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Lieber knutschen als Fußball schauen?

Die Flirt-Chancen sollen beim Public Viewing wichtiger sein als das Spiel — Ein Test - 21.06.2012 10:00 Uhr

Komm’ schon, lass’ dich küssen! Martina drückt Willi einen dicken Schmatzer auf die Wange.

Komm’ schon, lass’ dich küssen! Martina drückt Willi einen dicken Schmatzer auf die Wange. © Tontsch


Die Flirtchancen beim gemeinsamen Fußballschauen sind der Umfrage einer Singlebörse nach angeblich für 92 Prozent der Frauen und 87 Prozent der Männer wichtiger als das Fußballspiel selbst. Kommen die ganzen Schönheiten im Deutschland-Trikot aber nur deshalb zum Public Viewing, weil dort viele süße Jungs sind?

Die Sportart ist zwar weiterhin eine testosteron-dominierte, doch nur deshalb zur Wöhrder Wiese gehen? Nein, nicht wirklich, liebe Befrager! Denn wie, frage ich euch, soll man bitte einen Typen anflirten, der mindestens 90 Minuten lang nicht ansprechbar auf die Leinwand glotzt und sich allenfalls abwendet, um sich seinem Bier zuzuwenden?

Dabei diskutieren die meisten so eifrig mit ihren Kumpels über die Tatsache, dass sie das Team besser aufgestellt hätten als der Bundestrainer, dass an eine zivilisierte Konversation gar nicht zu denken ist.

Oder geht es nur darum, eine Nummer abzugreifen? Das könnte im schwarz-rot-goldenen Meer durchaus gelingen, vorausgesetzt, man traut sich. Jungs nämlich denken beim Fußball an alles andere, als Mädels anzusprechen. Da ist man als Suchende in einer x-beliebigen Discothek besser dran. Dort geht es für Typen schließlich auch nur ums Flirten.

Fachkundige Kommentare

Dass das manche Geschlechts-Genossinnen anders sehen, könnte man von ihren überaus kurzen Höschen oder den High-Heels ableiten, mit denen sie über die Wöhrder Wiese stolzieren. Für die weiblichen Fans in Trikot, Fanbemalung und Turnschuhen sind die jedoch meist keine Konkurrenz – überzeugt man die gebannt auf die Leinwand glotzenden Jungs doch am meisten mit einem klugen, fachkundigen Kommentar.

Dann hören sie einem zumindest einmal zu! Schließlich dürfen sich Mädels heute genauso für Fußball interessieren wie ihre männlichen Zeitgenossen. Und längst weiß die Freundin mehr als nur eine auswendig gelernte Abseits-Regel.

Das Flirt-Potenzial ist auf der Wöhrder Wiese während der EM eher gering: Alle schauen nur gebannt auf die Leinwand.

Das Flirt-Potenzial ist auf der Wöhrder Wiese während der EM eher gering: Alle schauen nur gebannt auf die Leinwand.


Die fantastische Atmosphäre auf der Fanmeile zieht dabei nicht nur reine EM-Gucker an, auch waschechte Dauerkartenbesitzerinnen von Bundesliga-Vereinen lassen sich diese riesige Party nicht entgehen. Auf die Flirt-Frage erntet man bei ihnen nur verwundertes Kopfschütteln.

Für diejenigen, die es auf Jungs abgesehen haben, könnte das Motto allerdings „nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ lauten. Bei Polonaise, Humba-Reigen und Autokorso zwischen Hauptbahnhof und Plärrer gelingt es schon eher, „zufällig“ in den Armen eines Schnuckelchens zu landen.

Aber aufgepasst: Viele Jungs sind bereits den ganzen Abend mit ihren Kumpels unterwegs und nicht gerade in der Verfassung, sehr romantische Stunden zu verbringen. Also lieber keine hohen Erwartungen in das Public Viewing als Singlebörse setzen. Gucken – wegen der schnuckeligen Nationalspieler im TV oder der Süßen eine Reihe hinter euch – ist freilich erlaubt!

  

KATHARINA TONTSCH

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