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Drei Bierkeller warten auf den Wanderer

Zum Kreuzberg bei Hallerndorf - 05.11. 20:30 Uhr

Hallerndorf  - Am Anfang war das Bier. Am Anfang der Kultur, wohlgemerkt. Nachgewiesen ist, dass die Sumerer im Zweistromland Mesopotamien bereits 3000 Jahre vor Christus Bier zu brauen wussten. Den Arbeitern, welche die ägyptischen Pyramiden bauten, standen pro Tag zwei Krüge Bier zu.

Frisch poliert glänzt der kupferne Sudkessel der Kellerwirtschaft auf dem Kreuzberg bei Hallerndorf.
Frisch poliert glänzt der kupferne Sudkessel der Kellerwirtschaft auf dem Kreuzberg bei Hallerndorf.
Foto: Bachmann
Frisch poliert glänzt der kupferne Sudkessel der Kellerwirtschaft auf dem Kreuzberg bei Hallerndorf.
Frisch poliert glänzt der kupferne Sudkessel der Kellerwirtschaft auf dem Kreuzberg bei Hallerndorf.
Foto: Bachmann

Und die griechischen wie phönizischen Seefahrer der Antike, die bis Norwegen und Westafrika gelangten, nahmen auf diese langen Reisen kein Wasser mit, sondern Bier. Das hatte nämlich den Vorteil, dass es im Gegensatz zu Wasser nicht faulte – und je länger die Seereise dauerte, desto stärker wurde das Bier.

Der Münchner Biologe und Naturhistoriker Josef Reichholf geht noch einen Schritt weiter in die Vergangenheit. Er behauptet, dass die Menschen der Steinzeit Bier gebraut haben, lange bevor sie das Brotbacken erfanden. In seinem Buch „Warum die Menschen sesshaft wurden“ führt er zahlreiche Belege für seine These an. Bier kann man aus Wildgetreide brauen – und aus anderen Naturprodukten wie beispielsweise Bananen.

Blut und Bilsenkraut



Im Mittelalter dann kamen eher zweifelhafte Produkte wie Bilsenkraut und Blut ins Bier, weshalb Wilhelm IV., Herzog von Bayern, 1516 das berühmte Reinheitsgebot erließ, demzufolge nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfen. Das Reinheitsgebot gilt als ältestes Lebensmittelgesetz der Welt.

Nach so viel Biertheorie ist es Zeit, sich auf die Socken zu machen: zum Kreuzberg bei Hallerndorf, wo gleich drei Bierkeller auf den Wanderer warten. Unsere – rund 18 Kilometer lange – Wanderung beginnt in Burk, einem Stadtteil von Forchheim. Dorthin kommen wir mit dem Bus Nr. 206, am Forchheimer Bahnhof steigen wir ein und fahren bis zur Haltestelle Kriegerdenkmal.

Vom Denkmal aus gehen wir in die Röthenstraße hinein und steuern dem Waldrand zu. Beim Waldparkplatz biegen wir rechtwinklig ab und mühen uns auf einem Teersträßlein bergauf. Oben lenken wir unsere Schritte nach links auf einen Parkplatz zu. Von dort folgen wir der Markierung Gelbstrich auf einem schönen Waldweg.

Später streifen wir rechter Hand die Frankenmarter, wo eine Bank steht für unsere erste kleine Ruhepause. Anschließend erreichen wir eine sogenannte Wegspinne, sie heißt „Sechs Eichen“. Wir lassen uns von den vielen Wegen nicht beirren, sondern folgen stur der Markierung Gelbstrich, die uns durch einen gesunden Mischwald führt. Links vom Wanderweg steht das Heinleinskreuz. Hier ist der Weg noch breit, aber bald verengt er sich zu einem schmalen Pfad, der uns bergab leitet.


Wir treffen auf einen Schotterweg, wenden uns nach links und folgen ihm. Nach einiger Zeit lichtet sich der Wald, links sehen wir eine Pferdekoppel und widerstehen der Versuchung, die Tiere zu füttern. Warum? Erstens einmal vertragen Pferde – die wie Menschen an Allergien leiden können – nicht alles, am wenigsten unsere eventuell mitgebrachte Brotzeit, zweitens führt das Füttern unter Umständen zu Futterneid und damit zu Beißereien.

Und jetzt können wir schon den Kreuzberg sehen! Ein Teerweg führt uns in seine Richtung und an einem größeren Weiher vorbei. Wir stoßen auf eine Straße, überqueren sie und gelangen so in den Ort Willersdorf hinein. Hier folgen wir dem Hinweisschild „Hotel Rittmayer“ bis zur Kirche, wo wir uns nach rechts wenden und die Aisch überqueren. Nach der Brücke geht es gleich wieder rechts auf einen Radweg. Wo er auf die Hauptstraße trifft, lenken wir unsere Schritte ein drittes Mal nach rechts, Richtung Hallerndorf. Nach wenigen Minuten verlassen wir die Hauptstraße, diesmal geht’s nach links. Ein Schild weist den Weg zum Kreuzberg. Einen Kilometer haben wir noch bis zum Parkplatz, den wir rechts liegen lassen, und dann sind wir endlich da!

Drei Wirtschaften stehen zur Auswahl, und jede schenkt Kellerbier aus. Beim Trinken halten wir aber Maß, denn der weitere Weg liegt noch vor uns. Zunächst einmal gehen wir in unseren eigenen Spuren zurück, aber nur ein Stück weit, bis uns ein unscheinbarer Wiesenweg nach links in den Talgrund leitet. Unten angekommen passieren wir etliche Weiher und Gärten, bis wir wieder auf die Hauptstraße treffen. Ihr folgen wir nach links in Richtung Hallerndorf. Im Ort wenden wir uns nach dem Gasthof Lieberth nach rechts, überqueren abermals die Aisch und stoßen wiederum auf die Hauptstraße. Bei der Zufahrt zum Bierlager Rittmayer überqueren wir sie und begeben uns einen Schotterweg, der uns zum Wald führt.

Später gabelt sich dieser Weg, wir wählen die linke Gabelung und gehen kurze Zeit später wieder links. Nun wird es fast schon abenteuerlich, denn der Waldweg, den wir jetzt unter die Füße nehmen, ist nicht markiert. Ihm folgen wir einige Kilometer weit, bis wir auf einen von rechts kommenden Waldweg stoßen, der nun auch wieder markiert ist, und zwar mit Grünkreuz. Dieser Markierung folgen wir, überqueren die Straße von Adelsdorf nach Eggolsheim und gelangen in das Zentrum von Schlammersdorf. Diesen Ort verlassen wir auf einer kleinen Straße Richtung Neuses und stoßen wieder an die Hauptstraße. Nun streifen wir noch eine Fabrik mit hohem Kamin und überqueren auf einem Fuß- und Radweg den Donau-Main-Kanal. Nach der Brücke biegen wir links nach Neuses ab und legen die letzten Meter zum Bahnhof von Eggolsheim zurück, wo wir unsere Wanderung beenden.


 



Alfred Bachmann

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