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Kampfansage gegen den Wackelpudding

Unsere Autorin Lea betrachtet auf amüsante Art, wie sie sich im Fitness-Studio quält, nur weil Frühling ist - 14.04.2012 10:30 Uhr

Puh, ist das anstrengend! Lea kämpft im Fitness-Studio gegen den Wackelpudding in ihren Muskeln.

Puh, ist das anstrengend! Lea kämpft im Fitness-Studio gegen den Wackelpudding in ihren Muskeln. © Harald Sippel


Und das bevorzugt im sommerlichen Outfit. Problem: Im kurzen T-Shirt sticht die Weihnachtswampe doch sehr ins Auge. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten: Entweder man geht in die Stadt und kauft sich seine Shirts eine Nummer größer oder man stürzt in die nächste Einrichtung, die sich um die Fitness kümmert.

Das erschien mir bis jetzt immer recht lachhaft. Ich meine: Wer fängt denn schon panisch im Frühling an, Sport zu treiben? Ich? Niemals! Dachte ich. Doch als ich den Frühling kommen sah, kam mir die Idee, das Ganze doch mal von einer anderen Seite zu betrachten.

Ich wollte zwar nicht unbedingt Gewicht verlieren. Aber der Gedanke, mal wieder eine Treppe hochzugehen, ohne am Ende ein Sauerstoffzelt zu benötigen, gefiel mir. Nachdem ich einige Wochen gewartet hatte, ob sich dieses Konditionsproblem nicht auf magische Art und Weise von selbst behebt, war mir klar: Sport muss her! So ungern ich ihn auch treibe.

Nach zehn Minuten joggen wusste ich dann auch wieder, dass mir das Laufen definitiv nicht liegt. Ich kann einfach nicht ohne Ziel eine Stunde im Kreis rennen – ganz zu schweigen davon, dass ich vermutlich nicht mal eine Viertelstunde geschafft hätte...

Von einer Freundin bekam ich dann den alles entscheidenden Tipp: das Frauen-Fitness-Studio. Klingt zuerst vollkommen lächerlich, aber nachdem ich ein grausiges Probetraining in einer „normalen“ Muckibude absolviert hatte und mir dabei vorkam wie ein absoluter Idiot, war ich bereit, der Alternative eine Chance zu geben.

Das Ambiente war hier jedenfalls um einiges besser: Statt einer Art Lagerhalle, in der ich mir mit gefühlten 100 Rudermaschinen nebeneinander vorkam wie der Hamster im Rad, war alles kleiner, persönlicher und (vermutlich geschlechtsbedingt) in Pink und Grün gehalten.

Das Ganze wirkte auf mich schon eher wie ein Ort, an dem ich mich trotz körperlicher Anstrengung gern aufhalten würde. Die Leute waren auch supernett, wobei ich das Dauergrinsen am Anfang recht irritierend fand. Das hing bei mir persönlich damit zusammen, dass ich sportliche Betätigung nicht mit Spaß verbinden kann.

Sind die Beine abgefallen?

Der Sport dort war allerdings immer noch auf einem für mich tödlichen Niveau. Nach dem ersten Training kroch ich mehr nach Hause, als ich lief. Dabei hatte ich lediglich eine halbe Stunde Zirkeltraining absolviert. Während ich bei den Geräte-Übungen einfach nur das Gefühl hatte, jeder Muskel in meinem Körper hätte sich in Wackelpudding verwandelt, kam ich mir im Aerobic vor wie ein absoluter Bewegungs-Spastiker. Ich war froh, mir nicht diverse Körperteile auf dem Step gebrochen zu haben.

Dann kam der nächsten Morgen: Als ich aufstehen wollte, konnte ich plötzlich meine Beine nicht bewegen. Zehn panische Sekunden lang glaubte ich, sie seien mir im Schlaf abgefallen, bis ich erkannte: Muskelkater. Und das zum ersten Mal in ungefähr 19 von 19 Jahren meines Lebens. Und so schmerzhaft das auch war, ich fühlte mich komischerweise äußerst zufrieden und schaffte es nach einer Weile sogar, zur Dusche zu humpeln.

Das Konzept jedenfalls zieht bei mir immer noch: Im Studio wird die Quälerei zwar keineswegs weniger, der Muskelkater am nächsten Tag jedoch immer moderater. Und heute kam ich immerhin schon bis in den zweiten Stock, ohne keuchend und dem Herzstillstand nahe am Geländer zu hängen.

  

LEA WURZENBERGER

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