|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Der Mann, der dafür hauptsächlich verantwortlich ist, heißt Marco Wittmann und grinst auch. Der Rennfahrer ist es gewohnt, dass Gäste so reagieren, wenn sie ein paar Runden mit ihm über die Rennstrecke rasen dürfen. „Die einen schreien, die anderen klammern sich fest, und am Ende strahlen sie alle“, sagt der 22-Jährige aus Markt Erlbach. „Es ist schön, wenn man den Leuten eine Freude machen kann.“
Einfach so einsteigen ist allerdings nicht drin. Erstmal muss ich unterschreiben, dass ich mir des Unfallrisikos bewusst bin, das auch ein erfahrener Rennfahrer nicht komplett ausschließen kann, und ich schreibe die Telefonnummer meines Mannes auf, der im Fall der Fälle informiert werden soll. Da muss ich kurz schlucken.
Aber die Vorfreude nimmt schnell wieder überhand, als ich mit einem Helm und einem feuerfesten Rennoverall ausgestattet werde, in dem ich aussehe wie ein Marsmännchen. Jetzt muss ich nur irgendwie die Brille wieder in den engen Helm kriegen – ich will das schon genau sehen, wie nah wir gleich an der berühmt-berüchtigten „Wall of Champions“ vorbeidonnern.
Das Auto, ein BMW M3 GT4 mit 420 PS, weiß und beklebt mit Sponsoren-Logos, macht auf mich ordentlich Eindruck. Innen schützt ein Sicherheitskäfig, durch dessen Gestänge man sich regelrecht hineinschlängeln muss. Von einem netten Helfer werde ich so fest angeschallt, dass es mir kurz die Luft nimmt. Aber da geht es schon los, keine Zeit zum Nachdenken, Wittmann gibt Gas, die Schwerkraft drückt mich in den Sitz.
Raus aus der Boxengasse, rauf auf die Strecke, die ich schon zigmal als Zuschauerin und NZ-Berichterstatterin gesehen habe, und die aus dieser Perspektive plötzlich ganz anders aussieht. Wittmann beschleunigt, dann taucht schon die erste Linkskurve vor uns auf – wann will der Mann eigentlich bremsen? Er tut es, etwas später als erwartet, aber dafür umso gewaltiger, mit 60 Bar Bremsdruck.
Zack, zack, zack, wieder hochschalten, dann kommt plötzlich das Schöller-S, also schnell runterschalten. Im dritten Gang mit immer noch 120 Sachen nimmt Wittmann in Ideallinie die Rechts-Links-Kurve, während ich vor lauter Spaß nur noch laut lachen kann: Es ist einfach zu genial, dass der M3 GT4 auf der Fahrbahn klebt und sich keinen Millimeter vom Boden abhebt, wo Otto-Normal-Auto längst im Graben gelandet wäre.
Hinter uns taucht ein Porsche auf. Frechheit, der überholt einfach! „Gegen den haben wir keine Chance“, sagt Wittmann cool, bleibt aber so nah wie möglich dran am hübschen Hinterteil des Kultgefährts. 230 Stundenkilometer zeigt unser Tacho an, Tendenz steigend.
Angst kommt in keinem Moment auf. Ich vertraue Wittmann, der weiß schon, was er tut. Aber umso mehr Respekt habe ich vor der Leistung der Rennfahrer, die ständig hochkonzentriert am Limit agieren, weil sich jeder klitzekleine Fehler rächt, besonders hier am Norisring.
Für mich heißt es drei Runden lang nur genießen und spüren, wie das Adrenalin durch meinen Körper schwappt. Ich will gar nicht mehr aussteigen. Trotzdem ist der Traum irgendwann zu Ende. Hilfe, ich habe jetzt schon Entzugserscheinungen! Und ich fürchte, eine Fahrt am Rande der Legalität mit 60 Stundenkilometern auf der Beuthener Straße in meinem guten alten Opel Astra wird kein probates Gegenmittel sein.
Di. 18.06.13
Sa. 15.06.13
Mo. 03.06.13
Mo. 03.06.13
Di. 28.05.13