Das erklärte Lufthansa-Sprecher Peter Schneckenleitner. "Es gab vorher keinerlei Information vom Ministerium. Wir haben von dem Beschluss nur durch die Medien erfahren", kritisierte Schneckenleitner.
Schon vorher hatten die Lufthansa und alle anderen Airlines erklärt, sie müssten eine solche neue Abgabe an die Kunden weitergeben, falls sie tatsächlich erhoben werden sollte. Sie würden die zusätzlichen Belastungen nicht kompensieren können.
Doch ungeachtet der Kritik beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch Abend eine dreistufig gestaffelte Luftverkehrssteuer. Demnach sollen von 2011 an für
Kurzstrecken 8 Euro, für mittellange Strecken zwischen 2500 und 6000
Kilometer 25 Euro und für Langstrecken 40 Euro erhoben werden. Die Gebühr wird bei jedem Start eines Passagierflugzeugs von einem deutschen Flughafen fällig.
Obwohl dem Gesetz noch die Zustimmung des Bundesrats fehlt und es auch noch nicht im Gesetzesblatt veröffentlicht wurde, dürfen die Airlines die Steuer theoretisch ab sofort mitverlangen, wenn sie Tickets für 2011 verkaufen. Das soll Hamsterkäufen vorbeugen. Wie lange die praktische Umsetzung der neuen Preise dauert, ist aber derzeit offen. Derzeit gelten noch überall die alten Preise.
Lufthansa prüft außerdem, ob sich die Steuer rückwirkend einfordern lässt. Das ist laut Sprecher Schneckenleitner aber juristisch sehr umstritten. Die EU fordert von allen Fluglinien die Ausweisung eines Komplettpreises bei Buchung und damit verbunden die Auflistung der einzelnen Bestandteile.
Air Berlin verweigert sich der Luftverkehrsabgabe derzeit noch ganz. "Es ist ja noch kein Gesetz", sagt Sprecherin Jasmin Born. "Wir setzen nach wie vor darauf, dass der Bundesrat die Abgabe noch kippt oder zumindest wettbewerbsneutral ausgestaltet." So lange noch keine endgültige Entscheidung vorliege, werde an den Ticketpreisen nichts geändert.
