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Metz: Nicht sexy, aber gefragt

Der Zirndorfer TV-Gerätehersteller setzt mit Erfolg auf Nachhaltigkeit - 02.09. 12:00 Uhr

ZIRNDORF  - Das Krisenjahr 2009 hat den Zirndorfer Metz-Werken gegen den Branchentrend ein Umsatzminus von gut zehn Prozent beschert. Wie der Chef des TV-Geräteherstellers, Norbert Kotzbauer, aber gestern vor Beginn der Berliner Funkausstellung erklärte, soll der Erlösrückgang bereits im laufenden Jahr wieder wettgemacht werden.


Metz ist einer der wenigen verbliebenen TV-Gerätehersteller mit Produktion im Inland.
Metz ist einer der wenigen verbliebenen TV-Gerätehersteller mit Produktion im Inland.
Foto: Metz

 Auf die bei Messen laufend gestellte Frage "Was gibt es Neues?" hat Kotzbauer in diesem Jahr am Metz-Stand in Berlin eine überraschende Antwort parat: Nichts. Zwar schränkt der Geschäftsführer des Zirndorfer Fernsehgeräte herstellers gleich ein,
"nichts, was man nicht auch von Metz erwarten würde." Aber dennoch gleicht die Antwort fast schon einer Provokation. Sind es doch gerade die Neuheiten, die in der Unterhaltungselektronikbranche stets die Wachstumstreiber sind.
 

Kein Trendsetter

Aber die Franken hatten es noch nie so eilig mit technischen Innovationen.
"Wir stehen nicht für Überraschungen, sind keine Trendsetter", sagt Kotzbauer selbst.
"Wir setzen stattdessen bewusst auf Nachhaltigkeit in der Firmen- und Markenpolitik, und das nicht erst seit der Bankenkrise", unterstreicht der Manager, der nach dem Rückzug von Alleingesellschafterin Helene Metz zusammen mit Manfred Billenstein die operativen Geschicke in Zirndorf leitet.

Metz sei vielleicht nicht so sexy in der Wahrnehmung wie andere Hersteller, dafür stünden Attribute wie Zuverlässigkeit, Sicherheit und Qualität im Mittelpunkt. Der im Schnitt ältere Kundenstamm, der im Fachhandel einkauft und nicht bei Mediamarkt oder Saturn, schätzt das. Nicht umsonst wird Metz für diese Strategie mit einem festen Platz unter den Top Ten der Branche belohnt. Im Fachhandel liegt der Marktanteil bei rund zwölf Prozent, im gesamten TV-Markt bei vier Prozent.

Nachhaltigkeit bedeutet bei Metz auch, dass Geschäftsführer Kotzbauer - anders als
etwa beim börsennotierten Mitbewerber Loewe aus Kronach - Durststrecken aussitzen kann. Das Krisenjahr 2009 war so eine Phase. Nach einem 40-prozentigen Umsatzanstieg in den vier Jahren zuvor, brachen die Erlöse im vergangenen Jahr gegen den Branchentrend um gut zehn Prozent auf 129 Mio. € ein.

 "Wir haben 2009 am Branchenwachstum nicht teilgenommen, weil sich dieses hauptsächlich im unteren, preisaggressiven Marktsegment abgespielt hat - und da können wir als Premiumhersteller nicht mitziehen", heißt es in Zirndorf.
Für das laufende Jahr ist das Unternehmen mit seinen stabil 667 Mitarbeitern aber durchaus optimistisch. Die Fußball-WM und auch die Funkausstellung sollten am Ende das Geschäft wieder beflügelt haben, erwartet Kotzbauer.

Unter dem Funkturm stellen die Metz-Werke unter anderem neue Designlinien, Bildschirme mit intelligenter LED-Technik und Geräte mit verbessertem Kundenkomfort vor - vom Hype um 3D-Fernsehen keine Spur. "Natürlich arbeiten auch wir an dieser Technologie ", sagt der Metz-Chef.  "Wir halten nur den Zeitpunkt für die Marktfähigkeit dieser Technologie noch nicht für gekommen."

  





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