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Wenn jemand wie die kauzige Comic-Figur Dagobert Duck jeden sauer verdienten Taler hortet, spricht das für ein beträchtliches Kontrollbedürfnis oder für große Verlustängste – womöglich für beides.
Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die Geld auf wundersame Weise zweimal ausgeben können: einmal aus Vorfreude, nachdem ihnen zum Beispiel ein Erbe zugesprochen worden ist oder sie einen lukrativen Auftrag ergattert haben. Und dann gleich noch einmal zur Belohnung, wenn das Geld schließlich auf dem Konto eingeht.
Doch wie kommt es zu solchen Verhaltensunterschieden? „Empfinden, Bewerten, Entscheiden und Handeln unterliegen beim Thema Geld denselben Regeln wie andere Bereiche des menschlichen Lebens auch“, sagt Sabine Meck vom Lehrstuhl für Finanzpsychologie und -soziologie an der Steinbeis-Hochschule Berlin.
„Neben der erblichen Veranlagung und Lebenserfahrungen wirken auch Emotionen wie Gier, Angst, oder Freude auf unser Verhältnis zu Geld“, so Meck. Uns selber ist oft gar nicht klar, warum wir heute Aktien verkaufen und uns morgen einen neuen Mantel gönnen. „Unbewusste biologische Prozesse spielen im Umgang mit Geld eine größere Rolle, als man lange glaubte.“
Aber auch die soziale Herkunft und der Bildungsgrad sind wichtige Faktoren. „US-Forscher haben herausgefunden, dass zum Beispiel Akademiker viel öfter an Seminaren zum Thema Altersversorgung teilnehmen als weniger gebildete Menschen“, sagt Meck. Letztere neigen eher dazu, ihr Geld unbesorgt auszugeben.
Menschen mit Selbstdisziplin schieben die lockende Belohnung lieber hinaus – und steigern dadurch ihr Verlangen, sich irgendwann etwas Schönes zu gönnen. Vor allem Frauen gelten als die klassischen Belohnungsshopper. In Ehen führt das oft dazu, dass Männer den Eindruck gewinnen, mehr sparen zu müssen.
Männer gelten als risikofreudiger: Sie kaufen und verkaufen ihre Geldanlagen hektischer als Frauen, wie eine Studie ergeben hat, bei der 35000 Aktiendepots untersucht wurden. Männer seien deshalb die „Wunschkunden“ der Banken, so Susanne Homölle vom Institut für Bank- und Finanzwirtschaft an der Universität Rostock. Denn jeder Wechsel bringt der Bank Gebühren.
Eine Studie für die Commerzbank unterscheidet acht Geldtypen: Die Skala reicht vom risikofreudigen Ambitionierten (sieben Prozent der Bevölkerung) bis zu den Überforderten und Resignierten (19 Prozent). Dazwischen liegen die Sicherheitsorientierten (elf Prozent), die Bescheidenen (zehn Prozent) und die beim Umgang mit Geld Souveränen (elf Prozent). Die letzten beiden Gruppen sind die Delegierer (zehn Prozent), die ihre Finanzangelegenheiten lieber anderen übertragen, und die Sorglosen (16 Prozent), die wenig an Vorsorge und Geldanlage denken.
„Man kann das Finanzverhalten eines Menschen kaum typologisieren“, wendet der Finanzmarktforscher Markus Schmidt von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung ein. Der Umgang mit Geld hänge viel zu stark von den Lebensumständen ab: Wer zum Beispiel arbeitslos wird, verfährt mit Geld meist vorsichtiger als zuvor.
Den Umgang mit Geld beeinflussten zudem zu viele externe Faktoren. Ängstliche, aber lernbereite Anleger können sich für ein riskantes Investment-Papier womöglich erwärmen, nachdem sie verstanden haben, wie es funktioniert. Hingegen lässt eine allzu bequeme Sparerin ihr Geld nicht aus Risikoscheu auf dem Sparbuch, sondern weil sie einfach keine Lust hat, sich zu informieren.


Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.