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Da ist ein Dokumentarfilm, der sich dieses Themas annimmt, durchaus reizvoll, vor allem, wenn er es in origineller Weise tut, wie es dem russischen Dokufilmer Victor Kossakovsky gelingt. Sein Film „¡Vivan las Antipodas!“ stellt kommentarlos vier landschaftlich hinreißende Gegenfüßler-Ortspaare vor und verbindet diese fernstmöglichen Lokalitäten in vielfacher Weise: bildlich, thematisch, musikalisch.
Bis sich heimliche Korrespondenzen zeigen, assoziative Zusammenhänge, die eine erdumspannende Einheit stiften: zwischen den vor sich hin frotzelnden, unterbeschäftigten Brückenwärtern in der argentinischen Pampa und den wuselnden Fährpassagieren in Shanghai, zwischen dem isolierten chilenischen Gaucho und der nicht minder einsam lebenden russischen Baikalsee-Bewohnerin, den Freuden diverser Insekten in Spanien und den Nöten eines Wales in Neuseeland. Besonders gewagt: die gutturalen Geräusche eines botswanischen Löwenrudels als Echo des Lava-Grollens auf Hawaii.
Nicht immer bleibt dabei die dramaturgische Spannung erhalten, manch perspektivischer Trick wird überstrapaziert. Überwältigend aber bis zuletzt: die atemberaubende Schönheit dieser filmischen Reise um die Erde. (FILMHAUS)
