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Es sieht aus, als ob sie an den Wänden und Überhängen mit den daran scheinbar ungeordnet festgeschraubten, bunten Griffen festgeklebt sind. Kraftvoll drücken sie sich an die Flächen und krallen sich mit den Fingern in der Wand fest. Aber dann bewegen sie sich kontinuierlich nach oben, ohne Kletterseil und Gurt. Bis zu einer Höhe von vier Metern sollte es ihnen gelingen – wenn sie es beim ersten Mal ohne herunterzufallen geschafft haben, dann jubeln sie. Das ist ein so genannter „Flash“, für den es besonders viele Punkte gibt beim Bouldern.
Guido Köstermeyer, Diplom-Trainer fürs Klettern, und Sportdozent an der Friedrich-Alexander-Universität fördert in der Sektion Erlangen des Deutschen Alpenvereins (DAV) die Talente. Wie den Erlanger DAV-Kletterer Alexander Megos, der hier kürzlich wieder zum Sportler des Jahres gewählt worden ist. In seinem ersten Jahr in der Aktivenklasse wurde er Dritter bei den Deutschen Meisterschaften. Köstermeyer ist inzwischen Vizepräsident des Deutschen Alpenvereins, aber die Erlanger haben mit Christian Kettl einen Nachfolger gefunden, der sich ebenso für den hiesigen Klettersport engagiert.
Bereits zum 15. Mal finden die offenen Erlanger Stadtmeisterschaften an diesem Wochenende statt, und es wird hochkarätiger Klettersport geboten. Gestern kämpften 25 Männer und Frauen um den begehrten Titel.
Drei Stunden dauerten die Vorkämpfe, bei denen 51 Boulder durchstiegen werden mussten. Die Endkämpfe waren dann ein echtes Spektakel und dauerten bis in die Nacht hinein. Wettkampfleiterin Claudia Bezold und ihr 25-köpfiges „Schrauberteam“ hatten sechs äußerst schwierige Routen an die Wände und Überhänge geschraubt.
Bis zu Beginn der Endrunde sind diese Boulder absolut geheim gewesen. Die zahlreichen Zuschauern waren begeistert ob der Kletterkünste und feuerten ihre Favoriten frenetisch an.
Am heutigen Sonntag werden die offenen Stadtmeisterschaften im DAV Kletterzentrum Erlangen (Helene-Richter-Str. 5) ab neun Uhr mit den Wettkämpfen für Kinder und Jugendliche fortgesetzt. 110 Teilnehmer haben sich angemeldet.
Zunächst gehen die Jahrgänge 2005 und jünger in die Wände. Ab 11 Uhr folgen dann die Jahrgänge 2004 und 2003, ab 13.30 Uhr die Jugendlichen der Jahrgänge 2002 und 2001. Ab 16 Uhr werden die „Großen“ der Jahrgänge 2002 bis 1997 durch die Boulder steigen. Jugendliche ab Jahrgang 1996 waren bereits gestern in der Erwachsenenklasse gestartet.
Die Nachwuchskletterer müssen heute dieselben Routen gehen wie gestern die Erwachsenen. Allerdings gibt es keine Finalrunden, sondern die Sieger werden jeweils im Anschluss an die Wettkämpfe der verschiedenen Wertungsgruppen gekürt. Die Halle ist zwar klein, aber Zuschauer sind willkommen. Der Eintritt ist frei.