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Für die IHK Nürnberg für Mittelfranken kann der 1. April kommen. Kein Wunder, hat Nürnberg doch den Zuschlag bekommen, hier die zentrale Anlaufstelle für jene einzurichten, die wissen wollen, ob ihre im Ausland erworbene Qualifikation den deutschen IHK-Abschlüssen entspricht. 77 von den insgesamt 80 deutschen Industrie- und Handelskammern haben sich, wie berichtet, darauf geeinigt, dafür eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, nämlich die „IHK-Fosa“ zu gründen. Angesiedelt ist sie zunächst bei der IHK-Akademie. „Fosa“ steht für die Kurzform der englischen Übersetzung für „Anerkennung ausländischer Fähigkeiten“. Zu Beginn ist ein Stab von zehn Beschäftigten angedacht, der die deutschlandweiten Anfragen bearbeitet.
Derart konkrete Züge hat die Planung der Handwerkskammer (HWK) für Mittelfranken noch nicht angenommen. Klar ist jedoch, dass sie im Gegensatz zur IHK dezentral arbeiten wird. „Uns ist wichtig, dass die Menschen Ansprechpartner vor Ort haben“, sagt Florian Schromm, Regionalkoordinator der bei der HWK angesiedelten „Migra-Net“. Um bis zum 1. April kompetenter Ansprechpartner zu werden, haben das Beratungsnetzwerk und die HWK zu einer Gesprächsrunde über die Anerkennung ausländischer Abschlüsse geladen. Mit dabei die Entscheidungsträger der zuständigen Anerkennungsstellen (Kammern, Behörden, Bezirksregierung, Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen) sowie der Arbeitsverwaltung und des DGB. Am Ende dieses ersten Treffens standen jedoch mehr Fragen als Antworten.
Mit welchen Verfahren können die im Ausland erworbenen Abschlüsse bewertet werden? Wie können Migranten auf die Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden? Wie kann Fachwissen zu ausländischen Berufen und Bildungssystemen aufgebaut werden? Wie viele Mitarbeiter braucht es, um die Anträge kompetent zu bearbeiten?
Zumindest auf die letzte Frage hat Schromm eine, wenn auch vorläufige, Antwort. Zunächst werden es vier Mitarbeiter sein, die in diesen Fragen geschult werden. Alle Angestellten der HWK sollen allerdings sensibilisiert werden, zumindest Ansprechpartner vermitteln zu können. Sollte der Bedarf an Beratern unerwartet hoch sein, würde zusätzliches Personal einstellt. Auch beruhigt er jene, die Sorge haben, ob der dezentralen Struktur in Nürnberg womöglich einen anderen Bescheid zu erhalten als in Braunschweig. „Wir orientieren uns an allgemeingültigen Richtlinien. Außerdem wird es in verschiedenen Städten Speziallisten für die unterschiedlichsten Länder geben. Die helfen weiter, wenn Mitarbeitern vor Ort etwas unklar sein sollte.“
Dementsprechend ist ihm vor dem Startschuss zwar etwas bang, dennoch ist er gewiss, dass die HWK ihre Aufgabe gut umsetzt. Wie könnte sie auch nicht, sagt Schromm. Schließlich sei klar, dass in vielen der 130 Ausbildungsberufe im Handwerk qualifizierte Arbeiter fehlen. Diese Aufgabe nicht ernst zu nehmen, wäre daher ein Schnitt ins eigene Fleisch.
