der Hochprozentige aus den Highlands in Strömen. Das war es vor allem, was Anton Bindner zum Fest gelockt hat. Der Fürther schnuppert gerade an einem 14 Jahre alten „Mortner“ und findet „Der Whisky ist schon mal gut“. Während die Gäste Speis und Trank genossen, blies die Piper Group von Thomas Schalla, was das Zeug hielt. Der Lehrer des College of Piping in Glasgow verblüffte mit seinen prall aufgeblähten Backen und sein Drummajor war mit riesiger, nicht Bärenfell-, sondern Marabu-Federn-Mütze ein absoluter Hingucker.
Genau hinschauen musste man auch bei den Step Shuffle And More: Showtänzen der Menzel School of Irish Dancing. Die flotten Beinbewegungen der Tänzerinnen animierten zu später Stunde das Publikum auch zum Mitmachen.
Nicht fehlen durfte die bewährte Finest Scottish Folk Music von O’Malley. Die Band mit Ossi Schimek, Matthias Merzbacher und Wende Weigand spielte den unverwechselbaren Sound zum Fest. Leisere Töne schlug Jenni Heron mit Burns-Liedern an.
Ein „scottish market“ mit Schottlandreisen, spezieller Literatur und einem Stand der Clan-Mac-Leod-Gesellschaft rundete das Angebot zum vierten Schottenfest ab.