14°C
Donnerstag, 24.05. - 04:30 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Die Wirklichkeit ist schlimmer!

Im Gespräch: Helmut Dietl - 02.02.12

Helmut Dietl
 in München
Helmut Dietl in München
Helmut Dietl
 in München
Helmut Dietl in München

25 Jahre nach der Erfolgsserie „Kir Royal“ bringt Regisseur Helmut Dietl, 67, eine Fortsetzung auf die Leinwand. Die bitterböse, leider nicht wirklich gelungene Kinosatire „Zettl“ zeigt die Berliner Polit- und Medienszene als korrupten Haufen von Selbstdarstellern – Geld, Macht und Sex sind das einzige, was zählt (ADMIRAL; CINECITTA; Erlangen: CINESTAR).

Ist die Wirklichkeit tatsächlich so schlimm, wie Sie es darstellen?

Dietl: Die Wirklichkeit ist viel düsterer als der Film. Ich habe ja drei Jahre in Berlin gelebt und diese Geschichte recherchiert. Wenn ich alles erzählt hätte, was ich wirklich weiß, das würde kein Mensch glauben.

Würde die Affäre um Bundespräsident Wulff auch für einen Film taugen?



Dietl: Da haben sich die Maßstäbe schon sehr verschoben. Dass allen Ernstes eine Staatsaffäre entsteht aus so einem Häusel und den paar hundert Euro, die der Wulff sich da für einen Kredit gespart hat, oder wegen irgendwelcher Kochbücher, die das Agrarministerium in Niedersachsen für 3411 Euro herausgegeben hat – dass solche Lappalien einen Skandal hergeben, das begreift allmählich niemand mehr. Wenn die Leute wüssten, was wirklich los ist...

Mit der Münchner Szene sind Sie damals liebevoller umgegangen – mögen Sie Berlin nicht?

Dietl: Nein, das stimmt nicht, ich mag diese Stadt und ich mag auch diesen besonderen Bezirk Berlin-Mitte. Hier kann man erleben, wie es wirklich passiert. Wir hatten ja früher keine Hauptstadt, sondern nur dieses Dorf am Rhein. Aber jetzt haben wir eine Hauptstadt, das

ist etwas Faszinierendes. Wenn man hier spazieren geht, hat man immer das Gefühl, im Zentrum der Entscheidungen zu sein. Für einen Satiriker ist das geradezu ein Geschenk – so viel Narrische wie hier gibt's sonst nicht leicht auf einen Haufen.

Wie sind Sie auf die Idee zu der Geschichte gekommen?

Dietl: Ich wollte eigentlich etwas über Veränderungen machen. Mit der Globalisierung und der New Economy hat sich die Welt in den letzten zehn, zwölf Jahren sehr geändert – und auch das Verhalten der Menschen. Es ist alles viel härter geworden. In den Medien, in der Wirtschaft, in der Politik – überall wird mit sehr harten Bandagen gekämpft. Die Geschichte hatte eigentlich zwei Pole: Franz Xaver Kroetz sollte die alte Moral verkörpern und der junge Bully Herbig die Nichtmoral. Aber dann konnte ich mich mit Kroetz nicht einigen, und habe die Geschichte ganz auf den Zettl hingeschrieben.

Sie gehen sehr streng mit den Menschen ins Gericht...

Dietl: Natürlich ist dieser Film nicht so harmlos, wie die Leute es heute von deutschen Lustspielen gewöhnt sind. Aber ich frage mich auch: Warum bin ich der einzige, der an solche Themen frontal rangeht? Warum machen das andere nicht? Warum gibt es dieses Genre eigentlich nicht mehr? Wir haben in Amerika immer wieder Vorbilder, die zeigen, wie man mit Politik umgehen kann – großartige Filme über die Exzesse der Wall Street, über die Politiker – bloß in Deutschland geht das nicht. Deshalb weiß auch das Publikum, das Volk zu wenig über die Mechanismen, die da herrschen.

Sie haben von Harald Schmidt bis Götz George eine Spitzencrew – wie haben Sie die zusammenbekommen?

Dietl: Ich glaube nicht, dass ich irgendjemanden zweimal einladen musste. Aber schwierig waren die Dreharbeiten. Ich habe ja verschoben und verschoben und verschoben und dann gab’s natürlich Terminprobleme. Es war extrem kompliziert, alle unter einen Hut zu kriegen.

Wie kann das sein, dass sich ein Dietl um Geld sorgen muss?

Dietl: Ja, das habe ich mich auch gefragt, aber es ist halt so. Es ist viel, viel schwieriger geworden mit der Finanzierung als früher. ARD und ZDF haben sofort abgelehnt, als Sender mitzumachen.

Warum? Waren das politische Gründe – war ihnen die Geschichte zu heiß?

Dietl: Ja. Sie haben das immer so verklausuliert gesagt, aber das war’s eigentlich.

 



Fragen: Nada Weigelt, dpa

Ihr Kommentar

Name:
 
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.



Aktueller Zeitungstitel Nürnberger Zeitung
  • Ihre Zeitung – Infos ohne Umwege. Das lesen Sie am Donnerstag in der NZ:
  • Wie man sich ohne Krankenversicherung durchs Leben schlägt
  • Wer gegen die VGN-Tariferhöhung protestiert hat
  • Wie eine französische Künstlerin "Mein Kampf" verfremdet

NZ Facebook neu
            
     

Tour de Bier Logo


Weit über 300 Brauereien gibt es heute noch in Franken und der Oberpfalz. Begleiten Sie uns auf unserem Streifzug durch das Land, "wo Gerste und Hopfen blühen".

Hier geht es zu unserem Brauerei-Guide.
Badeseen in der Region
Badeseen in der Region: Karte zum Öffnen anklicken!
Nachrichten aus aller Welt

Schlagzeilen


User-Kommentare
Suche wird durchgeführt...

Brightcove Video Aktuellste

Tonmeister-Musikquiz
In Runde 16 (18. bis 24. Mai) dreht sich alles um den Eurovision Song Contest.
Termine
Alle

"Rennschwein Rudi Rüssel"

Donnerstag
24
Mai
Kategorie: Kinder, Jugend, Familie
Beginn: 10:15 Uhr
Wo: Feuchtwangen - Kreuzgangspiele
Suche wird durchgeführt...

Nervpromis
NERV-PROMIS

Fußball in der Region
Fußball in der Region
Spielberichte, Statistiken und Hintergründe von der Regionalliga bis zur B-Klasse. Umfassend, aktuell und kompetent.

Moneyspecial DAX

Frankenwiki-Tipp
Diese Woche:
Die Alte Veste bei Zirndorf ist ein geschichtsträchtiger Ort: Bereits im 13. Jahrhundert befand sich hier eine Wehranlage, später tobte hier im 30-jährigen Krieg eine blutige und mehrtägige Schlacht. Heute geht es viel friedlicher zu - mit einem hochaufragenden Aussichtsturm, der schöne Blicke über Franken ermöglicht.
Franken-Wiki direkt durchsuchen:
 

abgeordnetenwatch
abgeordnetenwatch.de
Kontaktieren Sie Ihren Abgeordneten!
Postleitzahl oder Stichwort eingeben und los geht's!
 

themenarchiv bildergalerien
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:
Hier finden Sie über 2600 Fotostrecken

Zeitungs-Anzeige buchen

Familienanzeigen Baby privat |  gewerblich
Familienanzeigen Glückwunsch privat |  gewerblich
Familienanzeigen Hochzeit privat |  gewerblich
Familienanzeigen Traueranzeigen privat |  gewerblich
Kfz Verkauf privat |  gewerblich
Kfz Ankauf privat |  gewerblich
Kfz Motorroller privat |  gewerblich
Kfz Motorrad privat |  gewerblich
Kfz Autoverleih privat |  gewerblich
Immobilien-Ankäufe privat |  gewerblich
Immobilienmarkt Verkäufe privat |  gewerblich
Immobilienmarkt Vermietungen privat |  gewerblich
Immobilien Mietmarkt-Gesuche privat |  gewerblich
Marktplatz Geschäftsanzeigen privat |  gewerblich
Marktplatz Gesundheitswesen privat |  gewerblich
Marktplatz Kaufgesuche privat |  gewerblich
Marktplatz Landwirtschaft privat |  gewerblich
Marktplatz Sonstige privat |  gewerblich
Marktplatz Tiermarkt privat |  gewerblich
Marktplatz Unterricht u. Weiterbildung privat |  gewerblich
Marktplatz Veranstaltungen privat |  gewerblich
Marktplatz Verkäufe privat |  gewerblich
Partnerschaft Heiraten privat |  gewerblich
Partnerschaft Bekanntschaft privat |  gewerblich
Reisemarkt privat |  gewerblich
Stellen Angebote m/w privat |  gewerblich
Stellen Gesuche männlich privat |  gewerblich
Stellen Gesuche m/w privat |  gewerblich
Stellen Gesuche weiblich privat |  gewerblich