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Schach mit dem Körper

Ein 16-jähriger Schwabacher ficht sich an die Spitze - 12.12.2012 10:00 Uhr

Fürth  - Mit dem Florett erkämpft sich der Schwabacher Jonas Heindl (16) die Spitze der bayerischen Bestenlisten im Fechten. Für seine Leidenschaft stellt er selbst die Schule hinten an.

Die Siege kommen für den 16-Jährigen nicht von ungefähr: Sechsmal wöchentlich trainiert er (im Bild links) unter anderem im Landesleistungsstützpunkt in Fürth. Über das Kabel am Rücken der Fechter werden die Treffer gezählt.
Die Siege kommen für den 16-Jährigen nicht von ungefähr: Sechsmal wöchentlich trainiert er (im Bild links) unter anderem im Landesleistungsstützpunkt in Fürth. Über das Kabel am Rücken der Fechter werden die Treffer gezählt.
Foto: Stefan Hippel
Die Siege kommen für den 16-Jährigen nicht von ungefähr: Sechsmal wöchentlich trainiert er (im Bild links) unter anderem im Landesleistungsstützpunkt in Fürth. Über das Kabel am Rücken der Fechter werden die Treffer gezählt.
Die Siege kommen für den 16-Jährigen nicht von ungefähr: Sechsmal wöchentlich trainiert er (im Bild links) unter anderem im Landesleistungsstützpunkt in Fürth. Über das Kabel am Rücken der Fechter werden die Treffer gezählt.
Foto: Stefan Hippel

Allez! Mit dem Florett in der Hand tänzelt Jonas in seinem Fechtanzug und mit einer vergitterten Maske vor dem Gesicht über den Boden der Sporthalle. Zwei Schritte vor, zwei zurück, Ausfallschritt – und Treffer!

Getroffen hat der 16-Jährige beim Fechten schon oft – so oft sogar, dass er zu den besten jugendlichen Florettfechtern in Deutschland zählt. Bis an die Spitze der bayerischen Jugend-Bestenlisten hat es Jonas geschafft. Deutschlandweit belegt er den 4. Platz und ist 18. von 560 Athleten auf der europäischen Rangliste der EFC (European Fencin Confederation).

Acht Jahre schlägt sein Herz schon für den Sport mit dem Florett. Im Gegensatz zu anderen Fechtarten, wie dem Degen- oder Säbelfechten, zielen die Athleten hier nur auf den Oberkörper – von den Schultern bis zur Taille. Eine Weste, die diesen Bereich bedeckt, regierstriert jeden Treffer.

Seit drei Jahren trainiert er im Landesleistungsstützpunkt in Fürth-Atzenhof. „Irgendwann bin ich so gut geworden, dass ich von meinem alten Verein in Schwabach hierher wechseln musste“, erzählt Jonas.

Viermal pro Woche feilt er in der Gruppe und im Einzeltraining an seiner Technik. Zusätzlich erhält der Realschüler zweimal wöchentlich Athletik-Training, bei dem es um Kraft und Kondition geht.


Jonas hat bei so viel Erfolg im Florettfechten natürlich gut lachen.
Jonas hat bei so viel Erfolg im Florettfechten natürlich gut lachen.
Foto: Stefan Hippel
Jonas hat bei so viel Erfolg im Florettfechten natürlich gut lachen.
Jonas hat bei so viel Erfolg im Florettfechten natürlich gut lachen.
Foto: Stefan Hippel

„Er ist einer unserer Fleißigsten“, sagt sein Trainer, Diplom Fechtmeister András Szabó. „Jonas hat aber auch großes Talent und verfügt über ein ausgezeichnetes Gefühl dafür, wann der richtige Moment für eine Aktion gekommen ist. So etwas kann man niemandem beibringen,“ erklärt Szabó stolz.

Seinen größten Triumph feierte Jonas im vergangenen März beim internationalen König-Pokal in Halle. Daran nahmen 73 Fechter der Jugendklasse aus aller Welt teil. „Es war das erste große Turnier, das ich gewonnen habe – für mich etwas ganz Besonderes“, schwärmt Jonas.


An der Sportart reizt ihn, dass nicht nur der Körper zum Einsatz kommt. „Es ist wie Schachspielen – 80 Prozent des Duells laufen im Kopf ab, der Körper führt dann nur noch aus“, erklärt Jonas. Wie beim Spiel der Könige versucht, er die Züge des Gegners vorauszusehen und manche Schritte zuzulassen, um den Kontrahenten dann matt zu setzen.

Immer aufmerksam sein, ist das A und O. Jonas hat seine Strategie gefunden, um die größte Konzentration für ein Gefecht zu finden. „Vor dem Kampf distanziere ich mich von meiner Gruppe, um mich zu sammeln“, erklärt der 16-Jährige.

Trotz der vielen Erfolge hat sich Jonas nie konkrete Ziele beim Fechten gesteckt, „aber eine Nominierung für die Europa- oder Weltmeisterschaften – das wäre schon toll“.

Obwohl im kommenden Jahr der Abschluss für den Realschüler ansteht, hat er nicht vor, das Training ruhen zu lassen. „Das Fechten hat für mich Vorrang“, bekennt sich Jonas zu seiner Leidenschaft. Nach der mittleren Reife möchte er auf der Fachoberschule das Abitur machen, um anschließend zu studieren. Auch dabei hat er sportliche Hintergedanken: „Ich möchte noch etwas Zeit für das Fechten gewinnen, bevor es in die Arbeitswelt geht und ich mich ganz darauf konzentrieren muss.“


Kennt ihr auch jemanden, der mit seinem Hobby oder einer besonderen Fähigkeit alle aussticht? Dann mailt uns euren Talent-Tipp an die Adresse unten!

  

SARAH DE SANCTIS


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