Zweifellos eine ungewöhnliche Location für eine Salsa Party: Polierte Marmorböden und riesige Kronleuchter erinnern eher an eleganten Wiener Walzer und Ballsaal-Stimmung. Ebenso die Kleidung der Gäste – Krawatte und schwarze Abendkleider tummelten sich zuhauf auf dem Parkett. Dennoch war es nicht die erste Salsa Nacht im Grand Hotel. Im Januar fand sie schon einmal statt.
Wolfgang Selinger, Wirtschaftsdirektor des Grand Hotels, setzt auf junges Publikum und will dieses auch verstärkt mit dieser Art von Events ansprechen. Das Grand Hotel ist eng mit der Geschichte der Stadt Nürnberg verbunden, und neben Publikum aus aller Welt sollen auch die Nürnberger auf das Hotel als Veranstaltungsort aufmerksam gemacht werden. Neben Burlesque und Jazz-Konzerten hat die Hotelleitung nun auch die Salsa Szene hiefür entdeckt. „Wir wollen zeigen, dass das Grand Hotel nicht nur etwas für gut Betuchte ist – sondern vor allem etwas für Nürnberger, und zwar jeden Alters“, meint Selinger. Daher war er von der Anfrage, "Viva Havanna" im Richard Wagner Saal zu veranstalten, „sofort angetan“.
Neue Wege erkunden – das ist auch in der Salsaszene selbst angesagt. „Salsa muss vom Schachteldenken wegkommen und sich neu erfinden“, meint, Yildiray Eksen, der Veranstalter von "Viva Havanna". „Dazu gehört nicht nur, verschiedene Musikstile wie Salsa, Merengue oder Reaggueton, und Tanzstile, zum Beispiel kubanischen Salsa und New York Style zu mischen, sondern auch, mal eine neue Location auszuprobieren. Und das Grand Hotel erschien mir eine gute Adresse dafür zu sein.“ Yildiray Eksen ist schon lange in der Nürnberger Salsa Szene als DJ und Veranstalter unterwegs – wenn auch nicht als Tänzer. „Weder tanze ich selbst, noch spreche ich Spanisch“, lacht er. Dennoch genießt er die Musik und die Lebensfreude, die sie vermittelt. Mit dem „Salsa-Virus“ hat er sich bei einem Kuba Urlaub vor einigen Jahren „infiziert“.
Ähnlich geht es auch vielen Gästen. Das Interesse an der iberoamerikanischen Kultur brachte Fabio Dessi vor elf Jahren zum Salsa. Er kommt gerne ins Grand Hotel. „Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, mal was anderes – eben ein Ballsaal.“ Auch Ekatarine Kanjaliashvili aus Georgien ist begeistert vom Grand Hotel. Seit zehn Jahren lebt sie in Nürnberg, wo sie vor drei Jahren mit Salsa anfing. „Es ist wirklich sehr schön hier, und der Boden eignet sich gut zum Tanzen“.
Anderen Gästen hingegen war das Ambiente etwas zu „klassisch“. „Der Saal ist schön, aber meiner Meinung nach nicht geeignet für Salsa. So richtig ausgelassene Partylaune kommt da bei mir nicht auf“, meint Steffanie Büttner.
Auch gab es einige Kritikpunkte an den Räumlichkeiten. Die Kapazität des Saals war ausgeschöpft, beim Tanzen wurde es zeitweise sehr eng. Auch die Eintritts- und Getränkepreise erschienen vielen „Salseros“ etwas zu hoch.
Dem Tanzeifer konnte das insgesamt aber keinen Abbruch tun. Die Musik und die Tanzanimation des Kubaners Jorge Vicet sorgten für gute Laune - und den ein oder anderen müden Fuß. Eine weitere Salsa-Nacht im Grand Hotel ist geplant.


Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
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