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Ilse Aigner freut sich auf Klaus Wowereit. Wirklich. Gleich zweimal gesteht die Bundeslandwirtschaftsministerin dem Regierenden Bürgermeister, wie gern sie sich gerade mit ihm auf den traditionellen Eröffnungsrundgang zur Grünen Woche macht – und nicht mit Renate Künast, was sie zwischenzeitlich „befürchtet“ habe.
Seite an Seite mit der streitlustigen Amtsvorgängerin und jetzigen Grünen-Fraktionschefin durch die Messehallen zu ziehen, wäre eine ganz neue Erfahrung für die CSU-Politikerin gewesen. Doch Künast unterlag bei der Berlin-Wahl 2011 gegen Wowereit. Und so kommt am Freitag wieder das sozialdemokratische Stadtoberhaupt mit auf Tour.
„Man muss nach vorne marschieren“, lautet die lässige Devise Wowereits, der nach fast elf Jahren im Amt längst Rundgangsroutine hat. Schon gut zwei Stunden, bevor sich die Türen für das Publikum öffnen, startet der Tross am Stand des diesjährigen Partnerlands Rumänien. Es ist viertel vor Acht, eine Kapelle spielt, als Wowereit und Aigner sich das erste Mal zuprosten. In den kleinen Gläsern schimmert es golden. Plötzlich läuft ein Tierschützer vor den Pulk der Kameraleute, zeigt ein kleines Transparent: „Frau Aigner, lassen Sie die Kaninchen frei!“ Sicherheitsleute drängen ihn ab.
Durch die Nachbarhalle, wo Frankreichs Stände noch verdeckt sind, dauert es drei Minuten nach Polen als nächster Station. „Wunderbar!“, ruft Aigner und greift zu einer Wurstscheibe. Am Stand Sloweniens sitzt auch Bauernpräsident Gerd Sonnleitner am Tisch mit rot-gelber Decke. Alle stoßen mit Kaffeetassen an. „Was ist jetzt das Typische daran?“ fragt Wowereit. Kurz darauf, in der Holland-Halle, ist die Antwort klar: Blütenduft liegt in der Luft, hinten drehen sich die Flügel eines Windmühlenmodells. Wie der in kleine Quader gewürfelte Gouda schmecke? „Wie immer: pikant“, sagt der „Regierende“.
Im Grüne-Woche-Revier Südtirols folgt ein Nippen am Weißwein, und Aigner lehnt ihren Kopf kurz wie zum Ausruhen an die Schulter von Landeshauptmannstellvertreter Hans Berger. Der ist auch für Agrar zuständig. Dann geht es schon weiter, um kurz nach halb neun, zum ersten Schluck Bier am tschechischen Stand. Das Probier- und Flanierprogramm ist eng getaktet: Sieben Minuten für Lettland, drei Minuten für Georgien, fünf Minuten für Pakistan, veranschlagt das Protokoll.
Ein Höhepunkt nicht nur für Aigner, die Dirndl mit hellgrüner Schürze trägt, ist ihr Heimspiel in der Bayern-Halle. An einem Sack mit getrocknetem Hopfen gibt es als Präsent ein gebackenes Wappen wie gemacht für die Ministerin und ihren Wunsch-Begleiter. Es zeigt den Berliner Bären in Lederhose vor den weiß-blauen Rauten des Freistaats. „Das ist jetzt die Länderfusion zwischen Berlin und Bayern, resümiert Wowereit.
