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Im Besprechungsraum liegt das Spielzeug für Kinder auf dem Boden, das für Erwachsene mit dem Apfel-Symbol blinkt und piepst auf allen Schreibtischen. Der Kicker im Besprechungsraum erinnert an Werbeagentur, die Küche aber sieht eher nach WG-Party aus — das Büro ist erst vor wenigen Tagen eingeweiht worden.
Die zehn Mitarbeiter starke Mobile-Web-Firma Insert Effect ist innerhalb von Gostenhof in ein größeres Büro gezogen. Die drei Geschäftsführer gehören mit Anfang 30 zu den Ältesten in der Firma. Und doch ist es schon achteinhalb Jahre her, dass der Heroldsberger Benno Bartels mit seinem Jugendfreund Manuel Robledo aus Nürnberg und dem gemeinsamen Freund aus Aalen, Halil Kavasoglu, die Firma gegründet hat.
In Bartels’ Wohnung am damaligen Studienort Aalen programmierten die Medieninformatiker zunächst Intranet-Seiten für Firmen. „Unsere Auftraggeber waren Web-Agenturen“, erklärt Bartels, der damit als Freiberufler sein Studium finanzierte.
Doch die Kette derjenigen, die am ursprünglichen Auftraggeber mitverdienten, erschien den dreien bald als zu lang. Sie wollten selbst direkt an den Kunden ran, doch das ging nur mit einem größeren Team. „Wir waren damals sehr darauf bedacht, den ersten Schritt vor dem zweiten zu machen“, erinnert sich Bartels.
Sie scheuten sich, Kredite aufzunehmen, um schnell zu wachsen, und arbeiteten zunächst nur mit Praktikanten, später mit Freiberuflern. Einige aus der Anfangszeit gehören heute zu den Festangestellten. Das ist in der Programmierer-Branche kein Selbstläufer, denn Freiberufler, die hochspezialisiert sind, verdienen alleine oft mehr als angestellt, können sich ihre Auftraggeber aussuchen.
2005 schrieb Bartels seine Diplomarbeit in Frankreich bei einer Software-Firma, die Spiele für das Handy programmiert. „Da habe ich zum ersten Mal gesehen, dass man auf dem Handy auch Internetangebote nutzen kann.“ Die Herausforderung der Mobile-Web-Branche ist es bis heute, dass diese Angebote auf verschiedenen Handy-Typen funktionieren. Eine Internetseite muss auf Telefonen mit einem kleinen Bildschirm, langsamem Prozessor und Tasten genauso gut dargestellt werden wie auf einem großen mit Touchscreen.
2006 fiel die Entscheidung für den Standort Gostenhof — und dafür, sich des noch unbekannten Themas anzunehmen, das heute mit dem Thema „App“ für iPhones, also eine Anwendung (englisch: application) für ein Smartphone, in aller Munde ist. „Die Schwierigkeit bestand zum damaligen Zeitpunkt darin, dass die Firmenkunden zum Thema Mobile Web gesagt haben: Wir warten erst mal ab, ob die Leute diese Möglichkeit überhaupt nutzen“, erinnert sich Kavasoglu. Heute wissen sie: Sie tun es, und das Auftragsbuch von Insert Effect ist voll. Die drei Chefs werden gerne für Vorträge zum Thema gebucht.
Bis zur Präsentation des iPhones finanzierte das Nürnberger Unternehmen mit klassischem Webdesign die noch defizitäre Firmensparte. „Wir haben den Kunden kostenlos Testversionen programmiert, damit sie sehen, wie ihre Website auf dem Handy aussehen könnte“, erzählt Robledo.
Das Thema jedoch weiterzuverfolgen, sich in jedes neue Gerät einzuarbeiten inclusive der Tablet-Computer, erwies sich schließlich als visionär. Heute programmieren sie selbst Apps, konzeptionieren oder funktionieren Internetseiten ihrer Auftraggeber so um, dass deren Websites oder Apps gut auf den Smartphones von Blackberry, Google Android, Windows Phone 7 und natürlich Marktführer Apple iPhone darstellbar sind.
insfx.mobi
