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Ein Freispruch im Tornister

Kommentar: Dominique de Villepin - 29.01.2010

Sein Parteikollege und ehemaliger Premierminister Dominique de Villepin kann mit seinem Freispruch im Tornister schon mal den langen Marsch auf den Elysée-Palast proben. In der öffentlichen Meinung geht er jedenfalls gestärkt aus dem Verleumnungsprozess hervor, in dem Sarkozy als Nebenkläger aufgetreten war.

Die Chancen auf eine Rückkehr Villepins an die Spitze des Staates sind für den Jesuitenschüler mit fast so vielen Vornamen (Dominique, Marie François René Galouzeau) wie Karl Theodor zu Guttenberg nicht schlecht. Viele Franzosen erinnern sich noch an die mutige Rede des damaligen Außenministers vor den Vereinten Nationen, als er sich strikt gegen eine Teilnahme Frankreichs am Krieg der USA mit dem Irak ausgesprochen hatte.

Seine mitunter direkte Art sich auszudrücken kommt bei einem Teil seiner Landsleute ebenfalls gut an. So hat er einmal seine Weigerung, bei Parlamentswahlen zu kandidieren, damit begründet, dass Abgeordnete «von Versagern gewählte Vollidoten» seien.

Villepins Gegner werden hingegen auf dessen unrühmliche Amtszeit als Premierminister verweisen, in der es massive und anhaltende Schüler-und Studentenunruhen gab, die erst aufhörten, als Villepin nach langem Hin und Her seine Pläne zur Änderung des Arbeitsrechts aufgab.

Einer seiner innerparteilichen Gegner war damals übrigens Nicolas Sarkozy, der gern gesehen hätte, wenn mehr als nur ein Makel an Villepin hängen geblieben wäre. RAIMUND KIRCH 

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