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Heute wollen wir rund um Großhabersdorf wandern. Mit dem Auto ist die Gemeinde im Westen von Nürnberg in etwa 35 Minuten über die St2245 zu erreichen. An der zweiten Einfahrt nach Großhabersdorf liegt an der Blumenstraße ein geräumiger P+R-Parkplatz.
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Großhabersdorf gut zu erreichen: Entweder mit der Bus-Linie 113 ab dem U- und S-Bahnhof Nürnberg/Rothenburger Straße; oder mit der S-Bahn bis Roßtal und von dort mit dem Bus Nr. 114 bis Großhabersdorf-Blumenstraße.
Hier angekommen folgen wir zuerst der Nürnberger Straße, die am Rathaus und dem Gasthaus „Rotes Ross“ vorbeiführt. Wir biegen dann nach links in die Ansbacher Straße ein, um nach ein paar hundert Metern den Biberttal-Wanderweg zu erreichen. Dieser verläuft parallel zur St 2246 auf der ehemaligen Trasse der Biberttal-Bahn, die einst „Bibert-Bärbel“ genannt wurde.
Diesem sehr gut ausgebauten Fuß- und Radweg folgen wir etwa 3,4 Kilometer bis zu dem Wanderparkplatz bei Münchzell. Hier biegen wir zuerst in den Dietenhofener Weg ein und folgen nach ein paar hundert Metern dem Wegweiser „Heidenhügel/Sieben Richter/Gesamtlänge 6 km“, der uns rechts hinauf auf einen breiten Waldweg führt (Markierung: Grünes Kreuz auf weißem Grund). Dieser verläuft durch einen schönen lichten Laubwald mit von Laub und Moos bedecktem Boden. Nach gut einem Kilometer gabelt sich der Weg: Wenn wir zu den „Sieben Richtern“ wollen, halten wir uns rechts. Geradeaus führt ein schmaler Pfad zu den „Heidenhügeln“ (Markierung: Roter Punkt auf weißem Grund).
Wer nach rechts weitergewandert ist, erreicht nach etwa 500 Metern die Abzweigung zu den „Sieben Richtern“. Das Einzige, was darauf hinweist, ist ein roter Punkt auf weißem Grund, der an der rechten Seite eines Baumes angebracht ist. Kurz davor hängt ein Schild „Hirschhütte“ an einem Baum. Wir folgen diesem roten Punkt, kommen an einem großen Jäger-Hochsitz vorbei und stehen dann vor den „Sieben Richtern“.
Nun, ganz so imposant, wie sie vielleicht einmal ausgesehen haben, sind sie nicht mehr. Der Zahn der Zeit hat schon an ihnen genagt und ihre Häupter mit frischem Moos überwuchert. Es handelt sich dabei um zwei aus Steinen gebildete Kreise in deren Mitte ein Zentralstein steht. Es ist eine getreue Kopie eines altgermanischen Richtplatzes. Errichtet wurde dieser Steinkreis allerdings nicht von den Germanen selber, sondern von dem Prähistoriker Wilhelm Reynitzsch um 1803/04. Dieser hatte in den Jahren davor die nördlich davon gelegenen Heidengräber, die wohl aus der Zeit um 2800 v. Chr. stammen, ausgegraben und war seither voll der Begeisterung für altgermanisches Brauchtum.
Um weiter auf seinen Spuren zu wandeln, wandern wir von dem Siebenrichterplatz wieder zurück zu dem vorher benutzten Hauptweg. Von hier aus gehen wir zurück bis zu der oben beschriebenen Kreuzung und folgen dem schmalen Pfad nach rechts (Markierung: roter Punkt auf weißem Grund) zum „Heidenhügel“. Reynitzsch glaubte, es handle sich bei den acht von ihm untersuchten Gräbern um germanische Heldengräber.
In seiner großen patriotischen Begeisterung, die damals – es war die Zeit der Romantik – weite Kreise des deutschen Volkes erfasst hatte, wollte er an dieser Stätte ein Denkmal zur Erinnerung an eine große Epoche deutscher Geschichte setzen. Er ließ daher aus dem Steinbruch bei Vincenzbronn einen großen Sandsteinquader kommen und in diesen folgende Inschrift einmeißeln:
Einem tapfern Wigand
Aus unserm Zennenland
Ward dieses Ehrenmal
Von Steinen ohne Zahl
Erhöhet im heiligen Hain
Um seiner eingedenk zu sein
Auf die Rückseite desselben Steines ließ Reynitzsch Runen einritzen, so dass der gutgläubige, von romantischem Überschwang beseelte Theologiestudent Friedrich Wilhelm Huscher aus Ansbach 1830 glaubte, hier einen authentischen Runenstein im Wald entdeckt zu haben und dies auch in einer Fachzeitschrift veröffentlichte. Diese Behauptung erwies sich aber bald als falsch.
Nach so ausführlicher Begegnung mit der Vorgeschichte wenden wir uns wieder der Gegenwart und unserer Wanderung zu, die uns geradeaus durch den Wald und vorbei an Wiesen und Feldern nach Unterschlauersbach führt (Einkehrmöglichkeiten: „Zum Schwarzen Bock“ und „Zum Wiesengrund“).
Der Rückweg nach Großhabersdorf ist von hier aus leicht zu finden: Wir folgen dem Wanderweg nach rechts, der parallel zur St2245 verläuft, am 120 Meter langen Skilift von Unterschlauersbach vorbeiführt und nach zwei Kilometern am Freibad endet. Ein schmaler Weg führt uns rechts der Kneippanlage hoch zur Bachstraße und über die Nürnberger Straße wieder zum P+R-Parkplatz sowie zur Bushaltestelle (Linie 113 oder 114) zurück.
Von dem Siebenrichterplatz aus gibt es noch zwei weitere, kürzere Möglichkeiten, nach Großhabersdorf zurückzukehren. Variante 1: Zurück zum Hauptweg, nach rechts abbiegen und geradeaus der grün-weißen Markierung in Richtung Friedhof und zu der aus dem Mittelalter stammenden evangelischen Kirche folgen, die auf einem Hügel oberhalb von Großhabersdorf steht. Die Rundwanderung ist dann lediglich etwa neun Kilometer lang.
Variante 2: Von den „Sieben Richtern“ zurück zum Hauptweg, diesem nach rechts folgen und nach etwa 600 Metern scharf links abbiegen. Gegenüber dieser Abzweigung steht ein Baum, der mit zwei weißen Ringen markiert ist und auf dem in grüner Schrift eine „6“ steht. Nach etwa einem Kilometer unterqueren wir die Hochspannungsleitung, biegen nach 100 Metern rechts Richtung Friedhof und evangelischer Kirche ab. Dann geht es „Am Kirchberg“ hinunter, vorbei am „Roten Ross“ und über die Nürnberger Straße zurück zum P + R-Parkplatz.
Gemeinde Großhabersdorf, Nürnbergerstraße 12, 09105/998390, www.grosshabersdorf.de
Einkehrmöglichkeiten:
„Zum Roten Ross“, Rothenburger Straße 3, 09105/301
www.zumrotenross.de
Dienstag Ruhetag
In Münchzell: „Zur Klosterkapelle“, 09105/990622,
Dienstag und Donnerstag Ruhetag
In Unterschlauersbach: „Zum Wiesengrund“ 09105/339
Ruhetage: Montag bis Donnerstag
„Zum Schwarzen Bock“,
09105/226, leider nur abends geöffnet, telefonische Voranmeldung erbeten
