|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
„Ich habe meinen Schülern eigentlich keine Vorgaben gemacht“, sagt Mathelehrer Peter Schott, „außer, dass die Spiele nicht rassistisch sein dürfen. War ja klar, dass da gleich zwei Spiele rauskommen, die im kriminellen Milieu spielen.“ Peter Schott schmunzelt. Sichtlich angetan ist er von den Ergebnissen, die seine Schützlinge abgeliefert haben.
„Entwicklung eines Brettspiels“ lautete die Aufgabe für die angehenden Abiturienten. Gnadenlos überbucht war das Seminar zu Schuljahresbeginn: Für 15 Plätze meldeten sich gleich 50 Schüler an. Also musste das Los entscheiden.
„Viele haben das Seminar am Anfang sicher unterschätzt und gedacht, da wird halt ein bisschen gespielt“, meint der Lehrer. Pustekuchen! Fabian, Maxim, Louis, Bastian und ihre Mitschüler merkten ziemlich schnell, dass für die Aufgabe neben Einfallsreichtum und Teamwork vor allem viel Zeit gefragt ist.
Zuerst hat die Gruppe verschiedene Spiele gespielt und analysiert. „Viele hatten kaum Spielerfahrung, kannten kaum ein modernes Brettspiel, gerademal Monopoly oder so was“, hat Lehrer Peter Schott festgestellt. Eine echte Überraschung für den Spielefreak, der selbst an die 800 Spiele zu Hause hat und auch schon selbst eines mitentwickelt hat. „Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass Spielentwickler Mathematiker sind“, erklärt Schott die Verknüpfung des Seminars zum Fach Mathematik. „Schließlich steckt hinter jedem Spielmechanismus eine logische Handlungsabfolge.“
Beim Thema ihres Spiels hatten die Schüler freie Hand. Einzige Bedingung des Lehrers: Herauskommen soll ein marktfähiges Brettspiel, kein klassisches Lernspiel – und ein Zufallsmechanismus muss drin sein. „Damit am Ende nicht Schach rauskommt.“
Bei der Gruppe von Louis und Bastian stand die Spielidee schon nach wenigen Wochen: „Mafia“ haben sie ihr Strategiespiel genannt, in dem sich fünf Mafia-Familien um die Macht in einer Stadt streiten. Zimperlich geht es erwartungsgemäß nicht zu: Die Spieler kaufen Charaktere wie Schläger, Schmuggler und Zuhälter, die in die eigenen Häuser einziehen und Geld verdienen.
Pfiff kommt durch Mafia- und Polizei-Karten ins Spiel: Mit der Schmiergeld-Karte kann man eine unbequeme Polizeistreife verschieben, mit dem Nimm-drei-zahl-zwei-Bonus drei Prostituierte ins Bordell schicken oder mit der Polizeikarte einen Killer ins Gefängnis stecken. Nach sieben Spielrunden – also nach etwa zwei Stunden – ist Schluss. Dann wird abgerechnet: Wer hat die meisten Schläger? Wer besitzt die meisten Gebäude in einem Viertel? Blöd für den, der Killer im Gefängnis sitzen hat: Die geben Minuspunkte.
Auch bei der „Fiesta Mexicana“ von Fabian, Maxim und weiteren Mitschülern haben Gangster das Sagen. „Man ist Bewohner einer mexikanischen Stadt und will sich nach Las Vegas absetzen“, erklärt Fabian (18). Dazu muss der Spieler allerdings erstmal 2500 Pesos zusammenkriegen – und das macht er, indem er Drogen anbaut und verkauft. Uuuuups!
Mit Zusatzfeatures wie Alarmanlagen, Mauern, Baseballschlägern oder der Superdünger-Karte kann der Spieler sein Drogenimperium gegen Angriffe der anderen Spieler verteidigen und seine Produktion vorantreiben.
Richtig professionell sieht das Spielbrett aus: Mitschüler Max hat das Design am Computer ausgetüftelt und die Geldscheine und Spielplättchen aus Pappe in Kleinstarbeit per Hand ausgeschnitten. Aber nicht nur für die Gestaltung ihrer Spiele haben die Schüler viel Zeit aufgewendet. Vor allem die Entwicklung spielbarer Regeln hat gedauert. „Manche haben sich zig Regeln ausgedacht, ohne sie zu testen“, erinnert sich Lehrer Peter Schott. „Damit hätten die Spiele fünf Stunden gedauert, ohne richtig zu funktionieren.“
Den Schülern hat das Seminar trotz des hohen Zeitaufwands viel Spaß gemacht. „Es war eine tolle Abwechslung zu dem, was man sonst so in der Schule macht“, findet Fabian. „Und man kam mit Mitschülern zusammen, mit denen man sich sonst freitagnachmittags bestimmt nicht zum Brettspiel spielen verabredet hätte.“
Am Mittwoch, 6. Februar, könnt ihr die Spiele selbst testen: Die Schüler des P-Seminars laden von 19 bis 22 Uhr zum Spieleabend für jedermann in die Mensa der Peter-Vischer-Schule, Bielingplatz 2 in Nürnberg.
Mo. 13.05.13
Mo. 06.05.13
Mo. 22.04.13
Mo. 15.04.13