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Gratis-Ouzo gegen die Krise

Umfrage unter griechischen Wirten: EU muss helfen - 21.02. 21:00 Uhr

Nürnberg  - Dauerthema Griechenland: Worüber wird am Stammtisch philosophiert? Und wie gehen die griechischen Gastronomen mit der angespannten Situation um?

Wirt Palpanis Konstas (links) besänftigt Kritiker mit Gratis-Schnaps. Rompert Karipidis: „Deutschland ist unser ältester Bruder.“
Wirt Palpanis Konstas (links) besänftigt Kritiker mit Gratis-Schnaps. Rompert Karipidis: „Deutschland ist unser ältester Bruder.“
Foto: Stefan Hippel
Wirt Palpanis Konstas (links) besänftigt Kritiker mit Gratis-Schnaps. Rompert Karipidis: „Deutschland ist unser ältester Bruder.“
Wirt Palpanis Konstas (links) besänftigt Kritiker mit Gratis-Schnaps. Rompert Karipidis: „Deutschland ist unser ältester Bruder.“
Foto: Stefan Hippel

Palpanis Konstas (Restaurant Schwarzer Bär): „Freilich rede ich mit meinen Gästen über die Lage in Griechenland. Ich habe damit kein Problem, die Stimmung im Lokal ist trotzdem gut. Ich bin zufrieden hier in Deutschland. Einer von Hundert schimpft natürlich, aber dann mache ich einfach ein paar Späße. Oder es gibt einen Gratis-Ouzo, das hilft in den meisten Fällen. Ich habe nicht viel Ahnung von Politik, aber meine Schwester in Griechenland hat keinen Grund zu klagen. Sie arbeitet fleißig und hat ein gut laufendes Geschäft. Die Proteste in Griechenland kann ich nicht verstehen. Ich finde es schwach von der Bevölkerung, dass die in Athen so viel kaputt gemacht haben. Wir müssen Griechenland helfen, es ist ein EU-Land und alleine schafft es das nicht.“


Poursanidis Socrates (Restaurant Socrates, ohne Bild): „Die Zeiten sind leider vorbei, als die Gäste mit Freude etwas beim Griechen essen wollten. Ich muss jetzt schauen, wie ich über die Runden komme. Die Krise wirkt sich auf mein Geschäft aus — negativ. Die Gäste denken, die Griechen hätten die reichen Länder ausgenutzt und wir — mit wir meine ich die Deutschen, ich lebe schon immer hier — müssen das nun ausbügeln. Manche sagen auch, die Hilfen für Griechenland sind berechtigt, aber ein großer Teil findet das nicht so gut. Ich persönlich meine, Griechenland muss geholfen werden. Wenn das Land nicht aus der Krise kommt, verteilt sich das Dilemma auf das ganze europäische System. Europa weiß genau, Griechenland ist wichtig. Aber für mich, der hier lebt, heißt es: Erst kommt Deutschland, dann Griechenland.“



Rompert Karipidis (Restaurant Akropolis): „Für mich war Griechenland schon immer in der Krise, deshalb bin ich ja nach Deutschland gekommen. Ich konnte in meiner alten Heimat keine Arbeit finden und nichts verdienen. Meinen Verwandten dort geht es schlecht, die Hälfte von ihnen ist schon ohne Job und geht daher ins Ausland. Erst vorgestern ist mein Cousin nach Nürnberg gekommen. Das sind schwere Zeiten in Griechenland gerade. Es tut mir sehr leid, dass es mit dem Land so bergab gegangen ist. Aber vielleicht kommt es in Zukunft mit europäischer Hilfe wieder auf die Beine. Es besteht eine lange Freundschaft zwischen den beiden Ländern, viele Griechen sagen sogar, Deutschland ist unser ältester Bruder.“

  



Interviews: PHILIP HAUCK

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