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Die heute 18-Jährige befasste sich nach der Strickwut in der Grundschule dann auch gar nicht weiter mit Nadel und Wolle – bis ihr vor zwei Jahren eine Strickanleitung für eine Wintermütze in die Hände fiel. Aus Langeweile versuchte sie sich an ihrer ersten Mütze.
"Das lief jedoch komplett schief, denn die Anleitung hatte einen Druckfehler und die Mütze wurde viel zu klein“, sagt die Abiturientin aus Nürnberg und lacht.
Doch statt sich das Ganze aus dem Kopf zu schlagen, versuchte Chiara es immer wieder. Und irgendwann klappte es. Dann kamen auch schon Freunde auf sie zu und wollten unbedingt so eine kuschelige Bommel-mütze wie Chiara haben. So wurde ihre eigene Marke „TsCHipfelmütz“ gegründet.
„Mein Freund hat mir damals zu Weihnachten 50 orangefarbene TsCHipfelmütz-Etiketten geschenkt“, erinnert sich die Nürnbergerin, die auf das Schwabacher Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium geht. Den Namen hat er sich ausgedacht: Das große „T“ steht für Tim und das „CH“ für Chiara. Doch auch so unterstützt er sie, wo er nur kann: Beim Wollekaufen trägt Tim die vielen Tüten, und wenn es allzu stressig ist, fertigt er die ein oder andere Bommel.
Trotzdem ist es nicht immer leicht, neben der Schule noch eine eigene Marke zu haben: Man braucht ein Patent, viele Kontakte und vor allem das Material – und Wolle ist nicht billig! „Meine Eltern helfen mir viel, sie legen zum Beispiel Geld aus. Und von ihrer Istanbul-Reise haben sie mir acht Kilogramm Wolle mitgebracht“, erzählt Chiara schmunzelnd.
In der Weihnachtszeit müssen manchmal zwei Mützen täglich fertig sein, da hilft ihr Mama beim Stricken. „Aber nur ein bisschen!“, betont die 18-Jährige, die meistens vor dem Fernseher strickt.
Für eine Mütze braucht Chiara etwa drei Stunden, je nachdem, welche Extrawünsche bestellt werden. Denn sie strickt auf Bestellung. Farbe, Bommel, ob aus Wolle oder Kunstfell, ob mit oder ohne Innenfutter – das darf der Kunde selbst entscheiden. „Jungs zeigen mir meistens ihre Jacke und sagen ,Mach mal!‘“, erzählt die Abiturientin lachend.
Doch nicht nur Jugendliche tragen ihre Modelle. „Mein ältester Kunde ist Mitte 60 und mein jüngster hatte seine Mütze schon, bevor er geboren wurde“, sagt sie stolz. Mittlerweile hat Chiara schon über 180 Stück verkauft und sich von dem Geld einen Traum erfüllt: eine eigene Vespa.
Der nächste Wunsch ist ein eigener kleiner TsCHipfelmütz-Laden. Aber erst einmal möchte Chiara Architektur studieren. „Nur weil ich meine eigene Marke habe, gehör’ ich nicht zu den Tussis, die denken, sie müssten jetzt Modedesign studieren“, sagt sie grinsend.
Überhaupt nimmt die 18-Jährige alles nicht so ernst. „Als ich mit TsCHipfelmütz angefangen habe, wollten viele Freunde auch etwas Eigenes machen. Aber bei den meisten hat das einfach nicht hingehauen, weil sie zu verbittert an die Sache herangingen. Ich habe einfach nur Spaß und Freude an dem, was ich mache.“ Ein Erfolgsrezept, das sich einfach anhört, aber zu wirken scheint.
In Nürnberg hat Chiara vorigen Winter im Laden „Mina“ ihre Mützen verkauft, auch „Crämer & Co.“ hat für die nächste Saison angefragt. Zudem interessieren sich zwei Läden in Italien und einer in Österreich für ihre kleinen Strick-Werke.
Über zu wenig Arbeit kann sich Chiara also nicht beklagen. „Wenn das so weitergeht, muss ich wahrscheinlich bald meine Oma einstellen“, überlegt sie. Denn auch im Sommer strickt die Nürnbergerin fast jeden Tag.
Neben Bommelmützen, verkauft sie auch noch Hüllen fürs Handy und Wärmer für Frühstückseier – beides in Mützenoptik. Loops, Babyjäckchen und dünne Sommermützen aus kühlender Wolle hat Chiara ebenfalls im Programm. Ihr Motto lautet schließlich: „Warte nicht auf große Wunder, kauf’ dir lieber viele kleine.“
Schaut doch mal bei Chiara im Internet vorbei: www.facebook.com/tschipfelmuetz
Mi. 08.05.13
Mi. 17.04.13
Mi. 27.02.13
Di. 02.10.12
Mi. 09.05.12