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Versicherer punktet mit witzigen Spots

Ergo Direkt zieht zwei Jahre nach der Umbenennung Bilanz und geht jetzt Zahnärzte an - 23.04.2012 19:00 Uhr

Wer auf dem Zahnarzt-Stuhl sitzt, verhandelt nicht um Preise: Den hohen, seiner Meinung nach oft überhöhten Zahnarztrechnungen hat Ergo-Direkt-Chef Peter Endres den Kampf angesagt.

Wer auf dem Zahnarzt-Stuhl sitzt, verhandelt nicht um Preise: Den hohen, seiner Meinung nach oft überhöhten Zahnarztrechnungen hat Ergo-Direkt-Chef Peter Endres den Kampf angesagt. © dapd


Tanzende Hamster, verrückte Wissenschaftler oder handwerklich unbegabte Männer sind in den TV-Spots zu sehen, die Ergo Direkt seit April 2011 ausstrahlt. „Damit konnten wir die Markenbekanntheit deutlich steigern“, sagt der Vorsitzende Peter M. Endres, der selbst in den Werbefilmen auftritt. Die „überdurchschnittlichen Investitionen“ in die Marke seien notwendige Ausgaben gewesen, die sich schon jetzt gelohnt hätten: Laut Unternehmensangaben kennen inzwischen drei Viertel aller Deutschen die Marke gestützt, also im Zusammenhang mit Versicherungen. Das zeige auch das Neugeschäft im Bereich Lebensversicherung, das mit einem Zuwachs von 7,4 Prozent auf gut 547 Mio. € gestiegen ist — vor allem dank der Nachfrage nach der Monatsgeldanlage Maxi-Zins.

Der Umstand, dass Ergo laut Manager Magazin offenbar ein umfangreiches Sparprogramm plant, wirke sich auf die Ergo Direkt gar nicht aus. „Unsere Mitarbeiter sind davon nicht betroffen“, stellt Endres klar. Die Zahl der Beschäftigten am hiesigen Standort liegt bei mehr als 1860 und ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Für das laufende Jahr setzt sich Endres ambitionierte Ziele: „Wir wollen der führende Versicherer im mobilen Bereich werden.“ Neben der Präsenz des Konzerns auf Plattformen wie Facebook, Twitter oder Xing, bietet er nun auch mobile Tarife. So können etwa iPhone-Nutzer über eine App kurzfristig eine Unfallversicherung für 48 Stunden abschließen. Wer bei dem großen Onlinehändler etwa technische Geräte kauft, kann dieses mit einem Gegenstandsschutz versichern.

Kundenzahl leicht gesunken

Neu im Programm ist auch eine Zahnzusatzversicherung, die auch dann noch erworben werden kann, wenn die Behandlung bereits begonnen hat. „Damit kehren wir das traditionelle Vorgehen in der Versicherungsbranche radikal um“, sagt Endres.

Obwohl die Kundenzahl im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist, auf 4,3 Millionen, ist die Zahl der abgeschlossenen Verträge auf mehr als 7,4 Millionen gestiegen. Der Umsatz des Versicherers lag 2011 bei rund 1,4 Mrd. €. Das bedeutet, dass die Kunden monatlich mehr als 100 Mio. € Beiträge zahlen.

Für das laufenden Jahr erwartet der Vorstandsvorsitzende einen Anstieg des Jahresüberschusses — wenngleich dieser laut seiner Prognose die 40,7 Mio. € von 2010 auch heuer nicht erreichen wird.
  

HANNI KINADETER

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