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Städte und Firmen wollen Quelle-Beschäftigten helfen

Eine große Welle der Solidarität - 30.10.2009

Sie wollen helfen: die Unternehmerin Karin Götz, Nürnbergs Wirtschaftsreferent Roland Fleck, OB Ulrich Maly, Theophil Graband, Chef der TeamBank, Fürths OB Thomas Jung, Elsa Koller-Knedlik, Chefin der Arbeitsagentur und Mathias Hartmann von der Diakonie (v.l.) Moderiert hat Ute Scharnagl.

Sie wollen helfen: die Unternehmerin Karin Götz, Nürnbergs Wirtschaftsreferent Roland Fleck, OB Ulrich Maly, Theophil Graband, Chef der TeamBank, Fürths OB Thomas Jung, Elsa Koller-Knedlik, Chefin der Arbeitsagentur und Mathias Hartmann von der Diakonie (v.l.) Moderiert hat Ute Scharnagl. © Sippel


«Was jetzt mit Quelle passiert ist, macht uns alle betroffen», sagt Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly. «Für so viele Menschen hat dieses Unternehmen ihre Existenz bedeutet – und nicht nur ihre finanzielle.» Sie alle sollten merken, dass sie nicht allein gelassen werden. Deshalb wollen die Städte Nürnberg und Fürth gemeinsam mit der Arbeitsagentur und den Unternehmen versuchen, den Quelle-Mitarbeitern eine neue Perspektive zu eröffnen. Unter dem Motto «Die Region hilft» soll der Kraftakt stehen, der den betroffenen Menschen Mut machen soll – und auch schon erste Ergebnisse vorzuweisen hat: «137 Unternehmen haben sich schon gemeldet, die Quelle-Mitarbeitern helfen wollen. Ganz große Unternehmen, aber auch kleine.»

Die TeamBank, in deren Räumen am Rathenauplatz die Pressekonferenz stattfindet, hat bereits 40 Arbeitsplätze zugesagt, 20 davon in Nürnberg. «Wir wollen uns dauerhaft einbringen und hoffen, dass andere auch mitmachen», sagt Theophil Graband, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, das in der Metropolregion mehr als 1000 Mitarbeiter hat. Es gehe auch darum ein Zeichen für eine solidarische Stadtgemeinschaft zu setzen.

Es sind ganz unterschiedliche Firmen, die Hilfe leisten wollen, mit ganz unterschiedlichen Angeboten. Da ist zum Beispiel Karin E. Götz, die Chefin der Firma Avalon Gebäudedienstleistungen, die sich bei einem Besuch im Quelle-Kaufhaus überlegt hat, was der Mittelstand in der Region für die Betroffenen tun kann. Fünf neue Stellen wird es in ihrem Haus geben, die Quelle-Mitarbeitern zur Verfügung stehen.

Mathias Hartmann von der Diakonie Neuendettelsau hat ebenfalls gute Nachrichten mitgebracht. Für bis zu 100 Menschen soll die Möglichkeit geschaffen werden, eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer oder zur Altenpflegehelferin zu machen. Darüberhinaus könne die Diakonie rund 40 Ausbildungsmöglichkeiten zur Fachhauswirtschafterin anbieten, die zum Beispiel in speziellen Senioren-Wohneinrichtungen zum Einsatz kommen. Etwa wenn es um die Betreuung von Menschen mit Demenz geht. «Die Berufsaussichten für Pflegekräfte sind sehr gut», sagt Hartmann. «Wir bewegen uns nämlich auf einen Pflegekräftemangel zu.» Auch das Marktforschungsunternehmen GfK und das Nürnberger Immobilien-Unternehmen Immowelt stellen Quelle-Mitarbeitern Arbeitsplätze in Aussicht.

Elsa Koller-Knedlik, die Chefin der Agentur für Arbeit in Nürnberg, freut sich über das Engagement der regionalen Firmen. Rund 250 Stellen seien bislang zusammengekommen – und sie hofft natürlich auf mehr. Im Moment treibt sie aber vor allem die Sorge um, dass die Betroffenen jetzt erst einmal das Richtige tun. Nämlich sich so schnell wie möglich arbeitslos zu melden, damit ihnen kein Geld verloren geht. «Egal ob jemand in drei Tagen oder erst in drei Monaten ohne Arbeit ist.» Wichtig sei, die Arbeitsbescheinigung nicht zu vergessen. «Wer keine hat, legt die letzten Lohnabrechnungen bei, damit die Höhe seines Anspruchs errechnet werden kann.» Heute sind die Agentur-Mitarbeiter zum letzten Mal vor Ort im Einsatz. Dann wird das mobile Arbeitsamt im Quelle-Versandzentrum geschlossen. (Siehe S. 15) 

Gabi Seitz

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