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Gesucht: belastbar, teamfähig, gutes Englisch

Eine angehende Studentin berichtet von ihrem Job als Animateurin in einem Ferienhotel — Ein Tag frei pro Woche - 01.02.2013 14:00 Uhr

Nürnberg  - Möchtet ihr auch mal „ein Jahr Auszeit vom Lernen und dem Klausuren-Stress nehmen, um im Ausland berufliche Erfahrungen zu sammeln“ – so wie Tanja Sierts (18)? Sie hat im vorigen Sommer Abitur gemacht, möchte mal Kommunikationswissenschaften studieren – und hat als Animateurin gearbeitet. Hier gibt sie euch Tipps, wie man zu so einem Job kommt und worauf ihr dabei achten solltet.

Tanja in Aktion 1: Bei einer Tanzshow wird sie von Eingeborenen im Dschungel im Topf auf offenem Feuer  geröstet.
Tanja in Aktion 1: Bei einer Tanzshow wird sie von Eingeborenen im Dschungel im Topf auf offenem Feuer geröstet.
Foto: privat
Tanja in Aktion 1: Bei einer Tanzshow wird sie von Eingeborenen im Dschungel im Topf auf offenem Feuer  geröstet.
Tanja in Aktion 1: Bei einer Tanzshow wird sie von Eingeborenen im Dschungel im Topf auf offenem Feuer geröstet.
Foto: privat

Motivation:

Bei eigenen Urlauben im Ausland habe ich immer gerne Animationsangebote in den Hotels wahrgenommen. Und mir öfters dabei gedacht: Animateurin zu sein, das würde mir auch großen Spaß machen. Denn dieser Job verspricht alles, was ich mir von einem beruflichen Auslandsaufenthalt erhoffe: Jeden Tag mit Menschen aus aller Welt zusammenarbeiten und dabei abwechslungsreiche Aufgaben erfüllen.

Information:

Wenn euch so ein Job interessiert, solltet ihr zum Beispiel eine Info-Veranstaltung besuchen. Bei mir war es ein Vortrag der Tui Service AG im Berufsinformationszentrum in Nürnberg, bei dem die Arbeit des Animateurs vorgestellt wurde. Oder ihr informiert euch auf den Internetseiten verschiedener Reiseanbieter.

Bewerbung:

Auf jeden Fall solltet ihr euch jetzt schon bewerben, wenn ihr im Sommer als Animateur arbeiten wollt. In meinem Fall war der erste Schritt ganz leicht. Auf einem Onlineformular hatte ich einen persönlichen Fragebogen auszufüllen und zusätzlich einen Lebenslauf zu schreiben. Bald darauf erhielt ich eine Einladung zu einem sogenannten Jobday, also einem Bewerbungsgespräch.

Casting:


Tanja (3. von links) in der knappen Freizeit: Zusammen mit den anderen Animateuren des Hotels machte sie gelegentlich auch Ausflüge.
Tanja (3. von links) in der knappen Freizeit: Zusammen mit den anderen Animateuren des Hotels machte sie gelegentlich auch Ausflüge.
Tanja (3. von links) in der knappen Freizeit: Zusammen mit den anderen Animateuren des Hotels machte sie gelegentlich auch Ausflüge.
Tanja (3. von links) in der knappen Freizeit: Zusammen mit den anderen Animateuren des Hotels machte sie gelegentlich auch Ausflüge.

Klar war ich mega nervös. Aber meine Aufregung verflog schon nach den ersten Minuten, da die Atmosphäre sehr entspannt war. Alle zwölf eingeladenen Bewerber waren zusammen in einem Raum. Zuerst wurden uns das Unternehmen und die Arbeit des Animateurs noch einmal im Detail vorgestellt.

Dann bekamen wir – in Gruppen zu jeweils drei bis vier Leuten eingeteilt – Aufgaben. Zum Beispiel: Organisiert ein Tagesprogramm für die Kinder zwischen drei und sechs Jahren in einem Familienhotel am Meer und stellt das Programm auf Englisch vor. Denn Englisch ist eine Voraussetzung für die Animation. Zwei sogenannte Recruiter bewerteten dann sowohl die Ideen als auch die Vorträge.


Zuletzt sollte sich jeder Bewerber in einer kleinen Einzelpräsentation beweisen, die man sich zuvor daheim überlegen sollte. Was, das blieb jedem selbst überlassen. Denn jeder sollte zeigen, wie kreativ er ist, und wie er das Unternehmen am besten von sich überzeugt. An meinem Jobday war das Programm der Präsentationen ganz bunt gemischt. Ich selbst hatte mich für eine Tanzchoreographie entschieden, bei der alle mitmachen konnten. Am Ende des Tages teilten uns die Recruiter in Einzelgesprächen mit, ob man einen Arbeitsvertrag angeboten bekommt oder nicht. Ich bekam einen.

Möglichkeiten:

Für Leute, die keine absoluten Sportskanonen sind, empfiehlt sich zum Einstieg die Animation von Kindern zwischen drei und zwölf. Da gehören Motto-Tage wie Fußball- oder Indianertag zum Programm. Beim Fußball-Tag etwa gibt es morgens ein Quiz, mittags werden die Regeln erklärt, und nachmittags findet ein Turnier statt. Beim Indianer-Tag schleicht man mit Kriegsbemalung durch die Hotelanlage, um die Eltern der Kids mit lautem Geheul aus den Liegestühlen zu rütteln.

Eine andere Möglichkeit ist es, Sport-Animateur zu werden. Dafür sollte man die Grundregeln einiger Sportarten wie Beachvolleyball, Boccia oder Dart beherrschen. Als Fitness–Animateur sollte man mindestens die Fitness-B-Lizenz vorweisen. In speziellen Hotels kann man auch Töpferkurse geben oder abends als DJ für Stimmung sorgen.

Grundsätzlich sollte man sich für mindestens drei Monate Einsatzzeit bewerben. Der Job bietet sich also prima für die Zeit zwischen zwei Semestern an.

Vorbereitung:

Nachdem ich meinen Vertrag unterschrieben hatte, gab es zwei Monate vor meinem Einsatz eine Seminarwoche im Sauerland. Dort lernte ich zusammen mit 50 anderen künftigen Animateuren die Grundlagen der (Kinder-)Animation. Auf dem Programm standen Themen wie Schminken, Tanzstunden oder Wasserspiele. Danach konnte ich den Beginn meiner Arbeitszeit kaum noch erwarten und war sehr gespannt, wo es für mich hingeht. Das entschied sich erst kurz vor Einsatzbeginn. Ich wusste nur, dass fast der gesamte Mittelmeerraum sowie Deutschland und Österreich infrage kamen.


Tanja in Aktion 2: Als Piratin ging sie wöchentlich auf Schatzsuche.
Tanja in Aktion 2: Als Piratin ging sie wöchentlich auf Schatzsuche.
Tanja in Aktion 2: Als Piratin ging sie wöchentlich auf Schatzsuche.
Tanja in Aktion 2: Als Piratin ging sie wöchentlich auf Schatzsuche.

Einsatz:

Nach endlosem Warten bekam ich einen Brief, in dem ich endlich erfuhr, dass ich auf der griechischen Insel Kos eingesetzt werde. Ich arbeitete dort in einem internationalen Hotel. Englisch war die Sprache für die Verständigung mit den Kollegen, anderen Hotelmitarbeitern und Gästen. Teamwork wurde groß geschrieben, wer das nicht beherrscht, hat es in diesem Job schwer. Meine Aufgaben waren vor allem die Kinderbetreuung und die Bespaßung der Erwachsenen beim Abendprogramm — Tanzshows und Quizmoderation inklusive.

Obwohl eine Sechs-Tage-Woche mit langen Arbeitszeiten am Anfang wahnsinnig hart ist, vergingen die Tage wie im Flug. Wenn ich nicht mit Kindern rumalberte oder bei den vielen Proben für das Abendprogramm auf der Bühne stand, verbrachte ich tolle Momente mit meinen Kollegen. An meinen freien Tagen konnte ich Kos und seine Nachbarinseln ein bisschen kennenlernen.

Fazit:

Ich habe gemerkt, wie viel positive Rückmeldung einem vor allem die Kinder geben. Und auch, wie gut es tut, einfach mal aus sich rauszukommen.  Kaum war ich wieder zu Hause, unterschrieb ich schon den Vertrag für kommenden Sommer. Jetzt freue ich mich auf sechs Monate Kreta, die hoffentlich genauso schön werden, wie die Zeit, die ich auf Kos verbracht habe.

  



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