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Der Höhepunkt. Egal ob mit Eintrittsbändchen oder ohne: Die Installation von Gerd Bauer an der Kaiserburg ist zweifelsohne der Liebling der meisten Besucher. Die Nürnberger Geschichte als farbenfroher Comic mit so manchem Seitenhieb: Das begeistert Kinder ebenso wie Erwachsene. Gerd Bauer hat keinen Nürnberger „Meister“ vergessen. Weder Dürer mit dem Hasen, dem sich Dutzende „Betende Hände“ huldigend entgegenrecken, noch den Glubb, der Martin Behaims Globus wegschießt, oder den Adler, in dessen letztem Waggon die Bewohner des Tiergartens mitfahren – inklusive Giraffe mit Pilotenbrille. Und nicht zu vergessen die Drei im Weggla mit Senf, der ganz zum Schluss visuell über die Burg gegossen wird. Die Besucher sind begeistert und drängen sich auf dem Burgberg, um nur ja den besten Blick zu haben.
Beeindruckendes. Die Projektion auf dem Hauptmarkt taucht Rathaus, Schönen Brunnen und Frauenkirche in surreales Licht, untermalt von klassischer Musik. Die Menschen bleiben stehen, staunen und können sich nicht lösen von dem traumhaften Zusammenspiel.
Eisiges. Auf dem Kornmarkt entsteht Dürers Hase – aus Eis, vor den Augen der Besucher gemeißelt. Das Eiskunst-Projekt von Nestlé Schöller begeistert Groß und Klein.
Stilvolles. Wer der drangvollen Ende der Innenstadt zwischendurch entfliehen will, ist in der Lessingstraße gut aufgehoben. Hinter die Absperrungen gelangt man nur mit Bändchen, dafür sorgen die strengen Ordner. Was nicht heißen soll, dass das „Kulturviereck“ vom Staatstheater, dem DB Museum, dem Museum für Kommunikation und dem Theater „O“ schlecht besucht ist. Vor allem die Kostümversteigerungen des Staatstheaters ziehen die Besucher an – und zwar nicht nur die, die sich als gute Fee oder Zigeunerin verkleiden wollten. Dank der gewohnt gekonnten Moderation kamen auch viele, die sich einfach gut unterhalten lassen wollten. Auch Wirtschaftsreferent Michael Fraas nebst Gattin wurden gesichtet. Bleibt abzuwarten, ob er beim nächsten Pressetermin einen reich verzierten Frack aus dem Fundus des Staatstheaters trägt.
Leckeres. Im Theater „O“ gibt es neben Schattentheater auch türkische Leckereien. Unter anderem Gözlem, das sind herzhafte gefüllte Pfannkuchen. Und die rufen sogar die Feuerwehr auf den Plan: Vielleicht raucht die Herdplatte zu sehr, jedenfalls wird der Feueralarm ausgelöst. Vielleicht haben die Feuerwehrleute ja Glück und bekommen wenigstens einen Pfannkuchen fürs vergebliche Anrücken.
Feuriges. Je später der Abend, desto voller die Lessingstraße. Bei der Pegasus Feuershow drängen sich die Besucher, um einen Blick auf das Paar zu werfen, das so anmutig jongliert. Dass sich die beiden während der heißen Vorführung sogar küssen, sorgt für Begeisterung.
Ergreifendes. Isabel Blechschmidt singt auf der Bühne in der Lessingstraße eine herzzerreißende Arie aus „Rusalka“, dem lyrischen Märchen von Dvorák, in dem sich eine Meerjungfrau aus Liebe zu einem Mann in eine Menschenfrau verwandeln lässt. Der verschmäht sie aber schon bald. Gebannt ruht der Blick auf der schönen Blechschmidt, die so viel Schmerz in ihre Stimme legt. Da lenkt ein lautes Knattern den Blick von der Bühne ab: Die Sandstraße verläuft direkt hinter der Bühne, das Knattern stammt von einem Motorradfahrer, der ordentlich am Gashahn dreht. Und einen damit aus der Rührung reißt. Aber nur kurz.
Interaktives. Ein Renner ist die Postkarten-Performance mit Susanne Carl vom Rote-Nase-Clowntheater. Die Besucher stehen zum Teil lange an, um sich fantasievoll verkleidet und maskiert in einem überdimensionalen Bilderrahmen zu positionieren. Dabei beweisen viele erstaunliche Kreativität und bringen die Maske schon mal am Hinterkopf an oder mimen ein altes, gebrechliches Mütterchen, um schon im nächsten Moment wieder mädchenhaft-verspielt zu posieren. Dass eine Verkleidung Hemmungen fallen lässt, lehrt uns der Kölner Karneval alljährlich. Bei der Blauen Nacht entstehen dabei noch künstlerische Fotos.
Abseitiges. Ihren absoluten Höhepunkt – auch, was die Besucherzahlen angeht – erreicht das Kulturviereck in der Lessingstraße gegen 21.30 Uhr. Da nämlich zieht Don Juan Campos mit seinem Gefolge ein. Zuvor ging es stundenlang durch die Stadt, der Don ließ sich abwechselnd in der Kutsche fahren und tragen, stieg an ausgewählten Plätzen aus und wieder ein. Die Prozession wird von einer Vielzahl von Lakaien begleitet, die Lampions und Luftballons halten und sich dem Don notfalls auch als Trittleiter zur Verfügung stellen. Schon der Start auf dem Hauptmarkt entpuppte sich als köstliche Parodie auf den Starkult. Wie der Rattenfänger von Hameln scharte er immer mehr Menschen um sich, die dann in der Lessingstraße nach dem langen Vorspiel endlich die ersehnte Darbietung sehen. Dass es sich bei dem angeblichen Ausnahmekünstler um ein Projekt der Akademie der Bildenden Künste handelt, wissen vermutlich nicht alle. Spaß macht die freche, absurde Show des Don aber allemal.

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