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Simba-Dickie festigt Spitzenrang

Nummer eins der deutschen Spielwarenbranche — Rigides Kostenmanagement - 29.01.2011 10:00 Uhr

Der Chef dr Fürther Simba Dickie Gruppe, Michael Sieber.

Der Chef dr Fürther Simba Dickie Gruppe, Michael Sieber. © Mark Johnston


Der agile Unternehmer Michael Sieber gehört sicher nicht zu den Managern, die in blendender Manier permanent in Zuversicht schwelgen und dann den tollen Ankündigungen nur bedingt Taten folgen lassen. Der Chef von weltweit 3700 Mitarbeitern hält es ganz im Gegenteil mit fränkischem Understatement: „Die Krise“, so hat Sieber vor ziemlich genau einem Jahr vorhergesagt, „ist für die Spielwarenhersteller noch nicht vorbei. Und deswegen rechnen wir nach dem Rückgang im Vorjahr 2010 höchstens mit gleichbleibenden Erlösen.“

Und was ist daraus geworden? Die Firmensgruppe schaffte das beste Geschäftsergebnis aller Zeiten und schraubte den Umsatz gleich um 14 Prozent auf 570 Mio. € nach oben – der Satz wäre noch größer geworden, wenn nicht wichtige Lizenzumsätze in zweistelliger Millionenhöhe weggefallen wären. Die Tendenz ist weiter steigend, schon heuer soll die Marke von 600 Mio. € erreicht werden.

Drei Viertel der Erlöse werden im Ausland generiert. Simba Dickie importiert einen großen Teil seiner Produkte aus Asien, doch durch immer mehr Zukäufe in Europa verlagern sich die Produktionsschwerpunkte zunehmend auf den Alten Kontinent. Jüngste Neuerwerbung war die insolvente Holzspielzeugfabrik Heros aus Lam im Bayerischen Wald mit rund sechs Mio. € Umsatz.

Kaufen, wenn nötig sanieren und dann integrieren – das ist die Strategie von Sieber. Und sie geht meist auf, wie im Fall der französischen Smoby Gruppe, der mit Abstand größte Zukauf. 2008 übernommen, steigerte die Smoby Gruppe die Umsätze 2010 um 23 Prozent und trug 145 Mio. € zum Gesamtumsatz der Gruppe bei.

Doch 2011 soll nun bei der Expansion erst einmal eine Verschnaufpause eingelegt werden. Erstens sieht der Firmenchef die globale Finanzkrise noch lange nicht als beendet an, „der Flächenbrand ist allenfalls oberflächlich gelöscht“. Und zweitens muss so viel Wachstum erst einmal verdaut werden.

„Fitnessprogramm“

Um die Ertragssituation, die Sieber vage als „gut und solide“ beschreibt, weiter zu verbessern, zieht das Unternehmen permanent ein „Fitness-Programm“ durch. Anders als bei vielen anderen Großunternehmen, in denen „Fitnesskur“ oder „Abspecken“ zynisch-verharmlosend nur allzu oft für Personalabbau steht, bedeutet das bei den Fürthern hauptsächlich ein knallhartes Sachkostenmanagement – angefangen von der Reduzierung der Warenbestände bis hin zum beschleunigten Eintreiben von Forderungen.

Die Zahl der Mitarbeiter soll heuer noch einmal um 100 auf dann 3800 steigen – auch am Standort Fürth, wo für über drei Mio. € neue Verwaltungsräume entstehen sollen. Insgesamt will die Simba Dickie Gruppe in diesem Jahr 30 Mio. € investieren, davon ein Drittel in Deutschland.

Aus der großen Fülle von Messeneuheiten ragt die „Eco Tech City“ von Majorette heraus. In der Parkgarage werden Autoscheinwerfer, der Aufzug oder die Waschanlage nicht mit Wegwerfbatterien betrieben, sondern – ganz das Umweltbewusstsein der Kleinen fördernd – mit einem Akku, der mit einem von Hand zu drehenden Dynamo geladen wird. 

won

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