|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
80 Jahre und kein bisschen langsam: Karl Siebenweiber ist der älteste Teilnehmer bei den Jedermann-Rennen. „Ich fahre schon seit 1996 mit. Es macht immer wieder Spaß“, erzählt der rüstige Rentner, der in ferner Vergangenheit mal einen Radsport-Titel holte: „1948 bin ich Jugendmeister im Chiemgau gewesen“, erzählt der Routinier. Dass der damals 16-Jährige seinerzeit in Bad Aibling bei Verwandten wohnte, hatte einen traurigen Hintergrund: Mutter und Großmutter kamen beim Bombenangriff vom 2. Januar 1945 auf Nürnberg ums Leben, der Vater war noch in Kriegsgefangenschaft. 1952 kehrte Siebenweiber nach Nürnberg zurück, arbeitete als Fernmeldetechniker und radelte viel in seiner Freizeit. 2013 will er wieder antreten, wenn es die Gesundheit zulässt. „Solange ich nicht Letzter werde, fahre ich weiter mit.“ Dieses Schicksal hat er auch diesmal vermieden: Bei der Männerkonkurrenz über 22 Kilometer landete er auf Rang 35 von 41 Startern.
Von wegen aus der Puste: „Sie hätten uns auch während des Rennens interviewen können, das wäre kein Problem gewesen“, witzelt Erlangens Oberbürgermeister Siegfried Balleis (59) direkt nach der Zieleinkunft. Gemeinsam mit Klaus L. Wübbenhorst (56) bildet er das Team Metropolregion, Seite an Seite kämpften sie sich den Burgberg hoch und landen beim 22-Kilometer-Jedermannrennen auf den Plätzen 31 (Wübbenhorst) und 32. „Der Berg hat es schon in sich“, räumen die beiden ein, und auch der Hauptmarkt mit seinem Kopfsteinpflaster sei heftig. Dennoch finden sie die Strecke schöner als die der Rennen 2010 und 2011 – damals ging es von der Altstadt aus hinaus in den Landkreis Erlangen-Höchstadt, was aus Kostengründen nun nicht mehr möglich war. „Es ist auch für die Zuschauer attraktiver, in der Innenstadt zu bleiben“, findet Ex-GfK-Chef Wübbenhorst.
Radsport als Familienereignis: Begeistert feuern vier Kinder des Ehepaars Beyer die Fahrradfahrer an, die an der Augustinerstraße vorbeirasen. Nur das fünfte ist noch nicht ganz so enthusiastisch. Die zwei Wochen alte Sarah schläft friedlich im Kinderwagen. „Aber sie wird auch schon an die Thematik herangeführt“, sagt der 38-jährige Andreas Beyer. Er und seine Familie sind Stammgast beim Altstadtrennen. „Für uns ist dieser Termin genauso fest gebucht wie der Christkindlesmarkt.“ „Die Atmosphäre ist einfach toll“, sagt Melanie Beyer (32). Das finden auch die siebenjährige Clarissa und ihre drei jüngeren Geschwister, die klatschen und jubeln, wenn die Radfahrer vorbeidüsen. Die Beyers sind beide jeweils schon mit ihren Eltern zum Radrennen gegangen, nun nehmen sie ihre Kinder mit. Später wollen sie noch auf den Hauptmarkt. Die gute Stube der Stadt wird beim Radrennen zur Kinderstube – mit Hüpfburg, Mini-Eisenbahn und Schminkwerkstatt.
Sieg oder Blaulicht: Mit solchen und ähnlich skurrilen Namen sind die Teams beim Wettbewerb „Run & Bike“ unterwegs. Einer rennt, einer fährt Rad, zwischendurch wechselt man sich ab. Vater und Sohn Schmidt tauschen jedoch nur einmal, weil sich Papa Marc (40) mit dem Kinderrad von Sohnemann Nico etwas schwer tut. Der Sechsjährige findet am Ende der beiden Runden (7,5 Kilometer), dass man ruhig noch eine dritte hätte drehen können, der Vater steht nach Atem ringend und schweißgebadet daneben. Ihrem Namen „Schneller Pfeil“, den sich Nico ausgedacht hat, werden sie mit Platz drei unter neun Startern vollauf gerecht. Am schnellsten sind am Ende Michael Polster (29) und Franz-Thomas Wieman (36), die auch noch erklären, was es mit ihrem eingangs erwähnten Teamnamen auf sich hat: „Blaulicht steht für den Krankenwagen“, sagt Polster. Man quält sich eben für den Sieg. Die beiden haben am Vormittag schon das 44-Kilometer-Jedermannrennen bestritten und dort unter 154 Startern bei den Männern die Ränge sechs und zwölf belegt. „Run & Bike“ war für sie nur eine schöne Zugabe.
Vor lauter Radrennen kein Fahrradfahren: Rennorganisator Jürgen Thielemann (59) schwingt sich sonntags für gewöhnlich selbst aufs Rad und ist in der Fränkischen Schweiz unterwegs. Doch am Tag des Altstadtrennens muss der Chef des städtischen Sportservice auf dieses Freizeitvergnügen verzichten. 2010 hat er selbst mal an der Jedermann-Konkurrenz teilgenommen. „Das kam aber bei den Mitorganisatoren nicht so gut an, dass ich da mal zwei Stunden weg war.“ Deswegen lässt er das jetzt lieber bleiben. „Außerdem sind mir 44 Kilometer doch eh zu kurz“, sagt er und lacht. Da das Elite-Rennen ab 2013 als Schlussetappe der Bayern-Rundfahrt stattfindet, muss Thielemann mal wieder ein neues Konzept erarbeiten. Für die Jedermänner aber soll es weitergehen. „Die bisherigen Bausteine werden bleiben.“

Mi. 22.05.13
Mi. 22.05.13
Mi. 22.05.13
Mi. 22.05.13
Di. 21.05.13