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Wild Nothing - Nocturne

Ein Album, das sich ganz dem Gitarrenpop der 80er verschrieben hat - 31.08.2012 12:29 Uhr

Mal ehrlich, wer braucht im Jahr 2012 eigentlich noch ein Album wie "Nocturne"? Ein Album, das sich einzig und allein auf das Durchdeklinieren von verträumtem Gitarrenpop konzentriert, der in fast allen Momenten den Geist der 1980er atmet. Die Antwort: Wir! Alle!

Wenn jemand seine Songtexte so schön 80er-mäßig haucht wie "Wild Nothing"-Kopf Jack Tatum - wie könnte man ihm dann nicht zuhören wollen?!
Wenn jemand seine Songtexte so schön 80er-mäßig haucht wie "Wild Nothing"-Kopf Jack Tatum - wie könnte man ihm dann nicht zuhören wollen?!
Foto: PR
Wenn jemand seine Songtexte so schön 80er-mäßig haucht wie "Wild Nothing"-Kopf Jack Tatum - wie könnte man ihm dann nicht zuhören wollen?!
Wenn jemand seine Songtexte so schön 80er-mäßig haucht wie "Wild Nothing"-Kopf Jack Tatum - wie könnte man ihm dann nicht zuhören wollen?!
Foto: PR

Vor allem, wenn dieser Sound der 80er so schön konserviert wird wie auf "Nocturne". Ein düsterer Titel, der ganz wunderbar zu den meisten der hier vorliegenden elf Titeln passt. Sie locken uns mit ihren herrlich windschiefen, auf Sehnsucht getrimmten Gitarren und dem unspektakulären Schlagzeugspiel, während "Wild Nothing"-Kopf Jack Tatum uns seine Texte entgegenhaucht.

Ja, Tatum singt nicht, Tatum haucht, weil singen in den arrogant-coolen 80ern schon zu viel Emotion gewesen wäre. Macht aber nichts, denn wie alle Elemente auf "Nocturne" ordnet sich eben auch der Gesang - Pardon: das Hauchen - dem Sound unter.

Der erinnert immer mal wieder, klar, an The Smiths, die Tatum auch bereitwillig als Vorbild angibt. Daneben dürfte der 23-Jährige, dessen Musikkarriere erst vor wenigen Jahren in der amerikanischen Studentenstadt Blacksburg begann, aber auch die Speerspitze des britischen Synthie-Pops und diverser Shoegaze-Ikonen im Plattenschrank stehen haben.

Zwar werden Fans des Debütalbums "Gemini" sicherlich ein wenig die sommerlichen Schrammelpop-Hymnen vermissen. Doch wer "Nocturne" ein wenig Zeit gibt, wird feststellen, dass die Lockerheit zugunsten einer größeren Tiefenschärfe eingetauscht wurde.

All das kann einem jetzt entweder ein müdes Gähnen entlocken, oder man lässt sich eben fallen in dieses kuschlige Bett, in dem neben Beach House und den leider viel zu früh aufgelösten The Organ noch ein wenig Platz ist. Wer das im Jshr 2012 noch hören will? Wir! Alle! Oder zumindest ein paar von uns.

Bewertung: 7 von 10 Schallplatten
  

Sebastian Gloser


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