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Erstmals in diesem Jahr gingen im April die Exporte der heimischen Unternehmen zurück, auch die Einfuhren schrumpften, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Bundeswirtschaftsministerium sprach von einer verlangsamten Dynamik.
Im Monatsvergleich schrumpften die deutschen Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent auf 87,1 Mrd. €. Das war das erste Minus nach drei Monaten des Anstiegs und ein Dämpfer nach dem Rekordmonat März, wie die Statistiker erklärten. Noch deutlicher war der Rückgang bei den Importen. Die Einfuhren verringerten sich im April um 4,8 Prozent auf 72,7 Mrd. €. Damit ergab sich für den Monat ein Außenhandelsüberschuss von unbereinigt 14,4 Mrd. €.
Obgleich sich die Konsumausgaben dank der historisch hohen Beschäftigung und der jüngsten Tarifabschlüsse vom Sorgenkind zur wichtigen Säule für das deutsche Wachstum gemausert haben: Seine Stärke hat Deutschland bisher auch seiner wettbewerbsfähigen Exportindustrie zu verdanken. Die wird zwar von der Kaufzurückhaltung in den Euro-Krisenländern gebremst — aufgehalten wird sie aber nicht, wie der Präsident des Außenhandelsverbands, Anton Börner, klarstellt: „Die Euro-Krise hinterlässt Spuren. Die Märkte außerhalb Europas kompensieren jedoch die schleppende Nachfrage aus den europäischen Nachbarstaaten.“
Dabei zeichnet sich ab, dass der Euro-Raum als Abnehmer deutscher Produkte immer weiter an Bedeutung verliert, während die Boom-Regionen etwa in Asien wichtiger werden. Börner ist überzeugt, dass die deutsche Exportwirtschaft den Rückgang in den europäischen Kernmärkten verkraften kann.
Denn allen Krisen und den neusten Statistikzahlen zum Trotz: Deutschlands Exporteure sind schon wieder auf einem guten Weg zu einem Rekordjahr. Daran kann auch die Delle aus dem April nichts ändern. Schließlich kommt die Weltkonjunktur allmählich wieder in Fahrt — das stärkt die Nachfrage nach Maschinen, Autos oder Chemieprodukten „Made in Germany“. Zuversichtlich stimmt, dass die Exporteure Produkte anbieten, die in aller Welt begehrt und konkurrenzfähig sind.
Auch die Bundesbank zeigte sich verhalten optimistisch. „Ich gehe davon aus, dass die expansiven Kräfte die Oberhand behalten, wenn die Staatsschuldenkrise im Euro-Gebiet nicht eskaliert“, sagt Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Weil die Konjunktur in Deutschland nach einer Schwächephase zuletzt wieder Fahrt aufgenommen habe, hoben die Notenbanker am Freitag ihre Wachstumsprognose für 2012 von 0,6 Prozent auf 1,0 Prozent an.
