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Eine Gastronomin aus der Nordstadt, die namentlich nicht genannt werden möchte, bangt um ihren Ruf im Viertel: „Mich kennt hier jeder Grieche. Sage ich etwas Falsches, mache ich mich unbeliebt und bekomme richtig Ärger.“ Wenn in ihrem Lokal kritisch über die Politik in Athen diskutiert wird, überhört sie das lieber — Schweigen als Diplomatie sozusagen. Die Wahrheit wolle eh niemand hören. Und überhaupt: Politikern könne man nicht trauen. Alles Lügen.
Während ihre Verwandschaft in Griechenland mit einer monatlichen Rente von 500 € pro Kopf leben müsse, gehen manche unfähige Politiker mit üppigen Versorgungsansprüchen in den Ruhestand. Sie fragt sich: „Wo soll eine Agrarnation wie Griechenland noch weiter sparen?“ und „Soll ein Ackerbauer tatsächlich Steuern zahlen?“ Sie kennt die Antwort, behält sie aber für sich.
Ein Wirt aus der Südstadt will nicht vor die Kamera. „Ich schäme mich ein bisschen,“ gesteht er. Zu diesem heiklen Thema wolle er nicht viel sagen, das führe zu schlechter Stimmung im Umfeld. Zu groß die Gefahr, dass die Kunden ausbleiben. „Ich bin froh, dass es hier noch Ruhe und Sicherheit gibt, aber was derzeit in Griechenland passiert, enttäuscht mich.“
Hitzige Diskussionen bei Gyros und Tsatsiki? Fehlanzeige in anderen Gasthöfen. Ein flotter Spruch hier, ein Gratis-Ouzo da, und schon ist die Debatte über volatile Finanzmärkte im Keim erstickt. Selbstbewusstes Auftreten und eine gesunde Portion Selbstironie sind offenbar immer noch die wirksamste Pille gegen den Tresen-Jammer.
