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Neuer Stadttarif für Nürnberg, Fürth und Stein

Fahrkarten werden um fast 15 Prozent teurer - 06.12.2011 07:00 Uhr

Ab  Sonntag (11.12.) fährt die Linie 5 Tiergarten-Hauptbahnhof durch die Pillenreuther Straße Richtung Worzeldorfer Straße. Die VAG hofft auf mehr Fahrgäste durch die neue Direktverbindung.

Ab Sonntag (11.12.) fährt die Linie 5 Tiergarten-Hauptbahnhof durch die Pillenreuther Straße Richtung Worzeldorfer Straße. Die VAG hofft auf mehr Fahrgäste durch die neue Direktverbindung. © Roland Fengler


Der Vorstandsvorsitzende der VAG Josef Hasler begründet die Anhebung mit dem guten Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr in Nürnberg, das erhalten bleiben soll. Seit 2002 hat die VAG nach eigenen Angaben den Kostendeckungsgrad des Betriebs von 65 auf 75 Prozent verbessert. Es wurden sämtliche Geschäftsbereiche auf Einsparungen hin durchleuchtet, Prozesse effizienter gestaltet, Personal abgebaut, Lohnzahlungen verringert und das Angebot in nachfrageschwachen Zeiten ausgedünnt, um das Ergebnis zu verbessern. „Wir waren damit erfolgreich und konnten so das Ergebnis bei 65 Millionen Euro stabilisieren“, so Hasler.

Dieses Defizit in Höhe von 65 Millionen Euro wird von den Gewinnen der N-Ergie ausgeglichen, da beide städtischen Firmen unter dem Dach der Städtischen Werke Nürnberg zusammengefasst sind. Würde die N-Ergie weniger Gewinne machen, dann müsste die Stadt für Verluste geradestehen. Nachdem aber absehbar ist, dass in den nächsten Jahren der Preiskampf im Energiebereich wesentlich härter wird und deshalb wahrscheinlich auch die Gewinne der N-Ergie abschmelzen haben sich VAG und die meisten Stadträte zu einer überdurchschnittlich hohen Anhebung der Tarife durchgerungen. Zur Verschärfung der Situation hat auch die angekündigte Minderung der Zuschüsse von Bund und Land beigetragen.

Im Vergleich zu anderen Städten bewegt sich die VAG auch nach der Anhebung der Preise im Mittelfeld, so Hasler. Würden die Tarife der VAG nicht erhöht werden, dann, so der VAG-Chef, würde das Jahresdefizit 2015 bei 86 Millionen Euro liegen. Mindestens 20 Millionen Euro, wahrscheinlich deutlich mehr, kämen dann auf den städtischen Haushalt als Verlustausgleich zu. Das soll mit der Tariferhöhung vermieden werden.

Karten gelten auch 2012 weiter

Die Preiserhöhungen im Überblick: Mit der neu eingeführten Tarifstufe A kostet eine Einzelfahrt künftig 2,40 Euro, die Kurzstrecke verteuert sich dagegen nicht.

Die Preiserhöhungen im Überblick: Mit der neu eingeführten Tarifstufe A kostet eine Einzelfahrt künftig 2,40 Euro, die Kurzstrecke verteuert sich dagegen nicht. © Quelle: VAG


Die 30prozentige Erhöhung bis 2015 ist vor allem bei den Linken im Stadtrat auf heftigen Widerstand gestoßen. Insgesamt 6000 Unterschriften brachten sie gegen die Anhebung zusammen. In der Vergangenheit durfte die VAG aufgrund der Atzelsberger Beschlüsse – dem VGN-Grundlagenvertrag – in der Regel die Preise nur um drei Prozent anheben. Bei der Preiserhöhung für 2012 gehen 3,19 Prozent auf die Atzelsberger Beschlüsse zurück. Diese Beschlüsse berücksichtigen zum Teil die Inflation und steigende Energiepreise, aber keine Verbesserung des Angebots.

Mit einem Plus von 14,9 Prozent ist die Preissteigerung bei der Einzelfahrt im Stadttarif am höchsten. Die Fahrt in der Tarifzone A kostet künftig 2,40 statt 2,10. Die 10er-Streifenkarte wird auf dem Stadtgebiet durch eine neue Fünfer-Streifenkarte, bei der künftig nur noch ein Feld abgestempelt werden muss, ersetzt. Die 10er-Streifenkarte kann aber noch bis Ende 2012 benutzt werden oder aber man lässt sich das Geld zurückzahlen. Die 10er Streifenkarte kann auch außerhalb der Städte Nürnberg, Fürth und Stein im VGN-Bereich eingesetzt werden. Die 31-Tage-MobiCard wird um 14,4 Prozent und das Jahres-Abo um 14,3 Prozent teurer. Grundsätzlich gilt, dass alle Karten, die 2011 gekauft werden, 2012 weiter gelten. Die Zweitagesregelung für das TagesTicket ändert sich nicht.

  

André Fischer

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