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Modellbahnhersteller Fleischmann streicht Stellen

Fast die Hälfte der Arbeitsplätze in Heilsbronn soll abgebaut werden - 23.10.2009

NÜRNBERG  - Der fränkische Modellbahnhersteller Fleischmann baut in seinem Stammwerk Heilsbronn bei Nürnberg beinahe die Hälfte der Arbeitsplätze ab.

Modelle wie diese Güterzug-Dampflok im Maßstab 1:87 sind das Geschäft von Fleischmann. Doch die Umsätze schrumpfen.
Modelle wie diese Güterzug-Dampflok im Maßstab 1:87 sind das Geschäft von Fleischmann. Doch die Umsätze schrumpfen.
Foto: Karlheinz Daut

96 von bisher 226 Stellen sollen «so schnell wie möglich« gestrichen werden, sagte Michael Prock, Sprecher der österreichischen Modelleisenbahn Holding GmbH. Diese hatte Fleischmann im ersten Halbjahr 2008 vom Unternehmer Horst Fleischmann kurz vor der drohenden Insolvenz gerettet und fährt seitdem bei den Franken einen strengen Sanierungskurs. Dabei war es früher zuvor zu Stellenstreichungen gekommen - bei Übernahme beschäftigte Fleischmann noch rund 340 Mitarbeiter. Zudem wurde der eigentliche Heimatstandort in Nürnberg geschlossen.

Keine Alternative

Modelleisenbahn-Chef Leopold Heher erklärte, dass der erneute Stellenabbau trotzdem alternativlos sei. Für 2009 rechnet die Holding bei ihrer fränkischen Tochter mit einem Verlust von zirka drei Mio. €. Zudem sei in den nächsten Jahren ein Umsatz von nur noch maximal 20 Mio. € realistisch, statt wie in früheren Glanzzeiten an die 30 Mio. €. «Wenn wir jetzt nicht reagieren, wäre das das Aus für Fleischmann«, betonte Heher. Die Branche generell habe zu kämpfen.

Verständnis zeigte der Manager für etwaige Sorgen in Heilsbronn, das Werk könne bald sogar ganz Geschichte sein - zumal der Standort jetzt neben den Arbeitsplätzen auch den Werkzeug- und Formenbau ans österreichische Gloggnitz abgeben soll. Dort betreibt der Modellbahnhersteller Roco, ebenfalls eine Holding-Tochter, ein Werk. Und tatsächlich habe man über eine Komplett-Schließung von Heilsbronn nachgedacht, so Heher. «Wir haben uns aber dagegen entschieden, weil wir uns zu Fleischmann und dem hier vorhandenen Know-How bekennen.«

«Das kommt überraschend«

Geschockt auf den geplanten Stellenabbau reagierte Fleischmann-Betriebsratschef Georg Daxbacher. «Das kommt relativ überraschend«, erklärte er - es habe ja schon wiederholt Sparmaßnahmen gegeben. Auch sei noch bis Jahresende Kurzarbeit angemeldet. «Das muss sich jetzt bei uns erst einmal setzen.« Holding-Sprecher Prock sagte, dass die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern über die Kündigungen und einen Sozialplan in der nächsten Woche beginnen sollen.

Mit der Nachricht setzt sich der Niedergang des einst ruhmreichen Modellbahnstandorts Nürnberg fort. Von früheren Herstellern der Region wie Arnold, Trix, LGB oder eben Fleischmann ist inzwischen kaum noch etwas geblieben. 

Gregor le Claire



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