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Fackelmann: Mehr Deutschland, weniger China

Fränkische Firma baut Stellen in Fernost ab und holt Teile der Produktion zurück — Weiter auf Wachstumskurs - 11.02. 07:00 Uhr

HERSBRUCK  - Das Familienunternehmen Fackelmann hat 2011 die Umsatzmarke von 300 Millionen Euro geknackt. In den chinesischen Fabriken wurden 1000 Arbeitsplätze gestrichen — die Produktion soll dafür wieder verstärkt nach Deutschland wandern.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Fackelmann, spezialisiert auf die Herstellung von Haushaltswaren und Badmöbeln, den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortgesetzt. Moderne Küchenhelfer und knallige Farben liegen im Trend, das soll auch 2012 das Geschäft beleben. Firmenchef Alexander Fackelmann nennt ungern Zahlen, der Ertrag war jedoch „auskömmlich“.

Das sei genug, um weitgehend unabhängig von Geldgebern zu sein. Weltweit beschäftigt Fackelmann 3500 Mitarbeiter, das ist fast ein Viertel weniger als im Vorjahr. Die große Stellenstreichung sei das Resultat von Lohnsteigerungen und Personalknappheit in China. „Die Zeiten sind vorbei, in denen das Land als billige Werkbank galt.“ Die Fertigung im Reich der Mitte werde nun zunehmend automatisiert — 2012 sollen weitere 500 Stellen gestrichen werden.



Das komme letztlich dem Standort Deutschland zugute: Die Produktion solle zunehmend rückverlagert und das Personal in den drei deutschen Werken aufgestockt werden. Mittelfristig bedeute das auch mehr Personal am Firmensitz in Hersbruck — hier sind derzeit 420 Mitarbeiter beschäftigt. Knapp die Hälfte der Waren produziert Fackelmann in Deutschland — das Sortiment reicht vom Käsehobel bis hin zum Badezimmerschrank.

„Begehrter Arbeitgeber“

Fackelmann sieht das Familienunternehmen als „begehrten Arbeitgeber“. Ein Indiz dafür sei, dass 70 Prozent der Mitarbeiter bereits über zehn Jahre im Unternehmen tätig seien. „Deswegen sind wir aber noch lange keine Rentnertruppe“, so der Firmenchef. Im vergangenen Jahr haben immerhin 15 Auszubildende, vom Kaufmann bis zum Techniker, ihren Dienst in der Sebastian-Fackelmann-Straße angetreten.

Für 2012 hofft das Unternehmen auf ein „gesundes Wachstum von vier Prozent“. Die Gründung neuer Vertriebsstandorte in Brasilien und Australien soll die Internationalisierung vorantreiben und neue Absatzmärkte erschließen. Im laufenden Jahr will Fackelmann rund 120 Neuheiten präsentieren, darunter eine grell-grüne Kiwi-Transportbox mit Essbesteck, Schneidebretter aus nachhaltigem Holzanbau und farbig beschichtete Back- und Bratformen.
  



PHILIP HAUCK

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