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Durch den Wald und über die Wiesen zum Wein

Wanderung bei Markt Nordheim - 12.05.2012

Markt Nordheim mit Kirche (hinten), restauriertem Gasthaus „Zum Adler“ (links) und Rathaus (rechts): Die St.Georgskirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Ihre Geschichte ist eng mit dem Geschlecht derer von Seinsheim verbunden. Davon
zeugen auch heute noch das Epitaph derer von Seinsheim sowie das Totenschild. Das Wirtshaus am Markt „Zum Adler“ stammt aus dem Jahr 1729. Es stand die
letzten 11 Jahre lang leer. Von seinen neuen Besitzern wurde es jetzt sorgfältig renoviert und ist seit Ostern dieses Jahres inklusive eines Biergartens wieder geöffnet. Für die Kinder steht unterhalb des Gastgartens ein Spielplatz bereit, an dem der Geroldsbach vorbeifließt und bei sommerlichen Temperaturen Abkühlung verspricht.

Markt Nordheim mit Kirche (hinten), restauriertem Gasthaus „Zum Adler“ (links) und Rathaus (rechts): Die St.Georgskirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Ihre Geschichte ist eng mit dem Geschlecht derer von Seinsheim verbunden. Davon zeugen auch heute noch das Epitaph derer von Seinsheim sowie das Totenschild. Das Wirtshaus am Markt „Zum Adler“ stammt aus dem Jahr 1729. Es stand die letzten 11 Jahre lang leer. Von seinen neuen Besitzern wurde es jetzt sorgfältig renoviert und ist seit Ostern dieses Jahres inklusive eines Biergartens wieder geöffnet. Für die Kinder steht unterhalb des Gastgartens ein Spielplatz bereit, an dem der Geroldsbach vorbeifließt und bei sommerlichen Temperaturen Abkühlung verspricht. © Sylvia Fehlinger


Während der letzten 18 Jahre wurde das Dorf erneuert und die Flur bereinigt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und lädt dazu ein, diesen von 1200 Seelen bewohnten Ort und seine Umgebung einmal genauer kennenzulernen.

Und ewig lockt das Wirtshausschild...

Und ewig lockt das Wirtshausschild...


Zu erreichen ist Markt Nordheim vom Großraum Nürnberg aus mit dem Auto in etwa einer Stunde (69 km) über Neustadt/Aisch (B8), Birkenfeld (B470), Schauerheim (NEA6), Unter- und Obernesselbach (NEA6), Deutenheim (St2253) und Krautostheim (NEA33/Steigerwald Höhenstraße).

Bahnreisende steigen in Nürnberg in die Freizeitlinie 109 ein, die sie innerhalb von 40 Minuten nach Markt Bibart bringt, wo an Sonn- und Feiertagen (vom 1. August bis 1. November auch an Samstagen) schon der „BocksbeutelExpress“ auf die Wanderer wartet und diese über Sugenheim, Ezelheim, Ingolstadt, Krautostheim, Herbolzheim und Wüstphül innerhalb von 28 Minuten nach Markt Nordheim befördert.

Während der Woche verkehrt von Nürnberg nach Markt Bibart nur die Linie R1. Die etwa neun Kilometer nach Markt Nordheim müssen statt mit dem Bocksbeutel-Express zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, was auch seine Reize hat und vor allem sehr sportlich ist. In Markt Nordheim angekommen können wir zuerst den Marktplatz bewundern, um den – wie in früheren Zeiten – Kirche, Wirtshaus und Rathaus versammelt sind. Die Kirche St.Georg stammt aus dem 14. Jahrhundert, das Wirtshaus am Markt „Zum Adler“ aus dem Jahr 1729. Letzteres wurde aufwendig renoviert und erstrahlt in neuem Glanz.

Am Ende des Marktplatzes in Richtung Westen finden wir die erste Markierung, einen roten Tropfen auf weißem Grund, der uns den Weg zu dem Naturerlebnisgelände am Geroldsbach weist. Auf der Wanderkarte von Markt Nordheim ist er auch als „Talauenweg 6“ und „MN5“ ausgezeichnet. Nach etwa einem Kilometer führt dieser links durch eine Furt über den Geroldsbach, rechts davon liegt das idyllisch angelegte Freizeitgelände von Markt Nordheim mit Natur-Kneippanlage, Weihern, Grillplatz und Sandbahn für Barfußläufer. Eine Tafel mit dem Gedicht „Über die Erde“ von Martin Auer animiert dazu, die mit unterschiedlichen Materialien belegte Bahn gleich barfuß auszuprobieren.

Wer nicht an diesem attraktiven Freizeitgelände hängen bleiben, sondern weiter wandern will, strebt über eine links davon verlaufende breite Schotterstraße der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße zu, die er nach etwa 800 Metern erreicht. An dem hier eingerichteten Wanderparkplatz biegen wir nach rechts ab, folgen dem parallel zur Straße verlaufenden Wanderweg MN5 bis zum Ende des gegenüberliegenden Wäldchens, überqueren dann die Bocksbeutelstraße und wandern immer geradeaus durch den Wald, bis wir die Ortsverbindungsstraße von Herbolzheim nach Markt Nordheim und den Irrbach erreichen. An diesem können wir auf Wiesenwegen entweder rechts oder links entlang wandern.

Links des Irrbachs wird noch Gips abgebaut, weshalb es hier öfter einmal zu Sprengungen kommt, die allerdings – wie die entsprechenden Hinweistafeln besagen – vorher angekündigt werden. Am Ende dieses Gipsabbaugebietes liegt das Naturschutzgebiet „Sieben Buckel“, auch „Höllern“ genannt, das nicht nur für eines der größten Gipshöhlensysteme Süddeutschlands bekannt ist, sondern auch für die Adonisröschen, die hier im Frühjahr üppig blühen.

Eine Sage

erzählt von der Kaiserin

Gegenüber dieser „Sieben Buckel“ gehen die Wiesenwege entlang des Irrbachs in eine Schotterstraße über. Dieser folgen wir scharf rechts und erreichen nach etwa 700 Metern die Ortsverbindungsstraße von Herbolzheim nach Krautostheim (St2256). Wir halten uns links Richtung Krautostheim, überqueren nach etwa 300 Metern diese Straße und den Ehebach und laufen auf einen 389 Meter hoch gelegenen bewaldeten Bergrücken zu, den wir – vorbei an einem Wasserreservoir – nach rechts umrunden. Nach etwa einem Kilometer erreichen wir den in der Freimarkung Osing gelegenen Osingsee und die dazu gehörende Hütte mit mehreren Informationstafeln, welche über die Geschichte dieses Gebietes aufklären, dessen Äcker und Wiesen auch heute noch alle zehn Jahre unter den Berechtigten neu verlost werden: „Was die Osingsage meint: Der Sage nach ist der Osing

keiner geringeren als Kaiserin Kunigunde zu verdanken, der Gattin von Kaiser Heinrich II. Um das Jahr 1000 soll sie sich in den Wäldern der Gegend verirrt haben. Erst das Abendläuten der vier Osingorte Herbolzheim, Humprechtsau, Krautostheim und Rüdisbronn brachte sie wieder auf den Weg zurück. Aus Dankbarkeit stiftete sie den königlichen Wald zur gemeinschaftlichen Nutzung.“

Nach so viel Geschichte geht es weiter Richtung „Kalte Eiche“ einem bizarr im Wald stehenden Naturdenkmal. Dazu überqueren wir die Ortsverbindungsstraße von Humprechtsau nach Krautostheim, nehmen den ersten Feldweg nach links, biegen an der Forststraße, die hinunter nach Krautostheim führt, links ab und stehen nach 200 Metern vor der Kalten Eiche.

Wir bleiben auf der Forststraße Richtung Krautostheim und – jetzt heisst es aufpassen – biegen vor den ersten Häusern des Dorfes scharf rechts in einen Feldweg ab, der durch eine Streuobstwiese führt. Nach etwa 500 Metern geht die Wiese in einen Wald über, durch den es steil hinunter zum Ehebach geht. Diesen überqueren wir auf einer kleinen Brücke, ebenso die Steigerwald Höhenstraße und wandern über Wiesenwege hinauf zu einem TV- und Mobilfunkturm, der den Höhenrücken im Norden von Krautostheim weit überragt.

Nach diesem Aufstieg sind uns die Bänke willkommen, die auf der Höhe zur Rast einladen. Nach einer Verschnaufpause geht es durch einen von blühenden Hecken umgebenen Hohlweg hinunter zur Ortsverbindungsstraße von Krautostheim nach Ingolstadt (NEA32). Diese überqueren wir und sehen in der Ferne schon Schloss Seehaus und Markt Nordheim liegen. Zum Schloss folgen wir der Markierung SU2. Das letzte Stück von Seehaus nach Markt Nordheim ist mit MN5 markiert. Dem können wir folgen und sind damit wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Gemeinde Markt Nordheim,

09165/995159,

www.markt-nordheim.de;

„Bocksbeutel Express“,

VGN Info: 0911/270751199,

www.vgn.de/freizeit

oder Thürauf GmbH, Bad Windsheim,

09841/66060;

Einkehr: Wirtshaus „Zum Adler“,

Markt Nordheim, 09165/9951280

(Montag Ruhetag
)
  

Sylvia Fehlinger

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