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Dazu trägt auch die reiche fränkische Video-Szene auf Youtube bei, die schon für etliche überraschende Karrieren wie die des Heavy-Metal-Haudraufs Bembers gesorgt hat.
Gibt man bei YouTube „Fränkisch“ ein, landet man erst einmal bei Ingo Appelt. Der hat nämlich bei einem Auftritt im Bayerischen Fernsehen eine faustdicke Überraschung parat: „Warum ist der Appelt so böse? Das kann ich euch sagen – ich habe 15 Jahre meines Lebens in Würzburg verbracht!“ Und um das zu belegen, wechselt er nun übergangslos ins Fränkische, in dem man seiner Einschätzung nach „gar ned freundli sei kann“. Das fängt schon beim Grüßen an: „Wenn man in Franken ,Grüß Gott!!‘ hört, da fühlst du dich doch wie angebellt!“ Und den Egersdörfer, den habe er mal in seine Sendung in Köln eingeladen: „Nach fünf Minuten musste ich abbrechen und 100 Seelsorger besorgen“.
Nach den nun folgenden und offenbar unvermeidlichen „Loddar“-Scherzen wird es wieder grundsätzlich: „A Liebeserklärung auf Fränggisch – des hört si einfach bled an!“ Stattdessen heißt es eben „Leech di hie und hald dei Babbn!“ Eine trostlose Situation, die man sich eigentlich nur schöntrinken kann und die wohl den Grund dafür darstellt, weshalb in Würzburg selbst in den Spitälern kein Alhoholverbot herrscht: „Die bauen das Zeug sogar noch an!“ Das wäre im Übrigen noch ein Tipp zur Popularitätssteigerung, rät Appelt dem im Publikum sitzenden Markus Söder: „Frankenwein auf Krankenschein!“
Die fränkische Wundertüte auf YouTube hält noch weitere Überraschungen bereit: Neben den in allen Dialekten anzutreffenden Synchronfassungen von Zeichentrick- und Animationsserien sowie Spielfilm-Ausschnitten finden sich auch einige echt kreative Perlen. Eine der heißesten Nummern sind die in mehreren Folgen von „O-Town-Film“ produzierten Folgen von „Fränggisch Figgdschn“.
„Hobb edz, abbonier den Kanal!“ wird der Betrachter gleich unmissverständlich aufgefordert, und falls er diesem Ansinnen nachkommt, bleibt er nicht enttäuscht zurück: Hier wird der kultige Tarantino-Film nämlich nicht synchronisiert, sondern mit fränkischen Darstellern komplett neu gedreht.
Alles ist liebevoll den Vorbildern nachempfunden, von den Anzügen bis hin zu den Frisuren von John Travolta und Samuel L. Jackson. Allerdings unterhält sich das Gangster-Duo jetzt über die Unterschiede zwischen Nürnberg und der Landeshauptstadt: „Dou kannst mit am Kasten Bier übern Stachus quaadschn, und des interessiert ka alde Sau.“ „Und wos is mid die Brezn?“ „Die hassn dou genausu, sin’ abber ned vom Kolb.“
Aus dem Gangsterboss wird der „Kabbo“, und seine Freundin ist „Nacheldesignerin“. Die Opfer der Unterwelthelden werden auch nicht beim Hamburgermampfen überrumpelt, denn es gibt „Bressag zum Frühstück“ – allerdings den „vom Hoeness seiner Worschdfabrigg“. Wie sich dann herausstellt, wurden dem „Kabbo“ die letzten Seidla seines Premium-Weizens geklaut – das kann natürlich nur in einem Kugelhagel enden. Unangefochten über allen schwebt natürlich im Moment noch „der Bembers“ – sein fränkischer Heavy-Metal-Humor hat ihn schließlich bundesweit bekanntgemacht. Man muss allerdings feststellen, dass sich die klassischen Bembers-Spots, bei denen das einzige optische Element das aufgedunsene Gesicht unseres Helden war, etwas rar machen, dafür gibt es „Bembers in Echt“ beim Autorennen oder beim Zahnarzt.
Außerdem diskutiert die Netzgemeinde darüber, wer denn das wahre Vorbild unseres Metal-Grantlers ist. Ein heißer Kandidat ist etwa der „König Bussi“ aus Bully Herbigs Animationsfilm „Lissy und der wilde Kaiser“. Das mag optisch ja hinkommen, allerdings muss man als Franke neidlos anerkennen, dass unsere nördlichen Nachbarn solche Art von Humor schon des Längeren pflegen: Die wahren Pioniere des Meddl-Humors sind nämlich Richy und Headbanger, dargestellt vom hessischen Comedyduo „Badesalz“.
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