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FREITAG, 17. MAI
Den Sound und den Zauber der 50er Jahre beamen Boppin’ B ausAschaffenburg ins Hier und Jetzt. So hätte es geklungen, wenn Madonna und Lady Gaga ein halbes Jahrhundert früher am Start gewesen wären — live ab 20 Uhr im Hirsch, Vogelweiherstraße 66, in Nürnberg.
Noch ein bisschen früher dran auf dem musikalischen Zeitstrahl durch die Jahrzehnte und Jahrhunderte sind die großartigen The Rockin’ Lafayettes, die ab 23 Uhr im Keller des Babylon Kinos, Nürnberger Straße 3, in Fürth Swing, Blues und klassischen R’n’B kredenzen.
Wer’s eine Schippe härter mag: Duncan Reid und die Droogies erinnern im Kunstkeller in der Ottostraße 27 in Fürth an das Jahr 1977, als der Punk geboren wurde und gleich wieder starb.
Was geht an der Clubfront? „Zwei Jahre Take Over“ heißt es ab 23 Uhr in der Rakete, Vogelweiherstraße 64, in Nürnberg. Stargast des elektronischen Abends ist Gesaffelstein – klingt nach Fränkischer Schweiz, ist aber ein angesagter Plattenwerfer aus Frankreich. Die Buben von „Dubworxx“ und „Have A Break“ versorgen uns parallal in der Mikorobe mit leckerem Dubstep. Afterparty wie gehabt ab 6 Uhr.
„1 Nacht – 30 DJs“ heißt es ab 21 Uhr in den Altstadt-Treffs Mitte Soundbar (Hallplatz 27) und Club Stereo (Klaragasse 8), wenn 30 DJs aus der Stadt parallel beide Nürnberger Clubs beschallen. Der Erlös des Abends geht an das Sozialmagazin Straßenkreuzer.
An Partys hätten wir eine neue Ausgabe der Indie-Queer-Party „Orchid“ zu vermelden, wie gehabt von und mit Eve Massacre ab 23 Uhr im Zentralcafé, Königstraße 93, in Nürnberg.
„We Want Revenge“ heißt es wieder ab 22 Uhr im Cult, Dooser Straße 60, in Nürnberg. DJ Micha und DJan schlagen eine Brücke vom Indie der 80er zum Indie von heute (und wieder zurück).
Und die Desi präsentiert den audiovisuellen spanischen Künstler Grey Filastine und die indonesische Rapperin Nova. Nach dem Konzert übernimmt das Kommando für den Rest der Nacht das kampferprobte Team von „Maos Rache“, die Club-Crew für musikalische Grenzüberschreitungen; 22 Uhr, Brückenstraße 23 in Nürnberg.
Im alten City-Kino in Hersbruck, Braugasse 14, holt die Balkan-Blues-Bande Hiss ihr ausgefallenes Konzert vom März nach. Fünf wettergegerbte Männer aus Stuttgart- Rock-City trösten auf der Quetsche mit Liedern und Weisen von Liebe und Hass, Freud und Leid. Anpfiff: 20.30 Uhr.
Nach Fürth lockt das 14. Fürther New-Orleans-Festival. Der Clou: Kost nix! Umsonst und draußen gibt es das ganze Wochenende Künstler wie Walter Trout und Errorhead zu sehen – und heute Abend ab 19 Uhr auf der Fürther Freiheit zuerst The Slapstickers (kraftvoller Ska für jede Wetterlage) und dann ab 21 Uhr The Hillbilly Moon Explosion (Rock’n’Roll, Rockabilly, Geheimagenten-Swing). Weitere Infos auf www.new-orleans-festival.de
Ein Wiederhören mit Abba, Donna Summer, Earth Wind & Fire, den Temptations und wie sie alle hießen gibt es bei „We Are Family“, dem Original-70’s-Disco-Revival. Dazu Amy Winehouse, Smoove & Turrell und weiteres Wahlverwandtes aus dem neuen Jahrtausend: 22 Uhr, Marquee, Klingenhofstraße 58 in Nürnberg.
SAMSTAG, 18. MAI
Subkulturelle Clubkultur und traditionelle Hochkultur unternehmen ja immer wieder Versuche, sich auf Augenhöhe zu treffen. So auch im Orchersterclub, welcher ab 20.30 Uhr im Nürnberger MuZ-Club, Fürther Straße 63, seine Pforten öffnet: Die Konzertpianistin Maria Nguyen-Nhu alias DJ Dan-Thanh wird Klassikplatten aus der gesamten Musikgeschichte auflegen, dazu gibt es passende Visualisierungen. Höhepunkt wird der Live-Auftritt des Quartett Aux’ Neoclas sein (Cello, Bratsche, Bassklarinette, Schlagwerk), das eine Auswahl klassischer Werke collagiert und darüber improvisiert.
Die Band Reaction serviert euch in der Treppenhaus Lounge, Am Kornmarkt 6, in Nürnberg energiegeladenen Piano-Rock mit überraschenden Wendepunkten. Der Eintritt ist wie immer frei.
Mittags um zwölf startet auf der Fürther Freiheit das 14. Fürther New Orleans Festival. Dass die Bands, die am Samstag und Sonntag, die Kleeblatt-Stadt mit Oldtime-Jazz, Blues, Zydeco, Southern Rock oder Boogie Woogie beschallen, oft nur im weiteren Sinn mit der Mississippi-Metropole zu tun haben, versteht sich von selbst, schmälert das Vergnügen an der Sache aber keineswegs. Höhepunkt dürfte der Auftritt des begnadeten Blues-Gitarristen Walter Trout um 21.30 Uhr sein.
Irgendwer nannte Antares mal die beste Band Italiens. Ihre Bilanz kann sich jedenfalls sehen lassen: 224 gerissene Saiten, 73 zerbrochene Schlagzeugstöcke, 4 gebrochene Zähne, 3 gebrochene Beine, 2 Alben, eine E.P., eine Seven-Inch-Scheibe – und dabei null Geld verdient. Was das musikalisch bedeutet, gilt es im Fürther Kunstkeller o27 (Ottostraße 27) zu erkunden; Einlass 21 Uhr.
Ein Blick auf die Tanzböden: In der Nürnberger Desi, Brückenstraße 23, wird mal wieder kräftig mit Schallfarben gekleckst: freifließende elektronische Musik ab 23 Uhr. Visuelle Kunst im eigentlichen Sinn wird im Club Stereo (Klaragasse 8, Nürnberg) gefeiert: Zwei Tage lang verwandeln 16 Graffitikünstler aus ganz Europa die Aussenfassade des Freibades West in ein kollektives Kunstwerk, zur Aftershowparty des Mural Art Weekend gibt’s Old-School-HipHop ab 23 Uhr.
Die Konkurrenzveranstaltung steigt in der Nürnberger Kulturkellerei unter dem Motto Urban Life Beats: HipHop, Dancehall, Reggae, Dub, Elektro, Dubstep, Oldschool und Newschool ab 22 Uhr.
SONNTAG, 19. MAI
Der Amerikaner Tristan Shone alias Author & Punisher arbeitet als Maschinenbauer und Sounddesigner – naheliegend, dass er in seiner Musik beide Welten vereint: Er baut die Instrumente, Controller und Klangkörper für seine Live-Sets selbst. So trifft Sculpture Art auf Drone Metal, Dub und Industrial Doom. Mit von der Partie im Zentralcafé des K4 (Königstraße 93) ist der Nürnberger Florian von Ameln mit eigenwillig-experimenteller Ambient-Musik; Beginn 20.30 Uhr.
Der Wiener Beatbastler Simp stattet seiner Heimatstadt Nürnberg einen Besuch ab: In der Desi, Brückenstraße 23, schraubt er Beatgerüste und Soundcollagen zusammen, auf denen die Sängerin Soia vokale Turnübungen aufführt; Beginn 22 Uhr.
Bei Voodoomatic in der Nürnberger Rakete, Vogelweiherstraße 64, dürft ihr selbstgebastelte Puppen mit Stecknadeln durchbohren – nein, nur Spaß, es geht natürlich nur ums Tanzen. Das natürlich zu voodoo-mäßiger Musik und von fachkundigen Künstlern gruselig geschminkt. Los geht der Budenzauber um 23 Uhr.
MONTAG, 20. MAI
Mäuse sind leise, Geistermäuse noch leiser: „Wir sind nett und ein bißchen schüchtern“, sagen die Folk-Punker Ghost Mice über sich selbst. Ganz so piepsig wird ihr akustischer Sound aber ganz bestimmt nicht, schließlich geht es dem Trio um nichts weniger als um die Schaffung einer besseren Welt. In der Nürnberger Desi, Brückenstraße 23, teilen sie sich den Abend mit dem Garagenpop-Punk-Duo Love Sandwich Orchestra; Beginn 21 Uhr.
Das Indie-Folk-Rock-Duo Two Gallants gastiert im Festsaal des Nürnberger K4. Die beiden Kavaliere arbeiten sich mit ihrem düsteren, epischen Sound seit einigen Jahren beharrlich nach oben; Beginn 20.30 Uhr.
Die Norwegerin Rebekka Karijord hat zunächst Musik für Filme und Theater geschrieben, bevor sie 2010 ihr erstes Soloalbum veröffentlichte. Ihre oft oppulent arrangierten Songs klingen typisch skandinavisch: episch, elegisch, sehnsüchtig. Die Sängerin ist ab 20 Uhr im Nürnberg Hirsch, Vogelweiherstraße 66, zu Gast.
DIENSTAG, 21. MAI
Ein Poet, eine Rap-Drag-Queen, ein moderner Rapper, ein unglaublicher Live Entertainer: Mykki Blanko sprengt im Zentralcafé des Künstlerhauses (Königstraße 93), sämtliche Rollenklischees; Beginn 20.30 Uhr.
MITTWOCH, 22. MAI
Freunde von Regina Spector, Feist oder Joanna Newsom aufgemerkt: Die Kanadierin Caroline Keating singt ihren zauberhaften Piano-Pop im Nürnberger MuZ-Club, Fürther Straße 63. Mit dabei ist das israelische Rock-Duo Shoshana; Beginn 20.30 Uhr.
Im Erlanger E-Werk (Fuchsenwiese 1) setzt man unterdessen ganz aufs Bauchgefühl: Die A-Capella-Formation Bauchklang macht tatsächlich astreinen Live-Techno – nur mit den Stimmen! Klingt unglaublich und ist es auch, bis man es live erlebt hat; Beginn 21 Uhr.
DONNERSTAG, 23. MAI
Im Nürnberger MuZ-Club, Fürther Straße 63, präsentieren sich drei traditionsbewusste regionale Bands: Black Isle sind beeinflusst von den 60s, 70s und aktuellen Alternative-Rockbands, Jack Hoby verbindet mit seiner Band Hard Rock, Blues Rock, Southern Rock sowie Blues, Country und Motown, und The Black Elephant Band schreibt sich „Acoustic-Bluespunkfolkrocksingersongwriter“ auf den Rüssel; Beginn 20 Uhr.
The Turbo AC’s machen den richtigen Sound für Menschen, die ihre Bierflaschen mit den Zähnen öffnen: Punkrock, Rock’n’Roll — aufgehübscht mit einer ordentlichen Surfkante und keine Gefangenen. Die Potsdamer Punkrocker Cherry Bomb und die Kölner Funkabillys The Sewer Rats werden Nürnberger Zentralcafé, Königstraße 93, zuvor ordentlich aufwärmen; Beginn 21 Uhr.
STEFAN GNAD/ PETER GRUNER