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Seine Geschichte einer – einen Krieg und viele Besitzerwechsel überstehenden – Freundschaft zwischen zwei Halbstarken, dem englischen Bauernbub Albert (Jeremy Irvine) und dem Ausnahme-Vollblüter Joey, strotzt nur so vor vorlagebedingten Tränendrüsen-Druckmomenten aller Art: traurigen Trennungen, aberwitzig glücklichen Fügungen, herzzerreißenden Freundschaftsbeweisen und völkerverbindender Tierliebe über alle Kriegsgräben hinweg.
Möglicherweise war diese Anhäufung von Gefühlsaufwallungen selbst Spielberg zu viel, und so wählte er zur Pathosabsorption für seinen Film einen vergangenheitstrunkenen Technicolor-Leinwandstil, der in seinen idyllischen Szenen an Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Trilogie erinnert und in seinen melodramatischen an die Nachkriegs-Monumentalfilme eines David Lean („Doktor Schiwago“). Wenn etwa das Licht anfangs so unglaublich bukolisch auf die grünen Hügel von Devonshire fällt, in der die Farm von Alberts schwer schuftenden Eltern (Emily Watson, Peter Mullan) liegt und der Ursprung von Alberts und Joeys Freundschaft, wähnt man sich fast im Auenland von Mittelerde.
Dort könnte auch die – pittoreskeste aller pittoresken – französischen Mühlen stehen, in die es Joey auf seiner Kriegs-Odyssee irgendwann einmal verschlägt. Da ist das treue Pferd schon längst von seinem ursprünglichen Besitzer getrennt und auf fremde, zeitweise auch deutsche (David Kross, Hinnerk Schönemann) Hilfe angewiesen. Merke: Der Gute ist bei Spielberg der Tierliebende, weil wahrlich Humane – erst recht im Krieg. Und das feiert sein Film rückhaltlos mit aufseufzender Musik, goldenen Horizonten und seltsam schönheitstrunkenen Kriegsszenen.
Wer das einfach nur kitschig findet und mehr als schlicht, hat recht. Eine gewisse abartige Kinomagie entfaltet „Gefährten“ aber nichtsdestotrotz. Wem also Geschmackskriterien wurscht sind, Rührseligkeit aber wichtig, für den heißt es hier: Genussweinen bis zum Happy-End (CINCECITTA, ADMIRAL; Erlangen: CINESTAR)
