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Warum diese Betriebe, die nicht von Börsen- und Kapitalmarktinteressen getrieben werden, selbst in Krisenzeiten als Stütze der regionalen Wirtschaft fungieren, hat die Nürnberger Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl&Partner in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsauskunftei Bürgel in einer Studie ermittelt. Das Ergebnis: Familienunternehmen verfügen über eine außergewöhnlich große Finanzkraft. Auch nach der Finanz- und Wirtschaftskrise stehen sie finanziell und wirtschaftlich besser da, als der Gesamtdurchschnitt der Unternehmen in Deutschland.
Der Nürnberger Dienstleister und Bürgel haben in einer Untersuchung die 500 umsatzstärksten deutschen Familienunternehmen untersucht. „Bei den wichtigsten Erfolgskennzahlen stehen Familienbetriebe imVergleich zur Gesamtwirtschaft und den Unternehmen des Börsenindex Euro Stoxx 50 überdurchschnittlich gut da“, zieht Bürgel-Geschäftsführer Norbert Sellin ein Fazit.
Zwischen 2007 und 2010 konnten die 500 familiengeführten Unternehmen ihre bereits auskömmliche Eigenkapitalquote um etwa acht Prozentpunkte im Mittel auf 53,7 Prozent steigern. Selbst in den Krisenjahren 2008 und 2009 konnten sie ihre Eigenkapitalquote weiter erhöhen. Diese Eigenkapitalquote ist praktisch ein Polster für schlechte Zeiten — je höher die Eigenkapitalquote ist, desto größeren Stürmen kann das Unternehmen in der Regel widerstehen.
„Die Familienunternehmen strotzen trotz der Krise vor Kraft. Durch die Stärke des eigenen operativen Geschäfts können sie konjunkturelle Abschwünge sehr gut abfedern“, betont dann auch Wolfgang Kraus, Geschäftsführender Partner bei Rödl&Partner. „Auf der Basis hoher Liquiditätsreserven können die Unternehmen das strategische Wachstum vorantreiben. Dies ist der Schlüssel zum überragenden Erfolg der deutschen Familienunternehmen auf dem Weltmarkt“, so Kraus.
Im Vergleich mit den börsennotierten Gesellschaften des Euro Stoxx 50 erwirtschafteten Familienfirmen in den Jahren 2007 bis 2010 eine überdurchschnittlich hohe Gesamtkapitalrendite. Im Geschäftsjahr 2010 lag diese sogar bei rund 8,3 Prozent (Euro Stoxx 50: 5,9 Prozent). „Familienunternehmen haben im Schnitt geringere Schulden als die Unternehmen der Gesamtwirtschaft. Ihre wichtigste Kapitalquelle ist das eigene operative Geschäft. So sind sie unabhängig vom konjunkturellen Umfeld“, kommentiert Daniel Mitulla, Projektleiter Prozess- und Organisationsberatung von Rödl&Partner.
Im Jahr 2010 stieg der Anteil der von externen Finanzierungen besonders unabhängigen, familiengeführten Unternehmen gegenüber dem Vorjahr auf 57,8 Prozent. Dieser Wert lag nur knapp über dem Vorkrisenniveau von 2007 (57,6 Prozent) und ist auf sinkende Fremdkapitalquoten zurückzuführen. Mit hohen Liquiditätskennzahlen gegenüber der Gesamtwirtschaft punkten vor allem erfolgreiche Familienunternehmen im Baugewerbe, in der Industrie und im Handel. Das macht sie in hohem Maße unabhängig von einer Fremdfinanzierung, also beispielsweise von Bankkrediten. Für die Studie wurden die Jahresabschlüsse der 500 umsatzstärksten Familienunternehmen hinsichtlich der finanziellen Erfolgskennzahlen Eigenkapitalquote, Gesamtkapitalrendite und Liquiditätskennzahl ausgewertet. Die Studie „Finanzkraft von Familienunternehmen“ kann im Internet kostenfrei heruntergeladen werden: www.roedl.de/Studie_Familienunternehmen
