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NZ: Inwiefern begegnet Ihnen das Thema Vintage-Mode in Ihrem Atelier? Fragen Kunden verstärkt nach „alten Vorbildern“?
Spitz: Es wird selten explizit nach Vintage-Mode gefragt, jedoch wollen viele Frauen wieder weiblicher erscheinen. Gefragt ist ein Cross-Over der alten Modelle mit der aktuellen Silhouette. Die Schnitte der sehr weiblichen, wie jugendlich-eleganten Mode der 60er Jahre, die für heutige Verhältnisse weit getragen wurde, werden von uns körpernah, also schmal, umgesetzt. Die Herren sehen sich gerne in zackig geschnittenem Outifts. Allgemein wird wieder mehr Profil gezeigt.
NZ: Warum ist Vintage-Mode Ihrer Meinung nach so gefragt?
Spitz: Die Mode der 40er bis 60er Jahre unterstreicht sehr stark das intuitive Bild von Mann und Frau. Obwohl die Garderobe dieser Zeit sehr „angezogen“ ist – es wird nicht übermäßig viel Haut gezeigt – spielt sie gekonnt mit den Reizen. Dabei nimmt sich diese Mode selbst nicht so ernst, es scheint mir immer ein Augenzwinkern dabei zu sein.
NZ: In diesem Herbst kommen die Hosen, Röcke und Blusen der frühen 70er in Schnitt und Farben wieder – wer kann weite Hosen, wadenlange Tellerröcke und orangefarbene Blusen wirklich gut tragen?
Spitz: Bei der weiten Hose ist es wichtig, dass sie relativ hoch sitzt. Weite Hosen, die hüftig sitzen, machen kurze Beine und ein breites Becken. Wadenlange Tellerröcke können von fast jeder Frau getragen werden, solange der Schuh darunter Absatz hat. Farben sind immer eine Frage des Teints. Orange ist meist eine Farbe für dunkelhaarige Frauen. Da heißt es einfach ausprobieren!
NZ: Welches Vintage-Teil darf in Ihrem Kleiderschrank diesen Herbst und Winter nicht fehlen?
Spitz: Ich habe ein absolutes Faible für Kleider. Eines meiner Lieblingsstücke ist ein lilafarbenes Jersey-Kleid, das nach einem Modell von 1964 gearbeitet wurde. Das geniale an der Verbindung von Kleid, Schnitt und Material: Ich bin immer gut angezogen, mit nur einem Kleidungsstück – und es knautscht nicht.
www.provoque.de
www.susanne-spitz.de
