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Ein Zufall macht die Nacht besonders blau

Spontaner Zuwachs für Nürnbergs Kulturnacht - 19.05.2012 09:43 Uhr

Nürnberg  - Der pure Zufall macht die Blaue Nacht heute noch etwas blauer. Eigentlich sind es aber gleich drei Zufälle.

Blaue Bilder statt Backbude: Christian Weber hat in der Lorenzer Straße einen leerstehenden Laden entdeckt. Als Zwischennutzer darf er dort zwei Wochen lang ausstellen. Das Zeitfenster ist klein, aber perfekt, denn es umfasst die Blaue Nacht. So etwas kann man nicht planen, da braucht man Glück.
Blaue Bilder statt Backbude: Christian Weber hat in der Lorenzer Straße einen leerstehenden Laden entdeckt. Als Zwischennutzer darf er dort zwei Wochen lang ausstellen. Das Zeitfenster ist klein, aber perfekt, denn es umfasst die Blaue Nacht. So etwas kann man nicht planen, da braucht man Glück.
Foto: Hagen Gerullis
Blaue Bilder statt Backbude: Christian Weber hat in der Lorenzer Straße einen leerstehenden Laden entdeckt. Als Zwischennutzer darf er dort zwei Wochen lang ausstellen. Das Zeitfenster ist klein, aber perfekt, denn es umfasst die Blaue Nacht. So etwas kann man nicht planen, da braucht man Glück.
Blaue Bilder statt Backbude: Christian Weber hat in der Lorenzer Straße einen leerstehenden Laden entdeckt. Als Zwischennutzer darf er dort zwei Wochen lang ausstellen. Das Zeitfenster ist klein, aber perfekt, denn es umfasst die Blaue Nacht. So etwas kann man nicht planen, da braucht man Glück.
Foto: Hagen Gerullis

Nummer eins: Der Nürnberger Künstler Christian Weber hat eine Serie mit blauen Bildern geschaffen – ohne jemals an die Blaue Nacht zu denken. Zufall Nummer zwei ist eine Entdeckung in der Lorenzer Straße: Dort sah er ein leerstehendes Lokal und vereinbarte mit dem Nachmieter, dass er darin als Zwischennutzer zwei Wochen lang seine Bilder ausstellen kann. Und zu Beginn seiner Ausstellung merkte er schließlich, dass exakt in die Mitte dieses Zeitraumes jene Nacht fällt, zu der blaue Bilder besonders gut passen.

Schnell wurden geänderte Öffnungszeiten auf das Plakat am Eingang geklebt. So bekommt die Blaue Nacht nun eine neue kleine Attraktion, bei der das Thema blau mehr im Zentrum steht als bei den meisten offiziellen Beiträgen. „Cyanotype“ lautet der Titel von Webers Ausstellung – und bezeichnet zugleich ein fotografisches Druckverfahren mit cyanblauen Farbtönen.


Der Künstler kann auch anders: Mit Streetart-Aufklebern stellt er die Sehgewohnheiten auf den Kopf.
Der Künstler kann auch anders: Mit Streetart-Aufklebern stellt er die Sehgewohnheiten auf den Kopf.
Foto: Christian Weber
Der Künstler kann auch anders: Mit Streetart-Aufklebern stellt er die Sehgewohnheiten auf den Kopf.
Der Künstler kann auch anders: Mit Streetart-Aufklebern stellt er die Sehgewohnheiten auf den Kopf.
Foto: Christian Weber

Christian Weber druckt damit zum Beispiel Fotomontagen, in denen er das benachbarte Parkhaus mit einem andernorts aufgenommenen Rolltor zu einem ganz neuen Gebäude zusammenfügt. Oder er kreiert am Computer detailfreudige Zeichnungen von Maschinen, die es gar nicht gibt. Daneben stellt er wie bei einer Betriebsanleitung Schriftzeichen – doch auch diese Symbole sind erfunden. Auf den ersten Blick wirken sie wie Chinesisch. Aber es ist eben das wahre Fachchinesisch, das wirklich kein Mensch verstehen kann.



„Strukturjazz“ nennt der 34-Jährige seine kontrastreichen Bilder. Und aus dem kleinen Ghettoblaster in der Ecke erklingt auch meistens Jazz. Die meisten Passanten bleiben aber staunend draußen vor dem Fenster stehen: „Die wenigsten Leute trauen sich rein“, erzählt Weber lachend. „Aber ich habe hier schon viele interessante Gespräche geführt.“

Geöffnet hat die Tür der ehemaligen Backbude am Wochenende sowie werktags „spontan, um die Mittagszeit“, sagt Weber, der seit zehn Jahren als freischaffender Künstler arbeitet. „Nächste Woche werde ich aber öfter da sein“, verspricht er. Gut so, denn seine nächste Ausstellung beginnt erst im Herbst, und zwar in Berlin. Doch in Nürnberg kann man ebenfalls Kunst entdecken, die als typisch für Berlin gilt: Weber macht nämlich auch Streetart, verfremdet zum Beispiel Schilder mit Aufklebern.

„Cyanotype“, bis 27. Mai in der Lorenzer Straße 23. Sa. und So. von 12 bis 17 Uhr, in der Blauen Nacht ab 19 Uhr bis zum offenen Ende. Im Internet: www. eyeshots.net


  

Erik Stecher


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Zum Thema
Blaue Nacht 2010
Seit:
2000
Turnus:
jährlich

Termin:
4. Mai 2013
Kurzbeschreibung:
Anlässlich des Nürnberger Stadtjubiläums im Jahr 2000 und der Eröffnung der Kulturmeile fand erstmals eine "Blaue Nacht" in der Nürnberger Innenstadt statt. Seitdem wird sie jedes Jahr unter großem Publikumsandrang mit wechselnden Themen gefeiert. In Museen, Kultureinrichtungen und auf der Straße laufen Ausstellungen, Performances, Kunstaktionen und Lichtspektakel. Die Innenstadt wird an diesem Abend in blaues Licht getaucht.
Besucher:
120.000 (im Jahr 2012)