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So richtig glauben möchte ich es ja nicht, dass meine „Ich stopfe einfach alles wahllos in den Koffer, es wird schon hineinpassen“-Methode nicht funktioniert. Also gebe ich ihr noch eine allerletzte Chance: Ich werfe Schuhe, T-Shirts, Socken – einfach alles – in den Koffer und hoffe...
Doch das wahllose Hineinwerfen endet damit, dass mein Koffer überquillt. Um das Verschließen muss ich mir keine Gedanken machen – es funktioniert nicht! Es bleibt also nur die Frage: Was lasse ich zu Hause? Da ich aber weder auf meine zwei Urlaubsromane noch auf meine knallgelben Sneaker verzichten möchte, recherchiere ich nach anderen Packmethoden. Im Internet lasse ich mich von verschiedenen „So packen Sie Ihren Koffer richtig“-Videos inspirieren. Leider sind die meisten auf Geschäftsreisende ausgerichtet. Ich weiß jetzt zwar, dass ich meine Krawatten am besten rollen und zwischen meine Anzughosen Seidenpapier legen sollte. Blöd nur, dass ich weder das eine noch das andere für meinen Strandurlaub brauche.
Ein paar Tipps sind dann aber doch ganz nützlich. So erfahre ich, dass schwere Sachen wie Schuhe oder der Kulturbeutel nach unten in den Koffer gehören – also dorthin, wo sich die Rollen befinden. Außerdem weist mich die Dame im Video noch darauf hin, nach dem Packen noch mal in die Seiten des Koffers zu greifen und die Lücken mit kleinen Sachen wie Socken zu füllen.
Apropos Socken: Von meiner Mama bekomme ich den Tipp, Socken in die Schuhe zu stopfen, um Platz zu sparen. Gesagt, getan! Jetzt befinden sich also in meinem Koffer schon die schweren Sachen unten, und die Schuhe sind befüllt. Doch was mache ich nur mit meinen T-Shirts? Auch hier gibt mir das Internet reichlich Tipps: Wenn ihr die Shirts zuerst faltet und dann rollt, könnt ihr damit auch noch geschickt die freien Zwischenräume füllen.
Ratschläge aus erster Hand erfahre ich dann von Sean Davoren, dem Chef-Butler des Fünf-Sterne-Hotels „The Lanesborough“ in London. Er hat der Online-Ausgabe der Times Tipps für einen perfekt gepackten Koffer gegeben. Eine seiner ersten Anweisungen lässt mich dann aber erst einmal schlucken.
Davoren rät, den Urlaub als eine Reihe von aufeinanderfolgenden Terminen zu sehen. Ich soll mir überlegen, was ich beim Mittagessen, am Strand und beim Shoppen anziehe – und genau das dann einpacken. Alle anderen Klamotten, wie das fünfte T-Shirt zum Wechseln, bleiben zu Hause. Schweren Herzens verabschiede ich mich von meinem neuen Maxi-Kleid, den dunkelblauen Jeggins und der Lederjacke und packe weiter.
Als nächstes rolle ich meine Gürtel nach Anweisung des Chef-Butlers zusammen, verstaue sämtliche Kabel und Aufladegeräte in den Ecken meines Koffers und verpacke empfindliches Gepäck wie die Sonnenmilch in einer Plastiktüte. Sicher ist sicher.
So langsam sieht mein Koffer reisebereit aus, und es ist überraschenderweise sogar noch Platz! Als letztes verstaue ich leichtere Dinge wie einen Cardigan ganz oben im Koffer. Jetzt kommt der entscheidende Teil: Ich schließe meinen Koffer – und...er geht zu, ohne dass sich meine ganze Familie drauflegen musste!
Am Ende meiner Recherche finde ich noch eine weitere Methode, die ich vielleicht vor dem Rückflug anwenden werde: Dabei wird ein weicher „Kern“, zum Beispiel ein Beutel mit Wäsche oder Socken, als Mittelstück verwendet. Die restlichen Kleider werden dann einfach um den Beutel herumgewickelt. Klingt simpel und ist für den Heimflug garantiert die richtige Strategie für meine Schmutzwäsche.
Mein Fazit kurz vor der Reise: Ein bisschen strategisches Packen nützt durchaus und ist auch platzsparend. Gute Reise – und tschüss!
Mo. 22.04.13
Mo. 08.04.13
Do. 14.03.13
Fr. 01.03.13