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Direkt neben der U-Bahn-Station Gustav-Adolf-Straße hat sich der Großhändler für Bio-Obst und -Gemüse ein zweites Standbein geschaffen. Warum? «Um den biologischen Landbau voran und unsere Produkte direkt an den Verbraucher zu bringen», erläutert der 43-jährige Nürnberger. «Einen reinen Bio-Laden für Obst und Gemüse zu eröffnen, war auch für uns etwas Neues. Das hat es in Nürnberg vorher ja nicht gegeben.»
Der Einstieg des Großhändlers in den Einzelhandel kommt bei den Verbrauchern an: «Wir sind inzwischen zu einem richtigen Stadtteilladen geworden», freut er sich. Für ihn ist das der Beweis: «Wer in der Krise investiert, geht gestärkt daraus hervor.»
Angefangen hat die Geschichte von Zylka 1997. Damals arbeitete er noch beim Kaufmarkt. Als dort eine Umstrukturierung anstand, hätte er zwar seinen Job behalten, dafür aber nach Bielefeld gemusst. «Nur, was soll ein Nürnberger in Bielefeld?», fragt Zylka und lacht. So beschloss er, sich selbstständig zu machen, und gründete Roy’s Naturkost.
Der erste Firmensitz befand sich in einer alten Mühle in Fürth, wurde jedoch rasch zu klein. 2004 verlegte die Firma Lager und Büros auf den Großmarkt nach Nürnberg. Seit 2003 bildet Roy’s Naturkost zudem zum Groß- und Außenhandelskaufmann aus - bislang wurden alle Lehrlinge danach auch übernommen. Aktuell beschäftigt die Firma zwölf Mitarbeiter, darunter vier Azubis. «Um sich als junges Unternehmen zu entwickeln, braucht man eigenen Nachwuchs», so Zylka.
Zu den Kunden des Großhändlers zählen unter anderem Betriebe, die Bio-Abo-Kisten anbieten, Marktstände, Fachgeschäfte für Obst und Gemüse sowie kleinere Supermärkte in der Region. Dass er mit seinem Angebot eine Nische erfolgreich besetzt, weiß Zylka: «Ein Supermarkt kann diese Vielfalt im Bio-Bereich nicht bieten. Wir führen in unserem Sortiment allein zehn Sorten an Äpfeln.»
Schade findet er es, dass so mancher inhabergeführte Naturkost-Laden «es versäumt hat, sich weiterzuentwickeln. Angst vor den Supermärkten braucht niemand zu haben. An der Bio-Branche kommt keiner vorbei. Es gibt keine Alternative zu uns.»
Vertrauen ist wichtig
Seine Produkte bezieht er von Erzeugern, die er zum Teil seit mehr als 20 Jahren kennt. Zudem stellen regelmäßige Kontrollen und Proben sicher, dass die Qualität stimmt. «Unsere Kunden vertrauen darauf, dass bei uns bio auch bio ist. Da zu betrügen, könnte ich mir nicht leisten. Dann könnte ich den Laden zumachen.»
Die Bestellungen für seine Waren macht Zylka meistens per Telefon. Das Obst und Gemüse kommt oft aus Deutschland, Frankreich und Spanien, Italien und den Niederlanden. Lieber wäre es ihm, er könnte mehr Ware als bisher von Erzeugern aus der Region beziehen. «Aber leider haben wir nach wie vor zu wenig Bio-Bauern bei uns in der Gegend.»
Von der Wirtschafts- und Finanzkrise hat er bisher nichts gemerkt. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Roy’s Naturkost ein Umsatzplus zwischen acht und zehn Prozent. «Bio hat keine Krise», sagt Zylka. Allerdings sei das Bewusstsein für Bioprodukte bei manchen Obst- und Gemüsehändlern noch nicht so entwickelt.
Zylkas Ziel ist deswegen, eine Bio-Innung ins Leben zu rufen. Sie wäre die Anlaufstelle für die Region, mit Ansprechpartnern «auch für die Bauern, die vom konventionellen auf den kontrolliert biologischen Anbau umstellen möchten», erklärt Zylka. «In einer Stadt, die mit der Bio-Fach die Leitmesse auf diesem Gebiet veranstaltet, sollte das doch möglich sein.» Wie überhaupt Nürnberg und sein Umland alle Möglichkeiten habe, sich als «Vorzeigeregion im Umweltbereich und im Bio-Landbau zu positionieren. Diese Chance sollte sie nutzen.»
